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07.02.2021 | 09:05

Erfolge für niederösterreichische Fachhochschulen bei COIN-Ausschreibung

LH Mikl-Leitner: Fachhochschulen stärken den Wirtschaftsstandort

Im Rahmen der „8. Ausschreibung FH-Forschung für die Wirtschaft“ dürfen sich zwei niederösterreichische Fachhochschulen – die FH Wiener Neustadt und die FH St. Pölten – über die Zuerkennung einer Förderung freuen. Diese Ausschreibung war ein Teil des Programms „COIN“ – Cooperation & Innovation“, eine Förderschiene der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG). Mit dieser wird das Ziel verfolgt, die Einrichtungen und Fachhochschulen langfristig zu stärkeren Partnern für die Wirtschaft, insbesondere für Klein- und Mittelunternehmen (KMU), werden zu lassen und sie bei der Umsetzung von Wissen in Innovation zu unterstützen. „Die herausragenden Forschungsprojekte zeigen wieder einmal, welche besonderen Leistungen und Kompetenzen wir in Niederösterreich haben. Denn die Forschungsaktivitäten der Fachhochschulen Wiener Neustadt und St. Pölten ermöglichen nicht nur innovative Projekte, zum Beispiel in der Raumfahrtindustrie und im Bereich der Wirtschaftswissenschaften, sie kommen auch unmittelbar in der Wirtschaft zur Anwendung. Eine Win-Win-Situation für Forschung und Standort“, so Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

Aus den insgesamt 53 eingereichten Anträgen wurden 12 Projekte von der Jury zur Förderung empfohlen. Die Fachhochschule Wiener Neustadt darf sich über zwei geförderte Forschungsprojekte freuen. Die Fachhochschule St. Pölten wird mit einem Projekt gefördert.

Eine Übersicht der drei geförderten Projekte aus Niederösterreich: Die FH Wiener Neustadt und ihre Forschungstochter „Forschungs- und Technologietransfer GmbH“ (kurz FOTEC) sind stark in der Raumfahrtindustrie engagiert und unterstützen bei der Entwicklung von Weltraumhardware. Das geförderte Projekt DEEP der FH Wiener Neustadt hat die Vertiefung der Expertise zu Satellitenantriebssystemen und ihrer Wechselwirkung mit den übrigen Satellitenkomponenten zum Ziel. Zudem widmet sich das Projekt auch der Plasmadiagnostik: Hier geht es darum, wirksame Mittel zu etablieren, um die Treibstoffverteilung zu untersuchen. Die Kontamination von Satelliten durch den ausgestoßenen Treibstoff eines chemischen oder elektrischen Triebwerks ist ein ernstes Problem, das vor einer Mission bewertet werden muss.

Im Rahmen des zweiten geförderten Projektes, FatAM, das die Projektpartner FH Wiener Neustadt und FOTEC gemeinsam mit der FH Oberösterreich eingereicht haben, werden Lebensdauereigenschaften von additiv (3D-Druck) gefertigten Metallen und Verbundwerkstoffen untersucht. Im Projekt vereint sich somit anwendbares Fachwissen für Metall- und Kunststoff-3D-Druck für österreichische Unternehmen. Die Bündelung der Expertise in der Prozessoptimierung, zerstörungsfreien Prüfung und Simulation trägt für alle beteiligten Partner zur Standortprofilbildung bei. Das erworbene Know-how wird über unterschiedliche Kanäle verteilt und dadurch auch nachhaltig den österreichischen Unternehmen zur Verfügung gestellt.

Über die Erfolge freut sich Armin Mahr, Chief Executive Officer der FH Wiener Neustadt: „Gleich zwei von 12 geförderten COIN-Projekten nach Wiener Neustadt geholt zu haben zeigt, dass die Fachhochschule und ihre Forschungstochter FOTEC auf dem richtigen Weg sind. Als forschungsstarke Hochschule sind wir Standort-Impulsgeber in Niederösterreich. Beim Thema 3D-Druck rangiert Niederösterreich europaweit im Spitzenfeld, bei Satelliten-Antrieben ist Technologie aus Wiener Neustadt mit an der Weltspitze, die FOTEC kooperiert mit ESA, NASA und anderen Weltraumagenturen weltweit.“

Mit der FH St. Pölten konnte eine weitere niederösterreichische Fachhochschule ihre Kompetenz und ihr Know-how unter Beweis stellen und sich eine Förderung sichern: Das Projekt „Secure Supply Chains for Criticial Systems – SSCCS“ beschäftigt sich mit den vernetzten, hochintegrierten Lieferketten (Supply Chains) und deren Management als wesentliches Charakteristikum des modernen Wirtschaftens. Am Projekt sind Forscherinnen und Forscher aus den Fachbereichen IT-Sicherheit, Logistik und Mobilität beteiligt. Forschungspartner ist die FH Oberösterreich.

Insbesondere KMU können oft nicht auf Themen der IT-Sicherheit fokussieren. Dazu kommt, dass kleine und mittelständische Unternehmen häufig als Zulieferer großer Unternehmen fungieren und somit deren gesicherte Technik angreifbar machen. In diesem Projekt soll die Widerstandsfähigkeit von Supply Chains gegenüber Cyber-Angriffen sichergestellt werden. Mithilfe einer Sicherheitsanalyse wird anhand echter Beispiele eruiert, wie verwundbar die Lieferketten sind, und Gegenmaßnahmen eingesetzt.

„Wie wichtig sichere Lieferketten für unsere Gesellschaft sind, hat uns nicht zuletzt die Corona-Pandemie deutlich vor Augen geführt. Unser neues Projekt greift somit einen wesentlichen Aspekt der IT-Sicherheit in einer zunehmend digitalisierten Welt auf. Durch die interdisziplinäre Kooperation mit der Mobilitätsforschung, die wir in den letzten Jahren mit Unterstützung des Landes Niederösterreich deutlich ausbauen konnten, und mit unserem forschungsstarken Partner in Oberösterreich arbeiten wir an praxistauglichen Lösungen für zentrale Herausforderungen in bedeutenden Wirtschaftsbereichen“, betont Hannes Raffaseder, Chief Research and Innovation Officer der FH St. Pölten.

„Mit über 10.000 Studierenden sind die niederösterreichischen Fachhochschulen ein wichtiger Eckpfeiler für Forschung und Innovation in unserem Bundesland; ein Antriebsmotor, der zu einer enormen Wertschöpfung für die heimischen Unternehmen führt. Die Forschungskompetenzen auch an den Fachhochschulen zu fördern ist dem Land Niederösterreich ein wichtiges Anliegen. Daher möchte ich allen Beteiligten an den Projekten herzlich gratulieren“, freut sich Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner über die Entwicklung der niederösterreichischen Fachhochschulen.

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