23.11.2020 | 11:04

EU-Radar: 8 von 10 Niederösterreicher befürworten grenzüberschreitende Kooperationen im Gesundheitsbereich

Eichtinger/Filzmaier: Niederösterreich nimmt eine Vorreiterrolle ein

„Wenn es um grenzüberschreitende Kooperationen im Gesundheitswesen geht, nimmt Niederösterreich eine Vorreiterrolle ein“, betont NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Martin Eichtinger. Ausgehend von Projekten der Initiative „Healthacross“ gibt es mittlerweile in verschiedenen Bereichen eine Zusammenarbeit mit der Tschechischen Republik, der Slowakei und Ungarn.

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Gesundheitsversorgung in der EU war auch Thema der Studie „EU-Radar“ des Institutes für Strategieanalysen (ISA). „8 von 10 Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher halten eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Gesundheitsversorgung in der EU für sinnvoll und befürworten es. Wir müssen europäische Gesundheitsregionen fördern, um die wohnortnahe medizinische Versorgung der Bevölkerung im Grenzraum zu verbessern. Das stärkt auch die lokalen Strukturen, bringt Wertschöpfung und sichert Arbeitsplätze in der Region“, so Eichtinger.

Zu den grenzüberschreitenden Kooperationen zählen etwa der grenzüberschreitende Rettungsdienst oder das europaweit erste grenzüberschreitende Gesundheitszentrum in Gmünd, „das derzeit mit EU-Unterstützung gebaut wird“, so Eichtinger und weiter: „Obwohl es erst im Herbst 2021 eröffnet, hat ein Drittel der Niederösterreicher bereits davon gehört. Unter den Waldviertlerinnen und Waldviertlern kennt fast die Hälfte der Bevölkerung, 48 Prozent, das Projekt.“

Selbst Kritikerinnen und Kritiker der EU-Mitgliedschaft sind mit in Summe 67 Prozent klar mehrheitlich für eine Zusammenarbeit. „Die Mitgliedschaft Österreichs in der EU halten die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher nach wie vor mehrheitlich für eine gute Sache. Eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Gesundheitsfragen - in Covid-19-Zeiten und auch abseits davon - bewerten die Befragten noch deutlich positiver, zwei Drittel bis vier Fünftel stimmen entsprechenden Aussagen zu", erläutert Peter Filzmaier vom Institut für Strategieanalysen. Ein weiteres Ergebnis der Studie: Die direkte Zusammenarbeit zwischen Österreich und Tschechien sowie der Slowakei in der Pandemie halten 43 Prozent für sehr gut und eher gut, 30 Prozent trauen sich kein Urteil zu.

Angesichts der anhaltenden COVID-19-Pandemie hat die Europäische Kommission Mitte November 2020 eine Reihe von Vorschlägen als ersten Schritt zum Aufbau einer stärkeren europäischen Zusammenarbeit in Gesundheitsbereich vorgeschlagen. Mit dem eigenständigen Gesundheitsprogramm „EU4Health“ soll die Widerstandsfähigkeit der Gesundheitssysteme gestärkt, die Koordination im Bereich der öffentlichen Gesundheit verbessert und das gemeinsame EU-Krisenmanagement gefördert werden.

Die Verordnung für ernsthafte grenzüberschreitende Gesundheitsgefahren sieht bei den geplanten Vorbereitungs- und Reaktionsplänen im Falle einer Pandemie auch eine interregionale Dimension vor. Als Vorbild hierfür dient das NÖ-Modell von Healthacross und die aus Kommissarin Stella Kyriakides Sicht hervorragende Vorreiterrolle Niederösterreichs in der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung. „Mit unserer grenzüberschreitenden Gesundheits-Initiative ,Healthacross‘ nimmt Niederösterreich eine Vorreiterrolle in Europa ein, die nun bei der Umsetzung des EU4Health-Programms integriert werden soll“, betont Eichtinger.

Nähere Informationen: Christine Haiderer, Bakk. Phil., Kommunikation NÖGUS, Telefon +43 (0) 2742 9005 DW 16536, bzw. +43 (0) 676 / 812 165 36, E-Mail christine.haiderer@noel.gv.at

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