Beyond Gravity Austria, Österreichs größter Raumfahrtzulieferer, erweitert seine Produktionsstätte in Berndorf. Auf einer verdoppelten Produktionsfläche werden neben Thermalisolation für Satelliten und Trägerraketen zukünftig auch Weltraummechanismen in Berndorf hergestellt. Das Unternehmen schafft 50 neue Industriearbeitsplätze.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner freut sich: „Weltraumprodukte aus Niederösterreich sind weltweit stark nachgefragt. Es freut mich, dass der Raumfahrtcluster im weiten Land weiterwächst und Beyond Gravity nun auch Weltraummechanismen im Triestingtal produziert. Schon jetzt wird fast jeder europäische ESA-Satellit von Thermalschutz aus Berndorf vor der extremen Kälte und Hitze im All geschützt. Europas größte Rakete, die Ariane 6, verlässt sich auf Hochtemperaturisolation aus Berndorf. Mit Firmen wie Beyond Gravity greift Niederösterreich nach den Sternen.“
Wegen der großen internationalen Nachfrage nach Weltraumprodukten von Beyond Gravity Austria erweitert Österreichs größtes Weltraumunternehmen seinen Produktionsstandort in Berndorf (Bezirk Baden). „Um 4,5 Millionen Euro wird die Produktionsfläche auf rund 5.000 Quadratmeter verdoppelt und mit einem neuen Maschinenpark ausgestattet“, sagt Dr. Barbara Frei-Spreiter, CEO des internationalen Weltraumzulieferers Beyond Gravity mit Konzernsitz in Zürich. Die Fertigstellung der Arbeiten ist für Frühjahr 2027 geplant. Beyond Gravity mietet neben seiner bestehender Produktionsfläche eine Nachbarhalle der Berndorf AG auf deren Industriepark. Neben Thermalisolation für Satelliten und Trägerraketen sowie Isolation für den Medizinbereich werden zukünftig auch Weltraummechanismen in Berndorf hergestellt. „Der Raumfahrtmarkt boomt. Wir sehen eine enorm hohe Nachfrage nach Hochtechnologie von uns, speziell aus den USA und Europa. Wir wachsen daher in den nächsten drei Jahren um mehr als 20 Prozent“, so Wolfgang Pawlinetz und Kurt Kober, die beiden Geschäftsführer von Beyond Gravity Austria mit Hauptsitz in Wien-Meidling.
Pawlinetz leitet das Thermal- und Mechanismengeschäft des Unternehmens und ergänzt: „Wir haben im vergangenen Jahr einen bedeutenden Auftrag erhalten, um Steuermechanismen für elektrische Triebwerke von Telekommunikationssatelliten zu bauen. Die Serienfertigung für dieses Projekt sowie für weitere Aufträge internationaler Kunde erfolgen zukünftig in Berndorf. Kleinere Serien bauen wir weiter in unserem 2024 neu eröffneten Wiener Reinraum für Steuermechanismen.“ Ebenso erfolgt am Stammsitz in Wien-Meidling wie schon bisher die Entwicklung und das Design aller thermischen und mechanischen Produkte. „Aktuell beschäftigen wir in Berndorf rund 30 Personen. Mit dem Ausbau schaffen wir in den nächsten drei Jahren 50 neue, hochwertige Industriearbeitsplätze“, sagt Wolfgang Pawlinetz und ergänzt: „Wir bauen in Berndorf den größten Weltraum-Reinraum Österreichs.“ Ein Reinraum ist ein hochreiner Produktionsraum für die Herstellung etwa von Raumfahrtkomponenten.
Innovations- und Weltraumminister Peter Hanke: „Weltraumtechnologie ist aus einer modernen Gesellschaft nicht wegzudenken, etwa für Kommunikation oder Mobilität. Ob Züge, Autos oder Flugzeuge: Sie alle verlassen sich auf präzise Positionsdaten von Satelliten im Weltall. Die Raumfahrtindustrie zählt zu den am stärksten wachsenden heimischen Wirtschaftssektoren. Sie ist daher auch eine von neun Schlüsseltechnologien und Stärkefeldern der österreichischen Industriestrategie. Deshalb war es mir ein Anliegen, den Beitrag Österreichs zur Europäischen Weltraumorganisation ESA von 260 auf 340 Millionen Euro zu erhöhen.“
Josef Aschbacher, Generaldirektor der europäischen Raumfahrtagentur ESA: „Weltraumtechnologie gewinnt an geostrategischer Bedeutung. Es ist essenziell, dass wir in Europa ein starke, leistungsfähige Raumfahrtindustrie haben. Die starke internationale Nachfrage nach Steuermechanismen aus Österreich zeigt die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Raumfahrtindustrie.“
„Forschungsförderung wirkt. Beyond Gravity zeigt eindrucksvoll, wie aus technologischer Exzellenz industrielle Wertschöpfung in Österreich entsteht. Was mit ersten FFG-geförderten Entwicklungen im Bereich innovativer Steuermechanismen begonnen hat, entwickelt sich heute zu einer internationalen Erfolgsgeschichte – mit wachsender Nachfrage am globalen Raumfahrtmarkt und neuen hochqualifizierten Arbeitsplätzen in Österreich“, sagt Karin Tausz, Geschäftsführerin der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG.
Franz Viehböck, Vorstandsvorsitzender der Berndorf AG und einziger Österreicher, der im All war: „Als Österreichs einziger Raumfahrer bin ich hocherfreut, dass auf unserem Industriepark der Berndorf AG mit Beyond Gravity die Weltraumindustrie wächst und gedeiht. Raumfahrt ist eine Zukunftstechnologie des 21. Jahrhunderts, die enorm an Bedeutung zunimmt, sei es für Gesellschaft, Wirtschaft oder Sicherheit.“
Beyond Gravity Austria (vormals RUAG Space Austria) mit Sitz in Wien-Meidling ist mit rund 57 Millionen Euro Umsatz (2025) und rund 250 Mitarbeitenden das größte österreichische Weltraumtechnikunternehmen. Das Hochtechnologieunternehmen rüstet weltweit Satelliten und Trägerraketen mit Elektronik, Mechanik und Thermalisolation aus und hat eine Exportquote von rund 100 Prozent. Die Firma ist in Europa Marktführer bei Navigationsempfängern, Thermalisolation und Triebwerkssteuerungsmechanismen für Satelliten sowie in den USA für Spezialtransportsysteme für Satelliten. Als Spin-off der Weltraumaktivitäten produziert das Unternehmen Thermalisolation für Anwendungen auf der Erde, zum Beispiel für Magnetresonanztomographen in der Medizintechnik.
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