Im Zusammenhang mit der NÖ Landesausstellung 2026 wurden gestern, Mittwoch, im LK Mauer zwei Publikationen präsentiert, die sich mit der Geschichte, Architektur und den menschlichen Schicksalen dieses Ortes auseinandersetzen. Die Bücher „Menschen und Denkmale. Landesklinikum Mauer. Ort zur seelischen Gesundung“ sowie „Irre, wer wolle. Das verrückte Leben des Josef Karl Rädler“ eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf das traditionsreiche Areal sowie die Entwicklung der psychiatrischen Versorgung in Niederösterreich.
Landesrat Anton Kasser sagte im Zuge der Präsentation: „Als Landesrat für Kliniken freut es mich, einen Ort mit so viel Geschichte wie das LK Mauer als Beispiel für das Verständnis für psychische Gesundheit im Wandel der Zeit hervorheben zu können, so wie es auch in den beiden präsentierten Büchern thematisiert wird.“
Wissenschaftliche Expertise boten Caroline Jäger-Klein, Universitätsprofessorin für Architekturgeschichte an der Technischen Universität Wien, wie auch Wolfgang Krug von den Landessammlungen Niederösterreich. Musikalisch begleitet wurde die Buchpräsentation von dem „Duo Minerva“.
Die reich illustrierte Publikation „Menschen und Denkmale. Landesklinikum Mauer. Ort zur seelischen Gesundung“ stellt das LK Amstetten-Mauer vor, das um 1900 eine neue Ära im Umgang mit psychischen Erkrankungen eröffnete. Errichtet zwischen 1898 und 1902 als „Kaiser Franz Joseph-Landes-Heil- und Pflegeanstalt Mauer-Öhling“, zählt es zu den bedeutendsten Bauwerken des Jugendstils in Niederösterreich. Neben der architektonischen Bedeutung beleuchtet die Publikation auch bislang wenig bekannte Bereiche wie das „Pflegedorf“ oder den „Anstaltsprater“ und setzt sich ebenso mit der bedrückenden Zeit des Nationalsozialismus auseinander. Im Vorfeld der NÖ Landesausstellung 2026 erfolgten umfassende Sanierungs- und Umbauarbeiten, die beispielhaft zeigen, dass zeitgemäße Denkmalpflege und eine moderne Nutzung miteinander verbunden werden können.
Die aktuelle Ausgabe zum Landesklinikum Mauer ist Teil der Buchreihe „Menschen und Denkmale“. Die nun schon sechs Publikationen umfassende Reihe widmet sich seit 2015 herausragenden Bauwerken und Sanierungsprojekten in Niederösterreich und beleuchtet die Erforschung, Restaurierung und zeitgemäße Nutzung dieser historischen Gebäude sowie die Geschichten ihrer Bauherren und Nutzerinnen und Nutzer. Die bislang erschienenen Bände dokumentieren eindrucksvoll, wie kulturelles Erbe bewahrt und zugleich in die Gegenwart überführt werden kann.
Das Buch „Irre, wer wolle. Das verrückte Leben des Josef Karl Rädler“ erzählt die bewegende Lebensgeschichte des Künstlers Josef Karl Rädler. Rädler war ein erfolgreicher Wiener Porzellanmaler, bis er im Jahr 1893 – auf Grundlage des Gutachtens eines einzigen Arztes – in psychiatrische Betreuung eingewiesen wurde. Für rund 24 Jahre blieb er in Anstalten untergebracht, zunächst in Wien und später in Mauer-Öhling. Dort schuf er ein beeindruckendes, durch zahlreiche Texte angereichertes malerisches Werk, in dem er sich mit seinem Alltag und seinen Mitpatienten auseinandersetzte und seine Gedankenwelt offenbarte. Die wissenschaftliche Aufarbeitung des in den Landessammlungen Niederösterreich befindlichen umfangreichen Bestandes an Rädler-Blättern ermöglicht nun erstmals einen umfassenden Blick auf sein Leben, seine künstlerische Entwicklung sowie die Umstände seiner Einweisung. Die bebilderte Publikation würdigt Rädlers Werk, das heute international in bedeutenden Art-Brut-Sammlungen vertreten ist.
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