Atomkraftwerke und nukleare Sicherheit in der Ukraine
In der Ukraine befinden sich derzeit 15 Reaktorblöcke (Druckwasserreaktoren russischer Bauart vom Typ WWER) an 4 Standorten im regulären Netzverbund, davon sind 9 Reaktorblöcke aktiv unter ukrainischer Kontrolle.
Betreiber der ukrainischen Atomkraftwerke ist der Energieversorger NNEGC Energoatom (National Nuclear Energy Generating Company Energoatom).
Zusätzlich gibt es 2 Forschungsreaktoren, einer in Kiew (IR-8, Dnipro - WWR-M), der zweite in Sewastopol auf der Krim. Dieser befindet sich unter russischer Kontrolle. Im Jahr 2021 betrug der Nuklearanteil an der Stromproduktion in der Ukraine rund 55 %. (Quelle: IAEA PRIS PRIS - Country Details vom 24.06.2026).
Reaktoren in Betrieb:
- Rivne (4)
- Khmelnitsky (2)- Die Blöcke 3 und 4 sind im Bau, jedoch verzögert.
- Süd-Ukraine (3)
- Zaporozhe( 6)
Das KKW Zaporizhzhe steht seit März 2022 unter russischer militärischer Besatzung. Der reguläre Betrieb ist eingestellt - es dient aktuell primär der Sicherung der eigenen Infrastruktur und wird von der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) überwacht.
Tschernobyl (4 Reaktoren sowjetischer RBMK-Bauart stillgelegt)
Nach dem schweren Unfall 1986 wurden alle 4 Reaktoren schrittweise stillgelegt. Am Unfallreaktor 4 befindet sich seit der offiziellen Inbetriebnahme im Jahr 2019 das New Safe Confinement (NSC), ein mobiles Stahlgebäude, das den alten Sarkophag (Chernobyl Shelter Object) überdeckt und eine teilweise Demontage der alten Schutzhülle ermöglicht.
Aktuelle Risiken der zivilen Atomenergienutzung
Drohnenangriffe und verstärkte Kampfhandlungen in der Nähe der ukrainischen Kernkraftwerk-Standorte zeigen nach wie vor die Risiken der zivilen Atomenergienutzung. Im Februar 2025 kam es zu einem Drohnenangriff auf die Schutzhülle des KKW Tschernobyl. Expertenteams der IAEA (Internationale Atomenergiebehörde) sind dauerhaft an allen ukrainischen Kernkraftwerkstandort präsent.
(Quelle: IAEA Update 349 – IAEA Director General Statement on Situation in Ukraine | IAEA vom 07.05.2026.)
Weitere Informationen zur Situation in der Ukraine finden Sie unter: News | International Atomic Energy Agency
Strahlenschutz in Österreich:
Die Abteilung Strahlenschutz im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt, Klima, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) ist für den Schutz Österreichs vor Auswirkungen nuklearer Zwischenfälle zuständig. Das Ministerium überwacht rund um die Uhr relevante Messwerte und steht in ständiger Abstimmung mit Behörden der Nachbarländer, der EU und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA).
Aktuelle Informationen finden Sie auch auf der Website des BMLUK sowie bei der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES).
- Zu radiologischen Ereignissen:
BMLUK: Strahlenschutz - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
AGES: Strahlenschutz - AGES
- Zum Strahlenfrühwarnsystem:
Österreich: Strahlenfrühwarnsystem und Monitoring - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
Europa: Radiological Maps - European Commission
- Zu Atomkraftwerken in Europa
Atomkraftwerke in Europa - Umweltbundesamt GmbH
weiterführende Links
- Internationale Atomenergiebehörde
- IAEA Power Reactor Information System (PRIS)
- Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) in Deutschland - Zur aktuellen Situation in der Ukraine
- Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) in Deutschland - Atomkraftwerke in der Ukraine
Ihr Kontakt zum Thema Anti-Atomkoordination
Abteilung Umwelt- und Anlagentechnik Landhausplatz 1, Haus 13
3109 St. Pölten E-Mail: post.bd4@noel.gv.at
Tel: 02742/9005-14251
