Afrikanische Schweinepest

Aufgrund der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen bis in die Nachbarstaaten ist das gesamte Bundesgebiet der Republik Österreich seit 15. Dezember 2019 als Revisionsgebiet festgelegt (ASP-Revisions- und Frühwarnverordnung, BGBl. II Nr. 399/2019).

Damit müssen alle verendet aufgefundenen Wildschweine zur Untersuchung auf das Vorhandensein des ASP-Virus der Behörde gemeldet werden. 


Vorsorgemaßnahmen

Die Bekämpfung der Seuche im Wildschweinebestand ist nur sehr schwer möglich, daher muss einer Einschleppung in unsere Hausschweinebestände bestmöglich entgegengewirkt werden. Das Sozialministerium informiert auf der Homepage zur Afrikanischen Schweinepest über den Stand der Entwicklung der Seuchensituation und die notwendigen Vorsorgemaßnahmen.

Wer Schweine hält, muss diese im Verbrauchergesundheitssystem (VIS) registrieren .

Die Freilandhaltung für Schweine bedarf einer Genehmigung durch die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde.

Vorbereitungen

Damit die Behörde in NÖ für den Fall eines Ausbruchs bestmöglich vorbereitet ist, findet ein regelmäßiger Austausch mit den Jäger*innen und Tierärzt*innen statt. Den Amtstierärzt*innen stehen Arbeitsanweisungen und Handbücher zur Verfügungen. Praktische Fertigkeiten werden im Rahmen von Seuchenübungen geprobt.


Programm zur Evaluierung der Biosicherheitsmaßnahmen in schweinehaltenden Betrieben

Im Fall des Auftretens der Erkrankung wird die Verbringung von Schweinen in die/aus der Seuchenzone nur eingeschränkt möglich sein. Eine grundlegende Voraussetzung für die Verbringung ist die Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen im einzelnen Betrieb und die amtliche Überprüfung der Einhaltung (amtliche ASP-Biosicherheitskontrollen). 

Mit dem Programm „Afrikanische Schweinepest – Präventionsmaßnahmen“ sollen die Landwirt*innen motiviert werden, die Einhaltung der Biosicherheit in ihrem Betrieb selbst zu evaluieren und eventuelle Defizite im Vorfeld zu beheben. Inhaltlich sind die Biosicherheitsmaßnahmen im „Handbuch zur Umsetzung und Kontrolle der Biosicherheitsmaßnahmen bei der Haltung von Schweinen in Österreich gemäß den Vorgaben der Schweinegesundheitsverordnung BGBl. II Nr. 406/2016“ beschrieben. Die amtliche Kontrolle wird anhand von Checklisten erfolgen.

Zu beachten ist, dass im Seuchenfall die Übergangsfristen, die hinsichtlich baulicher Anforderungen gemäß Schweinegesundheitsverordnung bestehen, nicht in Anspruch genommen werden können.

Landwirt*innen können eine amtliche ASP-Biosicherheitskontrolle beantragen. Besteht ein aufrechtes Betreuungsverhältnis im Rahmen des NÖ TGD nach der Schweinegesundheitsverordnung, kann der ASP-Biosicherheitscheck direkt bei den amtlich bestellten Betreuungstierärzt*innen vorgenommen werden. Die Verrechnung erfolgt automatisch im Rahmen des NÖ TGDs (siehe Informationen auf der TGD-Homepage). Besteht keine Mitgliedschaft im NÖ TGD erfolgt die Abwicklung über die Abteilung LF5. Die amtliche Kontrolle wird entsprechend der tierärztlichen Honorarordnung vergebührt.

Betriebe mit einer bereits durchgeführten amtlichen ASP-Kontrolle haben im Seuchenfall den Vorteil, dass eine wesentliche Voraussetzung für das Verbringen von Schweinen bereits der Behörde vorliegt und die Wartezeit bis zum erstmaligen Verbringen aus der Seuchenzone verkürzt werden kann. 

Die amtlichen Checklisten werden für die Landwirt*innen und Betreuungstierärzt*innen zur Vorbereitung zur Verfügung gestellt.

Freiberufliche Tierärzt*innen können einen Antrag um Bestellung nach dem Tiergesundheitsgesetz stellen. Amtliche Tierärzt*innen sind zur Durchführung der amtlichen Biosicherheitschecks berechtigt. Betreuungstierärzt*innen können diese auf Wunsch der Betriebsinhaber*innen in ihren Betreuungsbetrieben vornehmen. Andernfalls erfolgt eine Arbeitszuteilung durch LF5 oder durch die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde. Die Durchführung amtlicher Aufgaben in der Vorbereitungsphase beruht auf Freiwilligkeit (siehe Informationsschreiben).


Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine hoch ansteckende, anzeigepflichtige Viruserkrankung mit seuchenhaftem Verlauf und hoher Sterblichkeit, die nur Haus- und Wildschweine befällt. Das Krankheitsbild ist extrem variabel und reicht von plötzlichen Todesfällen bis hin zu unspezifischen Allgemeinsymptomen (u.a. Futterverweigerung, Mattigkeit, Durchfall, Festliegen) und Aborten.

Die Abgrenzung zu anderen Erkrankungen, insbesondere zur Klassischen Schweinepest, ist schwierig. Eine sichere Diagnose kann daher nur im Labor gestellt werden.

Das Virus der ASP ist sehr widerstandsfähig und hält sich in unbehandeltem Fleisch und Fleischprodukten, Blut sowie in gepökelten oder geräucherten Waren monatelang. So sind die meisten Ausbrüche in europäischen Ländern auf Verschleppung des Virus in Speiseabfällen im weltweiten Reiseverkehr und Jagdtourismus in den betroffenen Regionen zurückzuführen.

Entsprechend gilt ein Verbringungsverbot von Tieren und Waren aus Schweinepest-Regionen. Ein Impfstoff gegen das ASP-Virus ist nicht verfügbar.

Für den Menschen ist das ASP-Virus absolut ungefährlich.


Maßnahmen für Schlachthöfe, Zerlegebetriebe und Verarbeitungsbetriebe

Schlachthöfe, die Schweine aus dem ASP-Seuchengebiet schlachten, und Zerlegebetriebe und Verarbeitungsbetriebe, die Fleisch, welches nach den ASP-Vorschriften behandelt (erhitzt) werden muss, übernehmen, müssen dafür zugelassen sein.  

Die Zulassung muss bei der für den Betrieb zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde beantragt werden. Mit den Zulassungsunterlagen muss belegt werden, dass die Vorschriften, die im Handbuch „ASP-Verbringung von Schweinen zur Schlachtung und Maßnahmen in Fleischbetrieben“ dargelegt sind, eingehalten werden. 

Der Antrag kann formlos oder mittels bereitgestelltem Formular erfolgen.

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Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Veterinärangelegenheiten und Lebensmittelkontrolle
Landhausplatz 1, Haus 12  3109 St. Pölten  E-Mail: post.lf5@noel.gv.at
Tel: 02742/9005-13437
Fax: 02742/9005-12801
Letzte Änderung dieser Seite: 23.4.2021
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