Pilot-Projekt Mentoring im NÖ Landesdienst 2003/2004

Einführung von Mentoring als frauenfördernde Maßnahme in den NÖ Landesdienst

 


Grundlagen


"Pilotprojekt"
basierend auf dem NÖ Frauenförderungsprogramm 2000-2006

Das Programm wurde mit Beschluss der NÖ Landesregierung vom 27. Juni 2000 in Kraft gesetzt. Es sieht u.a. die Schaffung von Möglichkeiten vor, Mentoring als konkrete Frauenfördermaßnahme im NÖ Landesdienst einzuführen.

Ziel dieser Strategie als Maßnahme der Frauenförderung ist die konkrete Steigerung des Frauenanteiles in den Leitungsfunktionen u.a. durch das Sichtbarmachen kompetenter Frauen, die Entwicklung von Führungskompetenzen und konkrete Karriereplanungshilfen.

Arbeitsaufträge des Landesamtsdirektors an die NÖ Gleichbehandlungsbeauftragte

    • 15.05.2001 Erarbeitung eines Planungskonzeptes
    • 27.06.2002 Umsetzung des Planungskonzeptes und Durchführung

Zusammensetzung der Projektgruppe Mentoring:

Dr.in Christine Rosenbach, NÖ GBB (Leitung)
Dr. Herbert Salaun, Abt. LAD1-AW
Dr.in Christine Pennerstorfer, Abt. LAD1-AW
Mag.a Maria Fürst, Abt. LAD2-A
Theresia Haiderer, Abt. LAD2
Sieglinde Schörgmayer, ZPV
Maria Rigler, Abt. F3/Frauenreferat
Günter Schweinberger, BH Gänserndorf

Ziele von Mentoring als frauenfördernde Maßnahme

  • weibliche und männliche Landesbedienstete (Schwerpunkt Frauen) in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung unterstützen
  • die Weitergabe beruflicher Erfahrungen und Kontakte
  • das Verständnis für weibliche Lebens- und Berufsverläufe wecken und stärken
  • mittelfristig eine Erhöhung des Frauenanteiles in Weiterbildungsveranstaltungen, insbesondere bei Führungskräfteseminaren
  • langfristig eine Steigerung des Frauenanteiles in Leitungsfunktionen

Rahmenbedingungen

  • Als Mentees konnten sich bewerben
    • Akademiker/innen und Maturant/inn/en
    • mit abgelegter Dienstprüfung
    • aus dem Amt der NÖ Landesregierung und den Bezirkshauptmannschaften
    • bei Zustimmung der Dienststellenleitung
  • Dauer der Mentoring-Beziehung: 1 Jahr
  • Fachkundige Einführung und Begleitung zu Beginn und während des Projektes
  • Zeitaufwand für persönliche Treffen: bis zu 2 Stunden Dienstzeit/Monat
  • Reisekosten zum Arbeitsplatz der Mentorin/des Mentors sind von den Mentees selbst zu tragen
  • Evaluierung des Projektes


Nachlese zur Auftaktveranstaltung 12.03.2003

Am 12. Februar 2003 wurden im St. Pöltner Landhaus im Rahmen einer Informationsveranstaltung für DienststellenleiterInnen des Amtes der NÖ Landesregierung und der Bezirkshauptmannschaften ca. 70 Teilnehmende über das Pilotprojekt Mentoring informiert.

Programm:

  • Eröffnung (LH-Stv.in Liese PROKOP in Vertretung von LH Dr. Erwin Pröll)
  • "Mentoring - eine innovative Methode der Personalentwicklung"
    (LAD-Stv. Dr. Wolfgang NEBES)
  • "Pilotprojekt Mentoring - eine Chance für den NÖ Landesdienst?"
    (Dr. Hans FREILER, Obmann der ZPV)
  • "Vorstellung des NÖ Mentoring - Projektes"
    (Dr.in Christine ROSENBACH, NÖ GBB, Dr.in Christine PENNERSTORFER, Abteilung LAD1/AW)

Moderation: Maria RIGLER, Abteilung F3

Beiträge:

Prokop: Mentoring - eine WIN-WIN-Situation für alle!
LH-Stv.in Prokop hob das Frauenförderungsprogramm NÖ Landesdienst 2000 hervor, welches den Grundstein für dieses Mentoring-Pilotprojekt legte. Eine Besonderheit sei, dass im Rahmen dieser frauenfördernden Maßnahme weibliche und männliche Mentees gefördert werden. Frauen müssten oft erst lernen, Netzwerke zu bilden, die sie weiterbringen; bei Männern sei dies eine Selbstverständlichkeit.

Prokop sammelte selbst Erfahrungen als Mentorin im EU-Projekt des Frauenreferates "Regionales Mentoring in NÖ". Mentoring bedeute demnach immer eine win-win-Situation für alle Beteiligten und sei daher auch bestens geeignet für die Verwaltung.

Dr. Nebes: Mentoring - effiziente Personalentwicklung
LAD-Stv. Dr. Nebes betonte die Notwendigkeit, sich als Verwaltung rasch und kostengünstig an die wachsenden Herausforderungen anzupassen. Um diesen Aufgaben auch in Zukunft gerecht werden zu können, sei die Personalentwicklung massiv gefordert.

Konzerne und große Betriebe setzen Mentoring schon lange in der Personalentwicklung ein; neu sei Mentoring im Landesdienst. Dr. Nebes stellt eindeutig klar, dass Mentoring nicht "Freunderlwirtschaft" bedeutet, sondern die Weitergabe von Berufserfahrung an jüngere Mitarbeiter/innen, den Erhalt dieses "Generationenwissens" in der Landesverwaltung und damit etliche Vorteile für den Dienstgeber bringe.

Dr. Freiler: Tatsächlich eine Chance für den Landesdienst
Mit Rückblick auf seine ersten Berufserfahrungen im Landesdienst begrüßte der Obmann der ZPV die Einführung von Mentoring. Mentoring sei eine im Grunde einfache Methode, Nachwuchskräften für die persönliche und damit auch berufliche Weiterentwicklung Unterstützung zu geben. Wichtig sei es, das Augenmerk auf die zeitlichen Rahmenbedingungen von Mentoring und eine echte begleitende Kontrolle und Evaluierung zu legen.

Präsentation und Diskussion
Im Anschluss an die Vorstellung des Pilotprojektes durch Dr.in Rosenbach und Dr.in Pennerstorfer kam es zu einer regen Diskussion.



Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop referiert



LAD-Stv. Dr. Nebes u. ZPV-Obmann Dr. Freiler im Kreise der Arbeitsgruppenmitglieder

Moderation Dr.in Rosenbach, im Bild mit Dr. Freiler, Dr. Nebes, Maria Riegler u.
DI Dr.in Pennerstorfer



Oktober 2003 – Halbzeit im Mentoring-Programm

Start der Mentorschaften April 2003

Am 10. April 2003 starteten 30 Landesbedienstete ihre für ein Jahr vereinbarten Mentorschaften. Zwei unmittelbar folgende Seminare vermittelten Anregungen zur erfolgreichen Gestaltung dieser Lernbeziehungen. Danach begannen die Mentorschaften zu "leben". Mentees und Mentor/inn/en vereinbarten ihre Treffpunkte, legten das Arbeitsprogramm fest und der Lernprozess lief an. Zwischendurch fand Ende August ein informelles Treffen aller Mentoring-Partner/innen im angenehmen Rahmen statt, das ebenfalls intensiv zum Austausch und zur Verständigung innerhalb der jeweiligen Gruppierungen genützt wurde.

Oktober 2003 - Bilanz zur Halbzeit

Zu Herbstanfang trafen sich Mentees und Mentor/inn/en im Rahmen von Begleitseminaren zum strukturierten Erfahrungsaustausch. Alle Mentoring-Paare haben die Zusammenarbeit nach ihren jeweiligen Bedürfnissen organisiert. An Arbeitsinhalten standen Coaching, Weitergabe eigener Erfahrungen und Vermittlung von Feedback im Vordergrund. Aus den Reaktionen des Arbeitsumfeldes ergab sich u.a., dass viele Bedienstete von der Annahme ausgingen, im Rahmen dieses Pilotprojektes würden ausschließlich weibliche Mentees gefördert. Das war nicht der Fall - weder von der Projektplanung aus noch in der Umsetzung. Die Projektplanung sah die Förderung weiblicher und männlicher Landesbediensteter im Zahlenverhältnis 1/3 Männer, 2/3 Frauen vor: dieses Zahlenverhältnis und auch die Bezeichnung als frauenfördernde Maßnahme machten deutlich, dass das Projekt zwar einen klaren frauenfördernden Schwerpunkt hat, jedoch kein reines Frauenprogramm ist.

Ende der Mentorschaften April 2004

Die Projektbedingungen sahen vor, dass die Mentorschaften im April 2004 offiziell beendet werden. Danach erfolgte eine Auswertung, die Grundlage war für die Weiterführung der Mentoring-Idee im NÖ Landesdienst.




Kamingespräch mit Frau Landeshauptmann-Stellvertreterin Prokop am 21.04.2004 im Schloss Sitzenberg-Reidling

Am späten Nachmittag des 21. April 2004 fanden sich Mentees und Mitglieder der Mentoring - Arbeitsgruppe zu einem Kamingespräch mit Frau Landeshauptmann-Stellvertreterin Liese Prokop im Schloss Sitzenberg-Reidling ein.
Prokop begrüßte diese Initiative und betonte die Wichtigkeit von Maßnahmen, die die Chancengleichheit von Frauen im Beruf weiter verbessern. Mentoring bringt allen Beteiligten etwas und ist daher eine Win-Win-Situation für die jungen Bediensteten und deren Mentor/inn/en ebenso wie für den Dienstgeber.
Für die Mentees war es außerordentlich interessant zu erfahren, wie eine erfolgreiche Frau wie Prokop auf ihrem Berufsweg „ihre Frau stand", wie sie Hürden und Schwierigkeiten erfolgreich meisterte; im Laufe der angeregten Gespräche gewannen die Mentees Einblick in den Werdegang dieser erfolgreichen Landespolitikerin.
Den wunderschönen Rahmen für dieses Kamingespräch gab die im Schloss Sitzenberg-Reidling untergebrachte HBLA für Land- und Ernährungswirtschaft.
Vor Beginn des Kamingespräches präsentierten die Schulleitung und der Bürgermeister der Gemeinde Sitzenberg-Reidling, Franz Redl das Schloss als ein wahres Baujuwel inmitten einer geschichtsträchtigen Landschaft und einer sehr aktiven und lebenswerten Gemeinde.




Abschlussveranstaltung 7. Juni 2004 / Wachau

Am 7. Juni 2004 versammelten sich Mentees und Mentorinnen/Mentoren letztmalig im Rahmen des Pilotprojektes.

Bei dieser Abschlussveranstaltung zogen LAD-Stv. Dr. Nebes und ZPV-Obmann Dr. Freiler Resümee über die Pilotphase und freuten sich über die positiven Auswertungsergebnisse.
Mag.a Doris Rumplmair präsentierte die wesentlichen Aussagen des Evaluierungsberichtes. Demnach stellt Mentoring für die Mentees, die Mentorinnen/Mentoren und für die Organisation einen Gewinn dar.
Alle Mentoring-PartnerInnen meinten übereinstimmend, dass Mentoring auch in Zukunft seinen Platz im Landesdienst haben solle.

Zum Abschluss überreichte Herr LAD-Stv. Dr. Nebes den Mentees, Mentorinnen und Mentoren Dekrete, die ihre Teilnahme an diesem Projekt bestätigen und dass sie damit einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung des Frauenförderprogramms leisteten.

Fotos von der Abschlussveranstaltung können Sie hier abrufen.



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