Am gestrigen Donnerstagabend wurde am Glanzstoff-Areal in St. Pölten Martin Waldes neues Kunstwerk „Luftlinien“ am zweiten Wasserturm präsentiert. Bei der Präsentation sprach Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner über den hohen Stellenwert von Kunst und Kultur in Niederösterreich.
„Heuer feiern wir das ganze Jahr lang 40 Jahre Landeshauptstadt St. Pölten. Vor 40 Jahren war Niederösterreich im wahrsten Sinne des Wortes ein weißer Fleck auf der kulturellen Landkarte, stand im kulturellen Schatten der Bundeshauptstadt. Und heute können wir mit Stolz sagen: Wir sind ein sehr gutes Kulturland geworden, das anerkannt, weltoffen und sehr vielfältig ist. All das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von 40 Jahren Arbeit, mutigen Entscheidungen und Menschen, die bereit waren, etwas weiterzubringen, aufzubauen und vor allem auch Verantwortung zu übernehmen. Einer davon ist Cornelius Grupp, der uns über die letzten Jahrzehnte immer begleitet hat – sowohl wirtschaftlich als auch kulturell. Er ist einer, der unglaublich mitangepackt und zur Entwicklung zum Kulturland beigetragen hat. Vielen herzlichen Dank dafür.“
Mit St. Pölten wurde vor 40 Jahren ein neuer Mittelpunkt Niederösterreichs gefunden. Von diesem Mittelpunkt seien, so die Landeshauptfrau, viele Impulse ausgegangen, darunter auch zahlreiche kulturelle. „Wenn man heute in Niederösterreich unterwegs ist, spürt man Kunst und Kultur an allen Ecken und Enden. Nicht nur auf den großen Bühnen, sondern in unseren Gemeinden, Vereinen, Museen, Musikschulen und bei zahlreichen kulturellen Projekten und Initiativen und selbstverständlich auch hier am ehemaligen Glanzstoff-Industrie-Areal“, unterstrich sie. „Gerade Kunst und Kultur haben unser Land noch liebens- und lebenswerter gemacht, haben uns noch mehr Stolz verliehen und unsere Identität gestärkt. Kunst und Kultur bringen bei uns die Menschen zusammen – hier trifft man sich, hier tauscht man sich aus und kann unglaublich gut in Kultur eintauchen.“
Cornelius Grupp sprach von einem besonderen Werk am Wasserturm und bezeichnete Künstler Martin Walde als einen der Besten. Zum Kunstwerk sagte Grupp: „Es muss etwas Bleibendes, Werthaltiges sein, ohne die Leistung vergangener Generationen zu vergessen oder gar bewusst in die Vergangenheit zu drängen.“
Jahrzehntelang prägten die Türme der Glanzstoff-Fabrik die Silhouette des Industriegebiets von St. Pölten. Seit 2017 werden diese Wahrzeichen zu Orten der Kunst: mit Brigitte Kowanz’ nachts leuchtendem „Fountain“ und seit gestern auch mit Martin Waldes „Luftlinie“.
Mit seiner „Luftlinie“ erinnert Künstler Walde an die hier ehemals produzierten Fäden. Zugleich ist die Linie als eines der Grundthemen der bildenden Kunst ein zentrales Motiv seines Gesamtwerks. Seit mehr als vier Jahrzehnten verbindet Martin Walde experimentelle Forschungen mit Skulpturen und Installationen. Eine Konstante seiner Werke ist die Linie im Raum. Die St. Pöltner „Luftlinie“ folgt keinem Zweck und hat keine praktische Funktion. Man mag an einen Vogel denken, der den Turm umkreist. Oder an eine Gedankenlinie, die den Turm erkundet. Walde sagte dazu: „Es ist ein Spiel mit historischer Architektur und zeitgenössischer Kunst. Und dieses Spiel ist diese Linie.“
Weitere Bilder

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit Künstler Martin Walde und Cornelius Grupp vor den „Luftlinien“.
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