Umweltmedium Wasser

Wasser ist nicht nur Lebensmittel sondern auch Reinigungsmittel, Freizeitvergnügen und kann, bei Vorliegen besonderer Inhaltsstoffe, auch als Kurmittel verwendet werden.   

Jede andere Verwendung wird unter dem Begriff Nutzwasser zusammengefasst.

Offene Wasserflächen, abseits von Seen und Teichen, sind Brutstätten für Stechmücken (Stichwort Gelsenplage). Wo immer möglich sollten sie daher offene Wasserflächen in Hof und Garten (Blumenuntersetzer, Autoreifen,  ...) trocken legen.   

 

Wasser als Reinigungsmittel

Erwärmtes Wasser verwenden wir zum Duschen. Stammt das erwärmte Wasser aus zentralen Trinkwassererwärmungsanlagen (Warmwasseranlage) ist es sinnvoll dieses regelmäßig auf das Vorhandensein von Legionellen zu untersuchen, nähere Informationen finden sie auf der Homepage der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES).

 

Wasser als Freizeitvergnügen

Baden an Flüssen und Seen wird immer beliebter. Auf der Homepage des Landes Niederösterreichs finden sie rechts oben den Link zu den NÖ Karten. Eine dieser Karten zeigt ihnen Freizeitangebote an Niederösterreichischen Gewässern. Vom Landeshauptmann von Niederösterreich sind einige dieser Gewässer zu Badegewässern bzw. Badestellen erklärt  worden (LGBl. 9460/1-0). Die aktuelle Badewasserqualität dieser Badegewässer finden sie auf dieser Seite der Abteilung Sanitäts- und Krankenanstaltenrecht und auf der Seite der AGES. 

Beim Baden in Naturbadegewässern gibt es einiges zu beachten:

Naturbadegewässer haben im Regelfall keine Badeaufsicht, wie in Hallen- oder Freibädern, daher ist jeder Badende für seine Sicherheit selbst verantwortlich.

Zerkarien:

Im Hochsommer kann es bei hohen Badewassertemperaturen im Flachwasserbereich von Naturbadegewässern zum Auftreten von Zerkarien kommen, das sind Larven von Saugwürmern, die in Wasserschnecken und Wasservögeln parasitieren. Für den Menschen sind sie an sich harmlos, können aber zu einer lokalen Hautinfektion führen die mit einem lästigen Juckreiz einhergeht. Verhaltensmaßnahmen sind im Zerkarienmerkblatt zusammengefasst.

Cyanobakterien:

Cyanobakterien, umgangssprachlich als Blaualgen bezeichnet, sind ein normaler Bestandteil natürlicher Gewässer. Diese Bakterien (nicht Algen) enthalten einen blauen Farbstoff und können im Sommer bei hohen Wassertemperaturen zu explosionsartigen „Blaualgenblüten" führen.

Anzeichen für Cyanobakterien sind: 

  • eingeschränkte Sichttiefe (< 1 m)
  • bläulich grüner Trübung des Wassers
  • Schlierenbildung
  • sichtbarer Algenteppiche an der Oberfläche

Cyanobakterien schmälern nicht nur das Badevergnügen, sie können auch Toxine bilden, die beim Verschlucken größerer Mengen Wasser zu Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Durchfall führen. Daher ist das Baden in einem Wasser mit Algenblüte nicht zu empfehlen. 

So können Sie sich schützen:

  • Gehen Sie nicht dort baden, wo Sie Ihre Füße im knietiefen Wasser nicht mehr sehen können!
  • Schützen sie auch ihre Kinder und Haustiere vor diesem Wasser.

Vibrionen:

Vibrionen sind natürliche Bestandteile salzhaltiger Wässer, sie treten dort bei Wassertemperaturen ab 18-20°C auf. In einem Tropensommer mit Wassertemperaturen von 25°C und mehr können auch in niederösterreichischen Seen Vibrionen gefunden werden. 

Sehr selten, aber doch, verursachen Vertreter dieser Bakterien schwere Wundinfektionen, was bis zu einer lebensbedrohlichen septischen Erkrankung führen kann. Daher sind folgende Verhaltensregeln zu beachten:

  • Nicht mit Wunden oder verletzter Haut baden gehen!
  • Menschen mit einer schweren chronischen Erkrankung (z. B. Lebererkrankung, Diabetes, Alkoholabhängigkeit, ...), einer bestehenden Immunschwäche (z. B. nach Transplantationen, Chemotherapie, ...) und Personen hohen Alters sollen bei lang anhaltenden Hitzeperioden und hohen Wassertemperaturen mit ihrem behandelnden Arzt klären, ob sie weiterhin in einem Naturbadegewässer baden können.
  • Kontaktieren sie sofort einen Arzt, wenn sich eine Wundinfektion zeigt und sie vor kurzem in einem Naturbadegewässer baden waren. Teilen Sie diesem mit, dass Sie in einem Naturbadegewässer schwimmen waren. Eine rechtzeitig eingeleitete Therapie kann ihr Leben retten.

Leptospiren:

Leptospiren sind Bakterien, die über Körperöffnungen, Hautläsionen oder Verschlucken von Wasser in den Körper eindringen und Infektionen hervorrufen können. Sie sind bei Nagern und Wildtieren, aber auch bei Katzen und Hunden verbreitet. Die Infektion kann unauffällig verlaufen oder mit Fieber, Kopf-, Bauch- und Muskelschmerzen 2-22 Tage nach Kontakt mit verunreinigtem Wasser einhergehen. Sehr selten sind schwere Formen mit Herzmuskelentzündungen, Nierenversagen oder Gehirnhautentzündungen. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika.

Weitere Tipps für ein sicheres Badevergnügen gibt die Österreichische Wasserrettung

 

Heilwasser

In Niederösterreich gibt es einige anerkannte Heilquellen, diese werden im Landesgesetzblatt kundgemacht

Die Nutzung der heilenden Kraft des Wassers ist in Form von Kuranwendungen in Kurorten möglich.  Nähere Informationen dazu bietet der  Österreichische Heilbäder- und Kurorteverband

 

Nutzwasser

Bei der Verwendung von Nutzwasser sind einige wichtige hygienische Aspekte zu berücksichtigen, diese finden sie in der Richtlinie W 86 der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW). 

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Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Umwelthygiene
Landhausplatz 1, Haus 15b 3109 St. Pölten E-Mail: post.gs2@noel.gv.at
Tel: 02742/9005-12945
Fax: 02742/9005-15730
Letzte Änderung dieser Seite: 13.2.2017
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