Hitze, Trockenheit, Starkregen oder Hochwasser können Standorte, Arbeitsplätze, Produktionsabläufe und Lieferketten erheblich beeinträchtigen. Das Land Niederösterreich und die Wirtschaftskammer Niederösterreich haben deshalb seit Mitte September die Ökologische Betriebsberatung um den neuen Schwerpunkt Klimawandelanpassung erweitert. Unternehmen erhalten damit geförderte Unterstützung, um ihre Risiken zu erkennen und konkrete Vorsorgemaßnahmen zu entwickeln.
„Niederösterreich ist ein starker Wirtschaftsstandort. Damit das auch in Zukunft so bleibt, müssen wir uns auf veränderte klimatische Bedingungen einstellen. Wer rechtzeitig vorsorgt, schützt Betriebe, Arbeitsplätze und unsere Gemeinden. Mit dem neuen Beratungsangebot geben wir unseren Unternehmen konkrete Unterstützung an die Hand – praxisnah, gefördert und direkt am jeweiligen Standort“, betont Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.
„Die Folgen des Klimawandels sind längst auch in Niederösterreich spürbar, das zeigen Hochwässer genauso wie Hitze und Trockenheit. Deshalb habe ich unter anderem den Auftrag gegeben, massiv in den Ausbau der Wasserversorgung zu investieren. Gleichzeitig unterstützen wir Unternehmen ebenso wie Gemeinden dabei, Risiken zu erkennen und wirksame Maßnahmen umzusetzen. Ich möchte ihnen das Leben leichter machen, damit sie erfolgreich wirtschaften und unser Land an die Spitze bringen können“, erklärt LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf.
„Für unsere Betriebe ist Klimawandelanpassung keine abstrakte Frage. Es geht ganz konkret um sichere Standorte, funktionierende Abläufe und den Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wer seine Risiken kennt, kann rechtzeitig handeln und Schäden sowie Ausfallzeiten vermeiden. Genau dabei setzt die neue Beratung an“, sagt WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker.
Die Kurzberatung dient als erster Risiko-Check: Gemeinsam mit Expertinnen und Experten wird erhoben, wie stark der Betrieb durch Hitze, Trockenheit, Starkregen, Hagel oder Hochwasser betroffen sein kann. Betrachtet werden der Betriebsstandort, Gebäude und Infrastruktur, Mitarbeitende, Geschäftsprozesse und Lieferketten. Ziel ist es, erste Handlungsfelder und einen möglichen weiteren Beratungsbedarf festzustellen. Bis zu acht Beratungsstunden werden zu hundert Prozent gefördert; der Stundensatz beträgt 110 Euro exklusive Umsatzsteuer.
Die Schwerpunktberatung ermöglicht eine vertiefende Klimarisikoanalyse oder die Ausarbeitung einer konkreten Einzelmaßnahme – etwa eines Hitzeschutzplans für einen Betriebsstandort. Aus den Ergebnissen werden geeignete Anpassungsmaßnahmen und ein grober Maßnahmenplan abgeleitet. Gefördert werden bis zu 20 Beratungsstunden mit maximal 55 Euro pro Stunde exklusive Umsatzsteuer.
Mögliche Maßnahmen reichen von Hochwasser- und Starkregenschutz über Begrünung, Verschattung, Entsiegelung und Regenwassermanagement bis zur Anpassung von Arbeitsplätzen, Arbeitszeiten und kritischen Betriebs- oder Lieferprozessen. Viele davon lassen sich mit ohnehin geplanten Investitionen oder Sanierungen verbinden.
Die neue Schiene baut auf der etablierten Ökologischen Betriebsberatung von Land NÖ und WKNÖ auf. Im Jahr 2025 wurden 478 Beratungen mit einem Fördervolumen von insgesamt 815.000 Euro durchgeführt. Die große Nachfrage zeigt, dass die Betriebe konkrete Begleitung bei ökologischen und wirtschaftlichen Zukunftsfragen annehmen.
Weitere Informationen: Wirtschaftskammer Niederösterreich, Pressesprecher Romand Vonderhaid, Telefon: 02742/851-11103, E-Mail: roman.vonderhaid@wknoe.at oder kammerleitung@wknoe.at
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