Kontaktpersonen & Contact Tracing

Kontaktpersonen

Hoch-Risiko-Kontaktpersonen - KP1

Niedrig-Risiko-Kontaktpersonen – KP2

Was ist Contact Tracing?

Wie läuft das Contact Tracing bei den NÖ Behörden ab?

Warum ist das Contact-Tracing so wichtig?

Wo finde ich weitere Informationen zum Contact Tracing und zu Kontaktpersonen?


Kontaktpersonen

Kontaktpersonen sind Personen, die während der Zeitperiode der Ansteckungsfähigkeit Kontakt zu einem bestätigten SARS-CoV-2-Fall hatten.

Ansteckungsfähigkeit (Kontagiösität) besteht in der Regel 48 Stunden vor Erkrankungsbeginn bis 14 Tage nach Erkrankungsbeginn bzw. bei asymptomatischen Fällen 48 Stunden vor bis 14 Tage nach Probenentnahme, welche zum positiven Testergebnis geführt hat. Bei schwerer oder andauernder Symptomatik kann die infektiöse Periode gegebenenfalls auch länger dauern.

Abhängig von der Intensität des Kontakts (Dauer, Distanz, Umgebungssituation, ergriffene Schutzmaßnahmen) und einer allfällig bestehenden Immunisierung wird unterschieden zwischen Personen, bei denen ein hohes Ansteckungsrisiko besteht (Hoch-Risiko-Kontaktpersonen – KP1) und Personen, bei denen ein niedriges Ansteckungsrisiko besteht (Niedrig-Risiko-Kontaktpersonen – KP2).


Hoch-Risiko-Kontaktpersonen – KP1

Der Kategorie I (Hoch-Risiko-Exposition) werden vor allem Personen zugeordnet, die

  • kumulativ für 15 Minuten oder länger in einer Entfernung ≤ 2 Meter Kontakt von Angesicht zu Angesicht mit einem bestätigten Fall hatten (insbes. Haushaltskontakte)
  • sich im selben Raum (z.B. Klassenzimmer, Besprechungsraum, Räume einer Gesundheitseinrichtung) mit einem bestätigten Fall in einer Entfernung ≤ 2 Meter für 15 Minuten oder länger aufgehalten haben
  • unabhängig von der Entfernung mit hoher Wahrscheinlichkeit einer relevanten Konzentration von Aerosolen ausgesetzt waren (z.B. Feiern, gemeinsames Singen oder Sport in Innenräumen) oder ungeschützten, direkten Kontakt mit infektiösen Sekreten eines bestätigten Falles hatten
  • direkten physischen Kontakt (z.B. Hände schütteln) mit einem bestätigten Fall hatten

Aufgrund des hohen Ansteckungsrisikos wird bei Hoch-Risiko-Kontaktpersonen in der Regel durch die Gesundheitsbehörde mit Bescheid eine Absonderung am Wohnort angeordnet. Behördlich abgesonderte Personen müssen sich für zehn Tage ab dem letzten Kontakt mit der infizierten Person in Quarantäne begeben, um für den Fall einer tatsächlichen Ansteckung eine Weiterverbreitung des Virus einzudämmen. Nach fünf Tagen besteht die Möglichkeit einer Freitestung von der behördlich angeordneten Absonderung mittels eines in einer behördlichen Teststation durchgeführten PCR-Tests. Ist das Testergebnis negativ kann die Absonderung vorzeitig beendet werden.

Bei Hoch-Risiko-Kontaktpersonen, die mit der infizierten Person in einem gemeinsamen Haushalt leben und bei denen daher eine Ansteckung über einen längeren Zeitraum (bis zur Genesung der erkrankten Person) erfolgen kann, ist das Datum des Letztkontakts kaum festzulegen, da im Haushalt laufend Kontakt besteht. Nicht immunisierte Haushaltsangehörige werden daher nicht für eine Dauer von zehn Tagen ab dem Letztkontakt abgesondert, sondern für zehn Tage ab positiver Testung der erkrankten Person. Während der Absonderung als Haushaltsangehöriger sind verpflichtende PCR-Testungen in den behördlichen Teststraßen durchführen zu lassen. Eine vorzeitige Freitestmöglichkeit besteht aufgrund der längeren Ansteckungsmöglichkeit für Haushaltsangehörige nicht. 

Personen, die engen Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatten, aber seitens der Gesundheitsbehörde noch nicht kontaktiert wurden, können sich über folgendes Online-Formular melden:

Ich bin Kontaktperson


Für die Zeit einer mittels Bescheid der Gesundheitsbehörde angeordneten Absonderung kann unter gewissen Voraussetzungen eine Vergütung nach dem Epidemiegesetz beantragt werden.

Niedrig-Risiko-Kontaktpersonen – KP2

Der Kategorie II (Niedrig-Risiko-Exposition) werden vor allem Personen zugeordnet, die

  • kumulativ für kürzer als 15 Minuten in einer Entfernung ≤ 2 Meter Kontakt von Angesicht zu Angesicht mit einem bestätigten Fall hatten
  • sich im selben Raum (z.B. Klassenzimmer, Besprechungsraum, Räume einer Gesundheitseinrichtung) mit einem bestätigten Fall in einer Entfernung > 2 Metern für 15 Minuten oder länger oder in einer Entfernung von ≤ 2 Metern für kürzer als 15 Minuten aufgehalten haben.

Gemäß der Richtlinie des Gesundheitsministeriums werden in der Regel auch folgende Personen mit einer Hoch-Risiko-Exposition auf KP2 herabgestuft:

  • Geimpfte
  • Genesene
  • Personen, die beim Kontakt zum bestätigten Fall geeignete und nachvollziehbar korrekt umgesetzte Maßnahmen zur Minimierung des Infektionsrisikos (z. B. Trennwand, beidseitiges Tragen eines FFP2-Maske bzw. eines MNS bei Kindern von 6-14 Jahren) angewandt hatten

Als Geimpfte gelten mit von der EMA zentral zugelassenen Impfstoffen geimpfte Personen in folgenden Zeitfenstern:

  • Erstimmunisierung: Impfstoffunabhängig ab dem 14. Tag bis 9 Monate nach der 2. Dosis
  • Bei Impfung nach Genesung: ab dem 14. Tag bis 9 Monate nach einmaliger Impfung
  • Bei weiterer Impfung: unmittelbar nach Impfung bis 12 Monate danach

Als Genesene gelten Personen, die innerhalb der letzten 6 Monate mittels eines molekularbiologischen Tests auf SARS-CoV-2 positiv getestet wurden.

Bei Niedrig-Risiko-Kontaktpersonen wird von keinem hohen Ansteckungsrisiko ausgegangen. Sie müssen sich nicht in Quarantäne begeben. Ihnen wird allerdings empfohlen den Gesundheitszustand zu beobachten und weitere Maßnahmen einzuhalten. Bei Notwendigkeit können Niedrig-Risiko-Kontaktpersonen auch mittels Bescheid verkehrsbeschränkt werden.

Was ist Contact Tracing?

Als Contact Tracing (Kontaktpersonenverfolgung) wird die Nachverfolgung der Personen, zu welchen eine an COVID-19 erkrankte Person Kontakt hatte und die sich möglicherweise angesteckt haben könnten, bezeichnet.

Wie läuft das Contact Tracing bei den NÖ Behörden ab?

Wenn die niederösterreichischen Gesundheitsbehörden (Bezirkshauptmannschaft oder Magistrat) Kenntnis von einer COVID-19 Erkrankung erhalten, startet das Contact-Tracing.

Die positiv getestete Person wird zunächst von der Gesundheitsbehörde aufgefordert, ein Kontaktpersonen-Formular auszufüllen und anzugeben, mit welchen  Personen in den letzten 48 Stunden (bei Mutationen: in den letzten 96 Stunden) vor der Probenahme oder bei symptomatischen Personen vor Symptombeginn ein Kontakt stattgefunden hat. In dem Formular ist auch anzukreuzen, ob der Kontakt länger oder kürzer gedauert hat, ob ein Abstand von 2 Metern eingehalten wurde, ob Schutzmaßnahmen eingehalten wurden, etc.. Dieses Formular muss wahrheitsgemäß ausgefüllt werden und möglichst rasch an die Gesundheitsbehörde übermittelt werden (z.B. per E-Mail).

Die Gesundheitsbehörde stellt dann anhand der Daten fest, ob bei den angegebenen Personen ein hohes Ansteckungsrisiko („Kontaktperson 1“ bzw. „K1“) oder ein niedriges Ansteckungsrisiko („Kontaktperson 2“ bzw. „K2“) besteht. Wenn zur Abklärung weitere Informationen erforderlich sind, werden die positiv getestete Person und/oder die angegebenen Kontaktpersonen auch telefonisch von der Gesundheitsbehörde kontaktiert. Wenn die Kontaktperson in einem anderen Verwaltungsbezirk wohnt als die an COVID-19 erkrankte Person werden die Daten von der Gesundheitsbehörde der erkrankten Person an die Gesundheitsbehörde der Kontaktperson weitergeleitet.

Ich melde meine Kontaktpersonen

 

Warum ist das Contact-Tracing so wichtig?

Die NÖ Gesundheitsbehörden vollziehen das Contact Tracing, um die Ausbreitung der Pandemie möglichst gering zu halten. Hier spielt insbesondere auch der zeitliche Faktor eine Rolle – je schneller eine Kontaktperson eruiert und abgesondert werden kann, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Person das Virus unbewusst weiterverbreiten kann.

Je geringer die Neuinfektionsrate gehalten werden kann, umso weniger muss durch generelle Einschränkungen in den Alltag von uns allen eingegriffen werden.

Wo finde ich weitere Informationen zum Contact Tracing und zu Kontaktpersonen?

Umfangreiche Informationen zur bundesweiten Teststrategie und zum Umgang mit Kontaktpersonen werden auf der Webseite des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz unter „Informationen zum Coronavirus“ -„Fachinformationen“ zur Verfügung gestellt.


Ihre Kontaktstelle des Landes

Zuständig ist Ihre örtliche Bezirksverwaltungsbehörde als Gesundheitsbehörde. Klicken Sie hier, um zu einer Liste aller Gesundheitsbehörden zu gelangen.  NÖ Corona-Hotline: 02742 / 9005 -14300 
E-Mail: noe-coronainfo@noel.gv.at
Letzte Änderung dieser Seite: 25.11.2021
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