Österreichischer Abfallwirtschaftspreis „Phönix“ 2026 – NÖ Projekte in allen Kategorien ausgezeichnet
Am 25. März 2026 wurde der Abfallwirtschaftspreis „Phönix“ im Rahmen der Österreichischen Abfallwirtschaftstagung am Flughafen Wien-Schwechat verliehen. Projekte aus Niederösterreich setzten sich heuer in allen Kategorien durch und auch der Hauptpreis geht an ein niederösterreichisches Projekt.
"Phönix" - ein Preis, drei Kategorien
Alle zwei Jahre wird der Österreichische Abfallwirtschaftspreis namens „Phönix“ an besonders innovative und herausragende Projekte verliehen. Der renommierte Preis wird dabei in den drei Kategorien „Innovation“, „Kommunikation“ und „Best Project“ ausgeschrieben. In allen Disziplinen schafften es heuer niederösterreichische Projekte auf Platz eins. Der Hauptpreis ging 2026 an den Gemeindeverband für Abfallwirtschaft und Abgabeneinhebung (GVA) des Verwaltungsbezirks Hollabrunn, der mit seiner Einreichung „Abfallverband Hollabrunn – Spielerisch zum Recycling“, außerdem die Kategorie „Kommunikation“ für sich entscheiden konnte.
Mit 71 Einreichungen, 20 Prozent mehr als im Vorjahr, wurde dieses Jahr eine neue Rekordzahl erzielt. Die Jury unter dem Vorsitz von ÖWAV-Geschäftsführer Daniel Resch bewertete die eingereichten Projekte nach den Kriterien Innovationscharakter, abfallwirtschaftliche Relevanz und Praxistauglichkeit, wobei in jeder Kategorie ein erster sowie ein zweiter Preisträger bestimmt wurde. Erstmals gab es einen Gesamtsieger, der vom anwesenden Publikum während der Präsentation aller Projekte durch ein Online-Voting gewählt wurde. Die Gewinnerinnen und Gewinner erhielten ein Gesamtpreisgeld von 10.500 Euro, wobei auf den Hauptpreis 3.000 Euro entfielen.
Kurzvorstellung der ausgezeichneten Projekte
Kategorie „Innovation“
Der 1. Platz in dieser Kategorie ging an Brantner green solutions (Krems) für das Projekt „Weltneuheit: Brantner Glasy Anlage“. Dabei handelt es sich um die weltweit erste Anlage, die Glas aus den Rückständen der Müllverbrennung zurückgewinnt und wieder in den Kreislauf der Verpackungsglasindustrie zurückführt. In Österreich fallen jährlich rund 600.000 Tonnen Aschen und Schlacken aus der Müllverbrennung an. Sie enthalten bis zu 30 Prozent Glas, das bislang als untrennbarer Abfall deponiert werden musste. Nun wurde ein Verfahren entwickelt, das Glas mit einem Reinheitsgrad von 99,9999 Prozent aus Aschen und Schlacken zurückgewinnt.
Auf den 2. Platz kam die Einreichung „Christian Doppler Labor für Fortschrittliches Recycling von Lithium-Ionen-Batterien“ des Lehrstuhls für Nichteisenmetallurgie der Montanuniversität Leoben. Das CD-Labor entwickelt wissenschaftlich fundierte Verfahren, die die Ressourceneffizienz und Umweltbilanz des Batteriewertschöpfungskreislaufs verbessern.
Kategorie „Innovation“
Der 1. Platz in dieser Kategorie ging an Brantner green solutions (Krems) für das Projekt „Weltneuheit: Brantner Glasy Anlage“. Dabei handelt es sich um die weltweit erste Anlage, die Glas aus den Rückständen der Müllverbrennung zurückgewinnt und wieder in den Kreislauf der Verpackungsglasindustrie zurückführt. In Österreich fallen jährlich rund 600.000 Tonnen Aschen und Schlacken aus der Müllverbrennung an. Sie enthalten bis zu 30 Prozent Glas, das bislang als untrennbarer Abfall deponiert werden musste. Nun wurde ein Verfahren entwickelt, das Glas mit einem Reinheitsgrad von 99,9999 Prozent aus Aschen und Schlacken zurückgewinnt.
Auf den 2. Platz kam die Einreichung „Christian Doppler Labor für Fortschrittliches Recycling von Lithium-Ionen-Batterien“ des Lehrstuhls für Nichteisenmetallurgie der Montanuniversität Leoben. Das CD-Labor entwickelt wissenschaftlich fundierte Verfahren, die die Ressourceneffizienz und Umweltbilanz des Batteriewertschöpfungskreislaufs verbessern.
Kategorie „Kommunikation“
Der Gemeindeverband für Abfallwirtschaft und Abgabeneinhebung (GVA) im Verwaltungsbezirk Hollabrunn und seine Kampagne „Abfallverband Hollabrunn – Spielerisch zum Recycling“ sicherten sich den 1. Platz in dieser Kategorie sowie den „Phönix“-Hauptpreis 2026. Das Projekt „Abfallverband Hollabrunn – Spielerisch zum Recycling“, von jungen Menschen für junge Menschen entwickelt, gestaltete eine digitale Schnitzeljagd zur Aufklärung über die richtige Entsorgung von Elektroschrott. Ein besonderer Fokus liegt auf Lithium-Ionen-Akkus, die häufig falsch entsorgt werden und dadurch erhebliche Brandgefahren verursachen. Ziel des Projekts ist es, solchen Gefahrensituationen präventiv entgegenzuwirken und Umweltbewusstsein sowie Sicherheit zu fördern. Mithilfe der App „Actionbound“ wurde eine interaktive Schnitzeljagd erstellt, ergänzt durch spannend aufbereitete Lernvideos zum Thema Recycling. Durch gezielte Promotion soll umweltbewusstes Denken bei Kindern und Jugendlichen österreichweit nachhaltig gestärkt werden.
Den 2. Platz erreichte das Institut für Abfall- und Kreislaufwirtschaft der Universität für Bodenkultur Wien mit der Einreichung „GewissensBISS – geerntet.gekauft.gekübelt.“ Die Wanderausstellung „GewissensBISS“ der BOKU und der Tafel Österreich macht Lebensmittelabfall sichtbar und zeigt ganz Österreich, wie er vermieden werden kann. Sie setzt gezielt bei Schulen an, um die Multiplikatorwirkung über Lehrer:innen und Schüler:innen in Familien zu tragen – dorthin, wo der Großteil vermeidbarer Abfälle entsteht.
Kategorie „Best Project“
Mit dem Preis für das Beste Projekt sollen bereits umgesetzte Projekte, Verfahren, Anlagen oder Vorgehensweisen ausgezeichnet werden, welche den Beitrag der Abfallwirtschaft zur Kreislaufwirtschaft erhöhen.
Der 1. Platz ging an die GzG Gipsrecycling GmbH (Stockerau) für die Einreichung „Österreichs erste Gips-zu-Gips-Recyclinganlage“. Mit der Gründung der GzG Gipsrecycling GmbH setzen PORR, Saint-Gobain und Saubermacher einen neuen Standard für Kreislaufwirtschaft in der Bauindustrie. Das Joint Venture bringt die erste Gips-zu-Gips-Recyclinganlage Österreichs an den Start – ein Projekt, das Innovation und Verantwortung vereint. Die Anlage verarbeitet jährlich bis zu 60.000 Tonnen Gipsabfälle aus Rückbau und Abbruch und führt sie zurück in den Produktionskreislauf. Damit wird nicht nur die Deponierung vermieden, sondern auch ein entscheidender Beitrag zur Ressourcenschonung und CO₂-Reduktion geleistet.
Die Magistratsabteilung 28 – Straßenverwaltung und Straßenbau der Stadt Wien erreichte den 2. Platz mit der Einreichung „Vom Ausbau zum Wiedereinbau: Ressourcenschonung im Straßenbau.
Der „Phönix“ 2026
Der „Phönix“ ist eine Initiative des Bundesministeriums Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) und des Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverbands (ÖWAV). Unterstützt wird der „Phönix“ 2026 von den Ländern Niederösterreich, Oberösterreich und Steiermark, von der Altstoff Recycling Austria AG (ARA), der ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände, dem Fachverband Entsorgungs- und Ressourcenmanagement der WKO, der Kommunalkredit Public Consulting GmbH, dem Österreichischen Städtebund, dem Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) und der VÖA – Vereinigung öffentlicher Abfallwirtschaftsbetriebe.
weiterführende Links
Ihre Kontaktstelle des Landes für Abfallwirtschaft
Abt. Umwelt- und Energiewirtschaft Landhausplatz 1, Haus 16 3109 St. Pölten E-Mail: post.ru3@noel.gv.at
Tel: 02742/9005 - 14226
