04.12.2020 | 09:54

Testbetrieb abgeschlossen: „cityjet eco“ sparte bereits 140 Tonnen CO2 ein

LR Schleritzko: „NÖ könnte fast ein Viertel der CO2-Emissionen im Bahnverkehr einsparen“

Der elektro-hybride Batteriezug Desiro ML von Siemens Mobility ist als Pilotprojekt „Cityjet eco“ bei den ÖBB seit mehr als 15 Monaten problemlos für die heimischen Fahrgäste unterwegs. In diesem Zeitraum hat er auf Haupt- und Nebenstrecken mehr als 50.000 Kilometer im reinen Batteriemodus zurückgelegt. „Der neuartige Akkuzug hat in dieser Zeit bereits 140 Tonnen CO2 gespart. Berechnungen der FH St. Pölten zeigen, dass durch einen flächendeckenden Einsatz des „Cityjet eco“ die CO2-Emissionen im niederösterreichischen Schienenpersonenverkehr bis 2030 um 24 Prozent reduziert werden können. Wir werden deshalb das Gespräch mit den Partnern im Bund suchen, um die richtige Mischung aus Strecken-Elektrifizierungen und Einsatz des Akkuzugs zu finden“, kündigt Niederösterreichs Mobilitäts-Landesrat Ludwig Schleritzko an.

Der Zug wurde von Siemens Mobility speziell für die Anforderungen des österreichischen Streckennetzes entwickelt und hat als europaweit erster elektro-hybrider Zug im Sommer 2019 die uneingeschränkte behördliche Zulassung erhalten. „Fahrgäste wie etwa Schüler und Pendler profitieren, weil erstmals ländliche Regionen mit nicht-elektrifizierten Bahnstrecken an die großen Ballungsräume wie etwa Wien angebunden werden können, ohne dabei umsteigen zu müssen. Der Desiro ML ‚Cityjet eco‘ hat mit Niederflur-Einstiegen, Klimaanlage und WLAN im Zug sowie anderen Annehmlichkeiten jenen hohen Fahrkomfort auf die Nebenbahnstrecken gebracht, den man bisher nur auf Hauptstrecken erleben konnte“, erklärt Franz Proksch, Direktor der Siemens-Niederlassung St. Pölten.

Proksch verweist dabei auch auf wirtschaftliche Vorteile der sofortig ausgetesteten Verfügbarkeit des Cityjet eco: „Setzt man auf diesen alternativen Antrieb, wird automatisch der Aufwand in der Flottenplanung und -disposition vereinfacht. Beispielsweise können durch den homogenen Fahrzeugtyp innovative Flügelkonzepte realisiert werden. Zusätzlich senken einheitliche Wartungskonzepte die Lebenszykluskosten der Gesamtflotte, was in Folge betriebswirtschaftliche Vorteile für die Bahn und auch niedrigere Kosten für die Besteller der Verkehrsdienste bedeutet.“

Der Zug fährt auf den Hauptstrecken mit Strom aus der Fahrleitung, schon während der Fahrt lädt er seine Batterien auf. Bei Fahrten auf nicht-elektrifizierten Strecken bezieht er den Strom aus seinen Batteriespeichern. Die Reichweite des Desiro ML „Cityjet eco“ beträgt mindestens 90 Kilometer, was für Anwendungsfälle in Österreichs Streckennetz optimal ist. Im Bedarfsfall fährt der Zug unterstützt von kompakten Schnellladestationen auch längere Strecken.

Das Gemeinschaftsprojekt von Siemens Mobility und ÖBB wurde im Herbst 2018 gestartet, um den öffentlichen Personennahverkehr noch umweltfreundlicher zu gestalten. Batteriehybride Züge wurden bei Siemens bereits von der Landesanstalt Schienenfahrzeuge Baden-Württemberg (SFBW) bestellt. Die 20 Züge vom Typ Mireo Plus B werden als zweiteilige elektrische Triebzüge ab Dezember 2023 im regionalen Schienenverkehr im Netz 8 Ortenau eingesetzt.

Weitere Informationen: Büro LR Schleritzko, Florian Krumböck, BA, Telefon 02742/9005-13546, E-Mail florian.krumboeck@noel.gv.at bzw. Siemens Mobility Austria, Michael Braun, Leitung Media Relations Österreich, Schweiz und CEE, Telefon: +43 664 8855 7175, E-Mail: michael.braun.at@siemens.com

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