31.10.2022 | 11:07

Positive Bilanz für Healthacross-Projekt „Bridges For Birth”

LR Eichtinger: Bereits vier Transfers von Neugeborenen nach Bratislava

Das INTERREG-Projekt „Bridges for Birth“ der Initiative Healthacross startete im Sommer 2018. Ziel war es, eine grenzüberschreitende Kooperation zwischen Niederösterreich und der Slowakei im Gesundheitswesen aufzubauen und – wie bei allen Projekten von Healthacross - durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit die wohnortnahe Versorgung für Menschen in Grenznähe auf beiden Seiten der Grenze weiterzuentwickeln.

Das Projekt, das am 31. Oktober endet, hatte drei Schwerpunkte: Vorbereitungsarbeiten für einen Rettungsvertrag mit der Slowakei, die Ermittlung weiterer möglicher Bereiche der Zusammenarbeit und die Schaffung von Rahmenbedingungen um Neugeborene, die eine weitere Versorgung benötigen, von Hainburg auch in das Nationale Institut für Kinderkrankheiten nach Bratislava transferieren zu können. Die Krankenhauskooperation zwischen Hainburg und Bratislava im Bereich der Neonatologie (Neugeborenen-Versorgung) ist das Herzstück des ersten Niederösterreich-Slowakei-Projekts.

„Vier Babys konnten bisher bereits von Hainburg nach Bratislava transferiert werden. Darüber hinaus konnte auch ein neues Beatmungsgerät für Neugeborene in Hainburg angeschafft werden“, so Landesrat Martin Eichtinger.

„Wir sind überaus froh über die aufgebaute Kooperation, die die Neugeborenen-Versorgung in unserer Grenzregion weiter stärkt. Und: Die Zusammenarbeit mit dem slowakischen Team funktioniert wirklich sehr gut. Bei der Versorgung unserer kleinen Patientinnen und Patienten gibt es für uns keine sprachlichen Barrieren“, betont Prim. Dr. Seline Rackl, Leiterin der Frauenheilkunde und Geburtshilfe im LK Hainburg.

Jedes Jahr kommen im Landesklinikum Hainburg rund 600 Kinder zur Welt. Bei Neugeborenen, bei denen weiterer Abklärungsbedarf besteht, kann es erforderlich sein, dass sie in einer Schwerpunktkrankenanstalt weiter betreut werden müssen. Die Kinderabteilung des Landesklinikums Mistelbach-Gänserndorf liegt 74 Kilometer entfernt. Die Nationale Institut für Kinderkrankheiten in Bratislava liegt im Vergleich dazu nur 16 Kilometer von Hainburg entfernt. Dank des Projektes „Bridges for Birth“ können sich Eltern nun auch dafür entscheiden, ihr Baby nach Bratislava transferieren zu lassen. Interessant ist diese neue Auswahlmöglichkeit insbesondere für jene, die in Grenznähe leben oder slowakische Wurzeln haben, was auf mehr als ein Drittel der Mütter vom Landesklinikum Hainburg zutrifft.

Für die gemeinsame Versorgung der Patientinnen und Patienten wurden die Rettungsdienste beiderseits der Grenze eingebunden, für einen zukünftigen Rettungsvertrag mit der Slowakei wurde ein Vorschlag ausgearbeitet. Darüber hinaus wurden im Rahmen des Projektes daran gearbeitet, weitere potenzielle Bereiche des Gesundheitswesens, in denen grenzüberschreitende Kooperationen möglich sind, zu ermitteln.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Landesklinikum Hainburg und dem Nationalen Institut für Kinderkrankheiten in Bratislava läuft auch nach Projektende weiter. Das bedeutet, dass auch in Zukunft Neugeborene von Hainburg nach Bratislava transferiert und dort versorgt werden können. Das Projekt „Bridges for Birth“ wird im Rahmen des Kooperationsprogramms INTERREG-V-A SK-AT durchgeführt und wird mit bis zu 85 Prozent aus dem Europäischen Fonds für Regionalentwicklung (EFRE) kofinanziert.

Weitere Informationen: Christine Exl-Haiderer, Bakk., +43 (0) 676 / 812 165 36, christine.exl-haiderer@noel.gv.at

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