27.09.2016 | 16:52

Bilanz der UVP-Stellungnahmen zum Ausbau des AKW Dukovany

LR Pernkopf: 63.680 Unterschriften - klares Bekenntnis gegen die Atomkraft

Mag. Christoph Urbanek, der NÖ Anti-Atomkoordinator, Umweltgemeinderätin Dr. Doris Polgar aus Breitenfurt und Umwelt-Landesrat Dr. Stephan Pernkopf präsentierten die Bilanz zur Stellungnahme zum UVP-Verfahren \"Neue Kernkraftanlage am Standort Dukovany, Tschechien\". (v.l.n.r.)
Mag. Christoph Urbanek, der NÖ Anti-Atomkoordinator, Umweltgemeinderätin Dr. Doris Polgar aus Breitenfurt und Umwelt-Landesrat Dr. Stephan Pernkopf präsentierten die Bilanz zur Stellungnahme zum UVP-Verfahren \"Neue Kernkraftanlage am Standort Dukovany, Tschechien\". (v.l.n.r.)© NLK Diese Datei steht nicht mehr zum Download zur Verfügung. Bild anfordern

Wie zu Beginn des Sommers bekannt worden sei, habe Tschechien angekündigt, „das AKW Dukovany um zwei neue Atomreaktoren ausbauen zu wollen", informierte Umwelt-Landesrat Dr. Stephan Pernkopf heute, Dienstag, dass die Betreiberfirma CEZ deshalb die Umweltverträglichkeitsprüfung beim tschechischen Umweltministerium beantragt habe und, dass man deshalb seitens des Landes Niederösterreich eine kritische Stellungnahme gegen diesen Ausbau verfasst habe. Darin habe man klar die Haltung dazu zum Ausdruck gebracht: „Die Ausbaupläne sind aufs Schärfste abzulehnen, denn die Atomkraft ist ein nicht beherrschbares Sicherheitsrisiko", so Pernkopf.

„Unsere Nachbarn sollen sich ein Beispiel an uns nehmen", betonte Landesrat Pernkopf, dass Niederösterreich 100 Prozent des Strombedarfs aus Erneuerbaren Energien abdecke. Pernkopf habe die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher vor drei Wochen aufgerufen, ihn bei seiner Kritik bezüglich des Ausbaus des AKW Dukovany zu unterstützen, das Ergebnis sei „überwältigend": „Aus dem ganzen Land sind tausende Unterschriften eingelangt - aus allen Landesteilen, aus allen Gemeinden, von allen politischen Fraktionen, von Vereinen, Pfarren, Betrieben und Wirtshäusern und von tausenden Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern." Als Beispiele hob er Großschönau im Waldviertel mit 460 Unterschriften bei 1.200 Einwohnern, Pillichsdorf im Weinviertel mit 200 Unterschriften bei 1.100 Einwohnern, Ertl im Mostviertel mit 150 Unterschriften bei 1.200 Einwohnern hervor.

„Insgesamt haben unsere Stellungnahme 63.680 Menschen unterschrieben. Das ist ein klares Bekenntnis gegen die Atomkraft", betonte Pernkopf, dass es so ein Engagement in dieser Form in nur drei Wochen noch nie gegeben habe. Er bedankte sich bei allen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, allen Umweltgemeinderätinnen und Umweltgemeinderäten, allen Jugendgemeinderätinnen und Jugendgemeinderäten sowie allen Zivilschutzbeauftragten. Er sagte Danke „an die Pfarren, die Unterschriften am Pfarrfest gesammelt haben, an die Wirte, die die Liste in den Gasthäusern aufgelegt haben, an die Privatpersonen, die die Initiative in Eigenregie unterstützt haben und auch an die tausenden Personen, die via Sozialer Medien unterstützt haben".

63.680 Unterschriften seien „ein klares Signal für die Europäische Energiewende" und „ein klarer Auftrag, Druck nach Tschechien zu machen", informierte der Landesrat, dass die Unterschriften in den letzten Stunden von der zuständigen Fachabteilung protokolliert und an die tschechische Behörde weitergeleitet werden. Pernkopf habe dem tschechischen Umweltminister Richard Brabec bereits einen Brief mit der Bitte um einen Termin geschickt. Sein Appell: „Tschechien muss die Ausbaupläne überdenken und die Energiewende einleiten." Seitens des Landes Niederösterreich helfe man gerne dabei.

Als nächste Schritte nannte Pernkopf, dass man sich auf die fachlich sehr fundierte Stellungnahme im UVP-Verfahren „klare fachliche Antworten auf unsere Sicherheitsbedenken" erwarte. 63.680 Unterschriften seien „ein politisch beeindruckendes Statement". Als aktuell Vorsitzender der Landesumweltreferentenkonferenz hat er dazu auch einen einstimmigen Beschluss aller österreichischen Umweltlandesräte herbeigeführt, wonach jene europäischen Länder, die weiter auf die Atomkraft setzen, keine EU-Regionalfördermittel mehr erhalten sollen. „Hier ist die Bundesregierung mit Bundeskanzler Kern an der Spitze gefordert, Druck zu machen", so Pernkopf.

„Diese Unterschriftenaktion war mir persönlich sehr wichtig", so Umweltgemeinderätin Dr. Doris Polgar aus der Gemeinde Breitenfurt. Es gehe darum, sich gemeinsam gegen die Atomkraft auszusprechen, die eine Gefahr darstelle und zum anderen sei sie davon überzeugt, „dass das Engagement für die Umwelt die Menschen näher zusammenbringt", diese Erfahrung habe sie in Breitenfurt gemacht.

Nähere Informationen: Büro LR Pernkopf, DI Jürgen Maier, Telefon 02742/9005-12705, e-mail j.maier@noel.gv.at, lr.pernkopf@noel.gv.at.

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