Geschichte der NÖ Landesbibliothek

Von der ständischen Büchersammlung zur NÖ Landesbibliothek in Sankt Pölten  

  • 1813: Der Landmarschall beauftragt den Landschaftssyndikus, alle bei den NÖ Ständen vorhandenen Bücher als "Ständische Büchersammlung" im Prälatensaal des NÖ Landhauses aufzustellen und über diese ein Verzeichnis anlegen zu lassen.
  • 1823: Die Ritterstandsbibliothek, die auf eine Schenkung von Johann Joachim von Aichen zurückgeht, wird mit der Ständischen Bibliothek vereinigt.
  •  1833: Der Dichter Ignaz Franz Castelli wird mit der Leitung der Bibliothek betraut.
  • 1861: Einführung der offiziellen Bezeichnung "Landesbibliothek" infolge der Ablösung der Stände durch den Landtag.
  • 1886: Eingliederung der Bibliothek des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich.
  • 1922: Durch die Trennung Wiens von Niederösterreich verliert die Landesbibliothek wertvolle Bestände an die Sammlungen der Stadt Wien.
  • 1943: Abtretung von über 3.000 Objekten der Topographischen Sammlung an Groß-Wien infolge des 1954 weitgehend revidierten Anschlusses der Randgemeinden an Wien.
  • 1967: Übersiedlung aus dem Niederösterreichischen Landhaus in das Haus
    Wien I, Teinfaltstraße 8.
  • 1969: Inbetriebnahme der Restaurierwerkstätte, Einführung eines Zettelkataloges nach Preußischen Instruktionen.
  • 1982: Durch das Inkrafttreten des Mediengesetzes erhält die Landesbibliothek das Recht auf Bibliotheksstücke.
  • 1984: Die NÖ Landesbibliothek unter Leitung von Dr. Eduard Ronge wird eine eigenständige Abteilung des Amtes der NÖ Landesregierung; Beginn des EDV-Einsatzes und der Retrokonversion des kompletten Altbestandes; Katalogisierung nach den
    Regeln für die alphabetische Katalogisierung in wissenschaftlichen Bibliotheken (RAK-WB).
  • 1989: Dr. Hermann Riepl wird neuer Bibliotheksdirektor.
  • 1994: Umstieg auf das integrierte Bibliothekssystem BIS-C der Firma DABIS und Konvertierung der Altdaten; Schlagwortkatalogisierung nach den
    Regeln für den Schlagwortkatalog (RSWK) unter Verwendung der
    Schlagwortnormdatei (SWD).
  • 1996: Dr. Gebhard König wird neuer Bibliotheksdirektor.
  • 1997: Nach Schließung im Herbst 1996 und Übersiedlung in die neue Landeshauptstadt Sankt Pölten Wiedereröffnung der Landesbibliothek am 1. Oktober 1997. Fusion des überarbeiteten Altkataloges mit dem 1994 begonnenen neuen Katalog der Druckschriftensammlung, Integration der Normdateien PND (Personennamendatei), GKD (Gemeinsame Körperschaftsdatei) und SWD (Schlagwortnormdatei) in den Katalog der Druckschriftensammlung. Einführung der automationsunterstützten Ausleihverwaltung, Aufbau eines systematisch geordneten Freihandbereiches im Lesesaal. Herausgabe einer Festschrift zur Eröffnung des Neubaues der Niederösterreichischen Landesbibliothek (NÖ Schriften 99).
  • 1998: Inbetriebnahme des Webopacs (Onlinekatalog), wodurch die Recherche im kompletten Bestand der Druckschriftensammlung über Internet ermöglicht wird; registrierten Lesern wird die Onlinebestellung und kostenlose Postzustellung bestellter Bücher ermöglicht. Vom 14. bis 19. September findet in Sankt Pölten der 25. Österreichische Bibliothekartag der
    Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare (VÖB) statt.
  • 1999: Inbetriebnahme des Virtuellen Verbundes der Landesbibliotheken. Das NÖ Volksliedarchiv wird in der Landesbibliothek untergebracht.
  • 2000: Abschluss einer Kooperationsvereinbarung mit der Fachhochschule Sankt Pölten.
  • 2001: Eröffnung einer Außenstelle der Landesbibliothek an der Bezirkshauptmannschaft Waidhofen an der Thaya.
  • 2003: Aufnahme der Kataloge der österreichischen Landesbibliotheken in den
    KVK (Karlsruher Virtuellen Katalog).
  • 2004: Gründungsmitglied des Österreichischen Normdatenverbundes als Partner der Deutschen Nationalbibliothek.
    Kooperative Teilnahme an den Projekten ANNO (AustriaN Newspapers Online) und ALEX (Historische Rechts- und Gesetzestexte online) der Österreichischen Nationalbibliothek.
  • 2005: Kooperation mit dem Österreichischen Bibliothekswerk (Forum Katholischer Bibliotheken) - http://www.katalogisate.at/. Dieses Projekt erhielt 2007 den 1. Innovationspreis des Landes Salzburg.
  • 2007: Gründungsmitglied der "Bibliothekskompetenz NÖ-Mitte".  Übernahme von Teilbeständen der Bibliothek des ehemaligen Ost- und Südosteuropa-Instituts (OSI).
  • 2009: Am 19. Februar wurde das Kulturdepot in Sankt Pölten, Schanze 5, eröffnet. Dieses beherbergt unter anderem Magazinsflächen für die Landesbibliothek (ca. 7.500 Regalmeter).  Übernahme der Bestände der Bibliothek des ehemaligen Kapuzinerklosters Scheibbs sowie der Dr.-Georg-Schörner-Ökobibliothek der NÖ Landesakademie.
  • 2010: Aufarbeitung des Nachlasses von Karl Farkas. Übernahme der Bezirkslehrerbibliothek Hollabrunn sowie der Privatbibliothek von Prof. Joseph P. Strelka. Ab Mai 2010 monatlich Vorstellung eines Highlights aus den Sammlungen der Landesbibliothek im Rahmen der Homepage.
    Abschluss einer Kooperationsvereinbarung mit der New Design University (NDU) in Sankt Pölten.
  • 2011: Nach der Pensionierung von Bibliotheksdirektor Dr. Gebhard König am 1. April 2011 übernimmt der bisherige Stv. Mag. Hans-Joachim Alscher die provisorische Leitung; am 3. Mai 2011 wird die Abteilung NÖ Landesbibliothek durch Regierungsbeschluss mit der Abteilung NÖ Landesarchiv und NÖ Institut für Landeskunde zur neuen Abteilung NÖ Landesarchiv und NÖ Landesbibliothek unter der Leitung von Archivdirektor Dr. Willibald Rosner (Stellvertreter: Mag. Hans-Joachim Alscher und Dr. Gertrude Langer-Ostrawsky) vereinigt. In der Folge wird Mag. Hans-Joachim Alscher mit der Leitung der NÖ Landesbibliothek betraut und am 24. Oktober 2011 zum Bibliotheksdirektor ernannt. Die neue E-Mail-Adresse der NÖ Landesbibliothek lautet post.k2bibliothek@noel.gv.at (bisher: post.k3@noel.gv.at).
    Ankauf der Erika-Mitterer-Bibliothek.
  • 2012: Fusion der Datenbanken der Druckschriftensammlung, der Kartensammlung, der Topographischen Sammlung, der literarischen Nachlässe, der Plakate, der Archivbibliothek und der Niederösterreichischen Bibliographie sowie der Gruppe Wasser.
  • 2013: Digitalisierung der Postkarten sowie der Zeitschriften "Unsere Heimat" und "Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich" inklusive der Vorläuferpublikationen.
    Übernahme der Schaukal-Bibliothek von der Donau-Universität Krems.
    12. Juni Eröffnung der Jubiläumsausstellung "AufhebensWert - 150 Jahre NÖ Landesarchiv, 200 Jahre NÖ Landesbibliothek".
    Implementierung der in MARCXML bezogenen Gemeinsamen Normdatei (GND) in den Katalog und Inbetriebnahme des neuen Webopacs bibliothekskatalog.noel.gv.at.
  • 2014: Faksimile-Ausgabe des in der NÖ Landesbibliothek vorhandenen ältesten Industrie-und-Glück-Tarocks von 1815 durch die Firma Piatnik. Festakt 150 Jahre Verein für Landeskunde von Niederösterreich, Würdigungspreisträger des Landes Niederösterreich für Erwachsenenbildung 2014. Ausstellung "Fern der Front - mitten im Krieg". Integration der Datenbanken von Carnuntum sowie der Abteilung Kinder- und Jugendhilfe in den Bibliothekskatalog.
  • 2015: Absage des jährlichen Kinder- und Jugendbuchfestivals infolge eines Drohbriefes. Relaunch des Webopacs (Responsives Webdesign, Benutzerselbstverwaltung, Einbindung in Social Media). Entwurf eines neuen Leitbildes sowie eines neuen Logos. Karl-Farkas-Ausstellung "Einer, der nicht hassen konnte" mit Begleitveranstaltungen.
  • 2016: Umstieg auf den neuen Katalogisierungsstandard RDA (Resource Description and Access) per 1.4.2016; Entwicklung einer SRU-Schnittstelle zum Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Ab 21.4.2016 war Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag. Johanna Mikl-Leitner das für die Bibliothek zuständige Regierungsmitglied.
  • 2017: Seit 19.4.2017 ist Landesrat DI Ludwig Schleritzko das mit der Bibliothek betraute Regierungsmitglied.
    Die langjährige Serie der Bezirksausstellungen in der NÖ Landesbibliothek gelangt mit dem Bezirk Zwettl zu ihrem Abschluss.  
    Intergation der Datenbank der Bibliothek der Landessammlungen Niederösterreich – Bereich Natur in den Bibliothekskatalog.
    Digitalisierung der „Administrativkarte von Niederösterreich“, inzwischen auch georeferenziert (NÖ Atlas, Karten-Center: Alle Karten, Basiskarten und Bilder, Administrativ Karte), sowie des alten Numerus-currens-Bandkataloges.
    Als Festschrift zum 65. Geburtstag von Willibald Rosner erscheint der Band 70 der Studien und Forschungen aus dem NÖ Institut für Landeskunde „Wien und Niederösterreich – eine untrennbare Beziehung?“.
    Im Zuge der Pensionierung von Archivdirektor Dr. Willibald Rosner wird Dr. Roman Zehetmayer mit 1.12.2017 zum Archivdirektor und neuen Leiter der Abteilung NÖ Landesarchiv und NÖ Landesbibliothek bestellt; Stellvertreter sind Bibliotheksdirektor Mag. Hans-Joachim Alscher und Dr. Gertrude Langer-Ostrawsky (nach der Pensionierung von Dr. Gertrude Langer-Ostrawsky mit Ende des Jahres 2018 übernimmt Mag. Elisabeth Loinig, die bereits zuvor zur Leiterin des NÖ Instituts für Landeskunde bestellt worden war, deren Agenden als Stellvertreterin.).
  • 2019: Der frühere Bibliotheksdirektor Prof. Dr. Hermann Riepl verstirbt am 4.1.2019.
    Mit 1.7.2019 wird der Verein Treffpunkt Bibliothek gebildet, dem eine Geschäftsstelle sowie die Fachstelle komm.bib zugeordnet sind; die Landesbibliothek schließt einen Kooperationsvertrag mit diesem Verein. Zu den aus dieser Kooperation resultierenden Aktivitäten zählen Bibliotheksbesuche und Besuche der Hauptregionstreffen, des Landesbüchereitages sowie des Bibliotheken Award durch Vertreter der Landesbibliothek, die Abhaltung einer jährlichen Fachmesse „Biblio aktiv“ in der Landesbibliothek sowie das Angebot von Schnuppertagen und Workshops durch die Landesbibliothek. Die Landesbibliothek nutzt das von Treffpunkt Bibliothek betriebene Onleihe-Angebot http://www.noe-book.at/ und trägt auch durch entsprechenden Medienankauf zu dessen Ausbau bei: 2019 wurden 800 der E-Medien durch die Landesbibliothek angeschafft, wozu auch noch das Angebot von Brockhaus Online durch die Landesbibliothek kommt.
    Inbetriebnahme der neu konzipierten Restaurierungsdokumentation im Bibliothekskatalog.
    Stilllegung der internen OPACs nach Adaptierung des Web-OPACs, der deren Funktionen nunmehr zur Gänze miterfüllt.
    Integration der Datenbank der Bibliothek des MAMUZ Asparn in den Bibliothekskatalog.
    Erwerb des ältesten Tarock aus Niederösterreich (Tiertarock, Holzschnitt, Johann Aulich, Wiener Neustadt, um 1810) sowie einer Inkunabel (Formularium instrumentorum ad usum Curiae Romanae, Rom, Eucharius Silber, 11.6.1482).
  • 2020: infolge der Corona-Pandemie wie auch anderswo Lockdowns, Arbeiten im Homeoffice, Kommunikation per Videokonferenz usw.
    Ausfall oder Verschiebung von Veranstaltungen; trotz Beeinträchtigungen konnte aber zumindest die Ausstellung „Die Bibel als Sprach- und Kulturgut“ planmäßig stattfinden.
    Das Angebot der kostenlosen Versandleihe (Rückgabemöglichkeit über die örtliche Bezirkshauptmannschaft) wird durchgehend aufrechterhalten; wegen der dennoch vorhandenen Angebotseinschränkungen erfolgt die Ausstellung von Leserausweisen vorübergehend kostenlos.
    Vermehrter Ankauf von E-Medien (weitere 1500 E-Medien für http://www.noe-book.at/, insbesondere auch E-Learning, E-Magazine, E-Papers; außerdem Britannica Library, Britannica ImageQuest und Merriam Webster Unabridged).
    Integration der Datenbank der Bibliothek der Landessammlungen Niederösterreich – Bereich Kunst in den Bibliothekskatalog.
    Im Zuge der Strategieentwicklung von Treffpunkt Bibliothek kooperative Durchführung einer Cultural probes Studie (Erarbeitung des Toolkits durch die NDU St. Pölten). 
    Konservatorische Untersuchung ausgewählter Stücke aus dem Bestand an Kupferplatten von Georg Matthäus Vischer durch das Institut für Konservierung und Restaurierung der Universität für Angewandte Kunst zwecks exemplarischer Ermittlung der geeignetsten Methoden zu deren Restaurierung und Konservierung.
  • 2021: Änderung des Workflows in der Katalogisierung: unmittelbar nach der wie bisher erfolgenden Inventarisierung und Roherfassung einlangender Bücher werden deren relevanteste Seiten (Titelseite, Impressum etc.) eingescannt und diese Scans der Katalogisierung zur Verfügung gestellt; die Bücher gelangen dann sofort ins Magazin und stehen somit der Benutzung zur Verfügung, unabhängig vom Stand der Bearbeitung durch die Katalogisierung und nicht erst nach deren Abschluss. Da dies eine erhebliche Verbesserung der Durchlaufgeschwindigkeit der Bücher bedeutet, soll diese als Ersatz der „Autopsie“ des Buches bei Katalogisierung im Homeoffice erdachte Vorgangsweise auch im „Normalbetrieb“ beibehalten werden.
    Übernahme der Bibliothek Gleichgewicht in Drösing.
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Tel: 02742/9005-12848 oder 12848
Fax: 02742/9005-13860
Letzte Änderung dieser Seite: 12.3.2021
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