48 Jahre nach der Volksabstimmung Zwentendorf
Herausforderungen verbinden damals und heute!
Vor 48 Jahren haben gerade einmal 30.068 Stimmen den Ausschlag für die wichtigste Entscheidung der österreichischen Energiepolitik gegeben. Damit wurde der Weg in Richtung nachhaltige Energieversorgung in Österreich schon frühzeitig geebnet, zu einer Zeit als noch zahlreiche Atomkraftwerke in Europa geplant und gebaut wurden.
Auch 48 Jahre nach der Volksabstimmung gibt es weiterhin genügend Anlass, entschieden gegen Atomkraft aufzutreten. Ausgelöst durch die Energie- und Klimakrise erleben wir derzeit in Europa eine Renaissance der Kernenergie.
Unsere Nachbarländer setzen verstärkt auf den Ausbau der Kernenergie sowie auf die Förderung neuer Technologien, wie die Entwicklung und den Bau von kleinen modularen Reaktoren (SMR). Begründet wird dies vor allem mit Versorgungssicherheit aufgrund des steigenden Strombedarfs durch KI und E-Mobilität und dem Erreichen der Klimaziele bis 2040. Kritische Stimmen – wie auch das Land Niederösterreich – verweisen jedoch auf hohe Kosten, lange Bauzeiten sowie Sicherheits- und Entsorgungsrisiken der Atomenergie.
Die im Jahr 2022 beschlossene EU-Taxonomie-Verordnung stuft Kernenergie unter bestimmten Bedingungen als „grüne“ Übergangstechnologie ein und ermöglicht damit entsprechende Investitionen.
Im Zuge der Reform des europäischen Strommarktes im Jahr 2024 spielt die Nutzung sogenannter Differenzverträge („Contracts for Difference“, CfD) eine zentrale Rolle. Diese Instrumente sollen Investitionen in neue Stromerzeugungsanlagen unterstützen, indem sie einen stabilen Mindestpreis pro erzeugter Megawattstunde garantieren. Sie werden zwar primär zur Förderung erneuerbarer Energien eingesetzt, können jedoch unter bestimmten Rahmenbedingungen auch für Kernenergie angewendet werden und so zu einer staatlich abgesicherten Finanzierung von Atomkraft führen.
Niederösterreich hält an seinem eingeschlagenen Weg fest und ist überzeugt: Atomkraft ist keine nachhaltige Lösung für künftige energie- und klimapolitische Herausforderungen. Entsprechend lehnt Niederösterreich deren Subventionierung und weiteren Ausbau klar ab und setzt sich laufend für eine zukunftsfähige Energieversorgung ohne Atomkraft ein.
Ihr Kontakt zum Thema Anti-Atomkoordination
Abteilung Umwelt- und Anlagentechnik Landhausplatz 1, Haus 13 3109 St. Pölten E-Mail: post.bd4@noel.gv.at
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