Aktuelle Gefahren im Herbst

Schneefall und windig am Dienstag und Mittwoch (Stand: 30. November, 08:45Uhr)

ZAMG-Wetterwarnungen


Gefahren im Herbst

Die größte Gefahr im Herbst stellen in Niederösterreich sogenannte Herbststürme dar, die durchaus schwere Schäden verursachen können.

Diese werden meist durch große Sturmtiefs über dem Atlantik ausgelöst. Der Deutsche Wetterdienst vergibt diesen Tiefdruckgebieten Namen, die im Vorhinein an Interessierte verkauft werden. Dadurch erinnert man sich etwa auch an Sturmtiefs in Österreich, die schwere Schäden verursacht haben (Kyrill, Paula, Emma, usw.).

Die Ausläufer dieser Sturmfronten erreichen auch mehrmals pro Jahr Österreich und können schwere Schäden verursachen. Dabei treten Windgeschwindigkeiten größer 100km/h auf und das über mehrere Stunden oder sogar Tage. Da es sich um große Wettersysteme handelt können diese Stürme im Normalfall sehr genau vorhergesagt werden. Daher sollte es möglich sein vorsorglich gefährdete Gegenstände, wie z.B. Plakatständer, Gartenmöbel und Kindertrampoline, rechtzeitig zu sichern.
Personen werden meist durch umstürzende Bäume, herabfallende oder herumfliegende Trümmer und Gegenstände verletzt oder sogar getötet. So starben z.B. beim Orkan "Kyrill" im Jänner 2007 über 40 Menschen in Europa. Daher sollte in einer Sturmsituation jeder Aufenthalt im Freien vermieden werden. Ab 117km/h spricht man von einem Orkan. Bei diesen Windgeschwindigkeiten ist auch mit schweren Schäden an Dächern und im Forst(großflächige Windwürfe) zu rechnen.
Beachten Sie im Herbst auch die veränderten Straßenverhältnisse durch Glatteis, Nebel und herabfallendes Laub. In höheren Lagen sind durchaus auch schon die ersten Schneefälle möglich. Winterreifenpflicht beachten!

Rückblick - Sommer der Extreme mit Waldbrand, Hagel, Sturm und Starkregen

Regen

Ein Waldbrand am Schneeberg im Bereich des Mittagstein nördlich von Reichenau (Gemeinde Reichenau an der Rax) forderte von 25. Oktober bis 6. November über 9000 Einsatzkräfte. Ein detailierter Bericht dazu findet sich in Kürze hier.

Die Sommermonate waren von Unwettern mit Hagel und Starkregen geprägt. Bei intensiven Niederschlägen, meist im Zuge von Gewittern, kann der Boden die enormen Regenmengen nicht aufnehmen und es kommt zu einem oberflächlichen Abfluss des Regenwassers. Innerhalb weniger Minuten kann das abfließende Wasser zu lokalen Überflutungen führen. Die Wassermassen, aber auch die Hagelkörner sammeln sich beispielsweise in Gräben, tieferliegenden Ackerflächen, Straßenunterführungen oder dringen über Kellerfenster, Stiegenabgänge und Schächte in Garagen, Keller- und Wohnräume ein. Durch Starkregen können kleine Bäche zu reißenden Wildbächen werden, die sogar Autos mitreißen können. Speziell im Alpenvorland und alpinen Niederösterreich, im Waldviertel, aber auch in der Wachau und im Wienerwaldbereich sind Hangrutschungen, Muren und Felsstürze oftmals unangenehme Folgegefahren von Starkregenereignissen oder langanhaltenden Niederschlägen. Auch die Wildbäche in den Weinbaugebieten am Wagram entlang der Donau können zu gefährlichen Wildbächen anschwellen.

Gerade Gebäude in Hanglage oder an Tiefpunkten sind bei Starkregen besonders gefährdet. Meiden Sie daher den Aufenthalt in tieferliegenden Räumen, es besteht durchaus Lebensgefahr durch rasch eindringende Wassermassen oder Muren. Die katastrophalen Ereignisse in Deutschland im Juli 2021, aber auch in Österreich (Hallein, Aggsbach Dorf, Ferschnitz, Neuhofen/Ybbs) haben das enorme Gefahrenpotential von Starkregen und den rasch ansteigenden Gewässern aufgezeigt.

Um das Gefahrenpotential von Hangwasser besser einschätzen zu können hat das Land NÖ umfangreiche Analysen durchgeführt. Nähere Informationen finden Sie hier.

Hagel, die unterschätzte Gefahr

Die Hagelunwetter der letzten Jahre (z.B. Wieselburg Juni 2012, Allentsteig, Schrattenberg und Rossatz 2021) zeigen welch großer Schaden durch Hagel entstehen kann. Bei den Hagelunwettern im Juli 2021 zerstörten Hagelkörner mit Durchmessern größer fünf Zentimeter auch Dachziegel. Hagelkörner dieser Größe können Geschwindigkeiten von bis zu 150km/h erreichen. Je kleiner das Korn, umso geringer auch die Geschwindigkeit. Neben landwirtschaftlichen Flächen werden bei schwerem Hagel auch Dachflächen, Photovoltaikpanele, Fassaden, Scheiben und Fahrzeuge schwer beschädigt. Daher ist der Aufenthalt im Freien unbedingt zu meiden, da Verletzungsgefahr besteht.

Gefahren durch Sturmböen und Tornados

Tornado
© Dann Ross

Gewitter und Unwetter können auch in Niederösterreich Sturmböen von über 100km/h (Schäden an Gebäuden) verursachen. Gerade im Vorfeld einer Gewitterfront oder während eines Gewitters sind auch sogenannte „Fallböen“ ein gefährliches Wetterphänomen, das unvorhergesehen auftritt und schwere Schäden verursachen kann. Vereinfacht kann man sich kalte schwere Luft vorstellen, die aus großer Höhe auf den Erdboden fällt.

Auch die eher selten auftretenden Tornados sind in Niederösterreich möglich. Der Tornado vom 24. Juni 2021 in Tschechien hat die Gefährlichkeit derartiger Wetterphänomene leider eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Da für die Ausbildung von diesen kleinräumigen Wettererscheinungen auch die Geländebeschaffenheiten ausschlaggebend sind, treten diese selten, aber doch vorwiegend im Wald- und Weinviertel, im Tullnerfeld und im Wiener Becken auf. Leider kommen durch diese hohen Windgeschwindigkeiten auch Menschen zu Schaden. Daher gilt bei Gewittergefahr den Aufenthalt im Freien zu meiden.

Nähere Informationen zu Stürmen und Tornados in Niederösterreich

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Weitere Informationen


 

weiterführende Links

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Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Feuerwehr und Zivilschutz
Langenlebarner Strasse 106 3430 Tulln E-Mail: post.ivw4@noel.gv.at
Tel: 02742/9005 - 13352
Fax: 02742/9005 - 13520
Letzte Änderung dieser Seite: 30.11.2021
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