Historische Spitals- und Pflegeanstalten

Anlässlich der Niederösterreichischen Landesausstellung 2026 im Landesklinikum in Mauer widmet sich Band 73 der Reihe „Denkmalpflege in Niederösterreich“ historischen Spitals- und Pflegeanstalten. Die Beiträge untersuchen die institutionellen, sozialen und baulichen Grundlagen solcher Einrichtungen, die von der Krankenpflege bis zum Waisenhaus lange Zeit vielfältige Funktionen vereinten, bevor es im späten 18. Jahrhundert zu einer Spezialisierung kam.

Im Fokus stehen Bürgerspitäler, klösterliche Spitäler sowie von Adel und Ritterorden gegründete Versorgungshäuser, die nicht nur Orte der Pflege, sondern auch Ausdruck obrigkeitlicher Fürsorge, religiöser Praxis und sozialer Ordnung waren. Es wird gezeigt, wie eng Spitalswesen, Grundherrschaft, Stadtentwicklung und kirchliche Strukturen miteinander verflochten waren und wie sich diese Zusammenhänge regional unterschiedlich ausprägten.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den architektonischen Ausformungen von Pflegeeinrichtungen. Ausgewählte Beispiele veranschaulichen die Bandbreite der Bauformen von vormodernen Anlagen bis zu den Sanatorien um 1900 als Experimentierfeld der Moderne. So weist Niederösterreich mit Josef Hoffmanns Sanatorium in Purkersdorf den frühesten und ästhetisch radikalsten aller Sanatoriums-Bauten der Moderne auf. Archäologische und medizinhistorische Beiträge ergänzen den interdisziplinären Zugang durch Einblicke in Lebensbedingungen, Krankheiten und Bestattungspraxis vergangener Zeiten. Das Restaurierbeispiel der Spitalkirche von Röhrenbach sowie ein Blick nach Malta, wo der Malteserorden mit der „Sacra Infermeria“ jahrhundertelang eine zentrale Einrichtung seiner Krankenpflege betrieb, runden den Band ab. 

Letzte Änderung dieser Seite: 12.1.2026
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