Atomkraft ist keine zukünftige Lösung für den Klimawandel

Das Land NÖ lehnt die Aufnahme von Atomkraft als nachhaltige Energiequelle in die Delegierte Verordnung der EU-Kommission (EU-Taxonomie-Verordnung) strikt ab!

Die Europäische Kommission hat am 2. Februar 2022 den offiziellen Vorschlag zur Aufnahme von Atomkraft und Erdgas als sogenannte „grüne Übergangstechnologie“ in die EU-Taxonomie für nachhaltige Finanzen präsentiert. Damit werden Investitionen in Gas- und Atomkraftwerke unter bestimmten Bedingungen als nachhaltig und klimafreundlich eingestuft.

Bereits am 31.12.2021 wurde der Entwurf zur Änderung der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 betreffend wirtschaftliche Aktivitäten in bestimmten Energiesektoren (EU-Taxonomie-Verordnung) und der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2178 betreffend spezifische Publizitätspflichten für diese wirtschaftlichen Aktivitäten bekannt. Der delegierte Rechtsakt enthält eine Liste von Wirtschaftstätigkeiten und Umweltkriterien, die Projekte erfüllen müssen, um als „grüne“ Investition eingestuft zu werden. 

Das Land Niederösterreich lehnt die Einstufung von Kernenergie oder fossilem Gas als sogenannte „grüne“ Energie in die delegierte Verordnung strikt ab und spricht sich auch klar dagegen aus, dass Kernenergie als sogenannte „Übergangstechnologie“ in der neuen EU-Taxonomie-Verordnung deklariert und somit direkt oder indirekt subventioniert wird.


Kernenergie ist weder klimafreundlich, noch wirtschaftlich!

Ziel ist die möglichst rasche und kosteneffiziente Reduzierung des weltweiten CO2-Ausstoßes. Atomkraft kann aus vielerlei Gründen keinen wesentlichen Beitrag dazu leisten:  

Kernenergie ist weder klimafreundlich noch CO2-neutral, die Kosten sind deutlich zu hoch und die Bauzeiten zu lange, um einen energiewirtschaftlichen und klimatisch relevanten Effekt zu erzielen

  • die Kosten des produzierten Stromes, als auch die Treibhausgasemissionen der Atomenergie (im gesamten THG-Lebenszyklus), liegen ein Vielfaches höher als bei allen erneuerbaren Energieformen
  • ohne enorme öffentliche Subventionen kann kein Atomkraftwerk betrieben werden
  • Bau neuer verbesserter Reaktoren dauert rd. 20 Jahre (von der Planung bis zur Inbetriebnahme), wirksame Maßnahmen zur Reduzierung des CO2-Ausstossen müssten aber in den nächsten 10 Jahren gesetzt werden  

Kernenergienutzung ist weder sauber noch sicher, noch erfüllt sie die geforderten Nachhaltigkeitskriterien

  • nicht erwiesene Widerstandsfähigkeit der Kernenergie gegenüber dem Klimawandel 
  • erhebliche Beeinträchtigung der Umweltziele durch Urangewinnung, -vermahlung und -aufbereitung
  • empirisch nachgewiesenes Risiko schwerer Unfälle in Kernkraftwerken
  • weltweite Brennstoffressourcen (Uran, aber auch Thorium) sind nur begrenzt verfügbar und die Wiederaufbereitung von abgebrannten Brennelementen kann nicht beliebig oft wiederholt werden - der sogenannte „Brennstoffkreislauf“ existiert damit nicht
  • der Ausbau der Kernenergie erhöht die Gefahr der Weiterverbreitung von Kernwaffen, daher muss jedes Kernenergieprogramm von einer lückenlosen Sicherheitskontrolle begleitet werden
  • ein weltweit ungelöstes Problem der Endlagerung von hochradioaktiven Abfall und abgebrannten Brennelementen

In Summe können erneuerbare Energieformen schneller, saubere, mehr und billigere Energie bereitstellen als Atomkraftwerke. Das Land Niederösterreich zeigt es vor, eine Klima- und Energiewende durch 100 % Erneuerbaren Strom.

weiterführende Links
Downloads

Ihr Kontakt zum Thema Anti-Atomkoordination

Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Anlagentechnik
Landhausplatz 1, Haus 13  3109 St. Pölten E-Mail: post.bd4@noel.gv.at 
Tel: 02742/9005-14251
Fax: 02742/9005-14985 
Letzte Änderung dieser Seite: 15.3.2022
© 2022 Amt der NÖ Landesregierung