Preisträger 2004 bis 2008 - Vorbildliche Bauten in NÖ

Die Aktion Vorbildliches Bauen in NÖ gibt es seit über 50 Jahren. Hier finden Sie Informationen zu den ausgezeichneten Objekten seit 2004.

 

Preisträger 2008 - Haus Kolenz in Krems an der Donau

Haus Kolenz in Krems an der Donau

Bauherr:   DDr. Fritz Kolenz

Planer:     F2 ARCHITEKTEN ZT GmbH, Schwanenstadt

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Der Dialog mit der Natur und der Topographie ermöglicht ein ambitioniertes Wohnhaus für einen bestimmten Ort und die Hülle für den Lebensstil der Bauherren.

Die handwerkliche Präzision in der Materialverarbeitung, die sich an dem klar strukturierten Wohnhaus ablesen lässt, besticht ebenso wie das Geschick bei der ortsbezogenen Baulösung in der Hanglage mit der Einbeziehung der außergewöhnlichen Landschaft um Krems an der Donau.

Ein Faible für glatte Betonflächen und grafisch strenge geometrische Formen bestimmt neben der Verwendung von viel Weiß das Wohnhaus, ohne jedoch den unterkühlten Charme einer minimalistischen Betonkiste auszustrahlen.

Die Gestaltung des Hauses, die Haustechnik oder die Inneneinrichtung sindebenso wichtig wie die Einbeziehung der Außenanlagen, um das Projekt als unverwechselbar entstehen zu lassen.

„Architektur soll Spaß machen" - dieses Motto ist in qualitätsvoller Weise verwirklicht. 


Haus Schönbrunner in Lilienfeld

Bauherr:   Mag. Susanne Schönbrunner

Planer:       gup architekten, Wien

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Hoch über dem Traisental, unmittelbar entlang einer Hangkante, fügt sich das Einfamilienhaus unprätentiös in die Landschaft ein. Es hebt sich durch geschickte Materialkontraste und Farbgebung wohltuend von seiner Umgebung ab.

Ein tiefer Bachgraben trennt das öffentliche Gut vom Grundstück, welches über ein kleines Brückenbauwerk zu erreichen ist.

Die Struktur des Einfamilienhauses überzeugt durch seine einfache Form, wobei die anthrazitfarbenen Gebäudefronten von wenigen Öffnungen unterbrochen werden und sich das Haus über die gesamte Hauslänge durch raumhohe Glasschiebetüren zur breiten Terrasse mit Sonnenschutz nach Süden öffnet.

Im Inneren besticht das Haus aufgrund der großen Raumzusammenhänge auch in der kleinen Form und lässt das sinnliche Gespür für Wohnlichkeit der Hausbewohner gemeinsam mit dem Planer erkennen. Die Möblierung sowie die Einrichtungsgegenstände sind mit der Anordnung der Räume sowie deren Art, Form, Materialwahl und Farbe durchaus stimmig.

„Des Menschen Wohnung ist sein halbes Leben, der Ort, wo er sich niederlässt, die Luft, die er einatmet, bestimmen seine Existenz" - es lässt vermuten, dass das Schreiben Goethes an Johann Heinrich Meyer im Jahr 1795 möglicherweise den Entwurf des Hauses beeinflusst hat.

Der Passivhausstandard nach NÖ Wohnbauförderung wird durch die Materialwahl und die haustechnischen Anlagen gewährleistet. 


Preisträger 2008 - Haus wa.pa. in Sankt Pölten

Haus wa.pa. in Sankt Pölten

Bauherr:   Cornelia Paris und Christian Wallner

Planer:       ertl+henzl architektur, Wien mit spiluttini architecture, St. Johann im Pongau

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Das L-förmige Wohnhaus reagiert auf seine heterogene Umgebung mit der Anordnung entlang einer seitlichen Grundgrenze, der pflanzlichen Abschirmung der anderen Grenzen sowie einer Sichtbetonwand entlang der Straße. Dadurch wendet sich der Bau demonstrativ von seinen Nachbarn ab und orientiert sich ganz auf den introvertierten sichtgeschützten Gartenhof.

Der zentrale große Wohnraum mit integriertem Küchenblock öffnet sich mit Glastüren zur Gartenterrasse, die dadurch zum zusätzlichen Raum im Freien wird. Die Grundrisse orientieren sich ganz nach den Bedürfnissen der Bewohner, und obwohl ein Teil des Erdgeschoßes für eine freiberufliche Tätigkeit mit Kundenbesuch verwendet wird, ergibt sich daraus keine Störung des Wohnbereichs. Die gestaffelten Raumhöhen und die verwendeten Farben lassen klar strukturierte Räume mit sensiblem Wohncharakter entstehen, wobei dieser Eindruck durch das stimmige Interieur ergänzt wird.

Die intensive und harmonische Verbindung von Architektur und Natur ist ebenso zu erkennen wie das energiebewusste Bauen und der Einsatz ökologisch unbedenklicher Materialien.


Preisträger 2008 - Haus Wagner in Aschbach-Markt

Haus Wagner in Aschbach-Markt

Bauherr:   Angelika und Herbert Wagner

Planer:       F2 ARCHITEKTEN ZT GmbH, Schwanenstadt

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Das Wohnhaus am Ortsrand gibt sich im Stil der klassischen Moderne als weiß verputzter, mehrfach eingeschnittener Kubus, der sich als klares gebautes Statement seiner heterogenen Nachbarschaft entgegenstellt. Die Wirkung des Gebäudes von außen lässt auf gute Architektur schließen, da es größer erscheint als es nach den Ausmaßen tatsächlich ist.

Es ist ein Haus mit Rückzugszonen und behaglichen Ecken, trotz Dominanz des Wohnraums, von dem aus über verschiedene Niveaus die einzelnen Innen- oder Außenräume erschlossen sind. Die auskragenden Vordächer bieten rundherum natürlichen Sonnenschutz und überdachte Freibereiche.

Das Wohnhaus ist das Produkt unkonventioneller wie origineller Ideen, die mit Experimentierfreude und Erfinderreichtum verbunden sind, um Lebensbereiche in Erlebniszonen zu verwandeln.


Preisträger 2008 - Schwechat Sonderschule "Bertha von Suttner Schule"

Schwechat Sonderschule "Bertha von Suttner Schule"

Bauherr:   Sonderschulgemeinde Schwechat

Planer:       fasch & fuchs. ZT GmbH, Wien

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Das Baukonzept reagiert primär auf zwei Parameter, einerseits auf die speziellen Anforderungen für behinderte Jugendliche und andererseits auf den Verkehrslärm durch Straßen- und Flugverkehr. Bei den südlich gelegenen Räumen sind Wintergärten als Schallschutz und Klimapuffer vorgeschaltet sowie ein Freiraum zur Straße angeordnet. Die daraus entstehende Terrassenstruktur überlagert den Eingangs- und Pausenbereich mit dem ins Terrain versenkten Turnsaal.

Als Zeichen für selbstverständlichen, positiven Umgang mit körperlicher Behinderung und zur Förderung der Eigenakzeptanz durch Bewegung ist der Turnsaal als offener Raum ins Zentrum gerückt. Die Klassenräume werden durch großzügige Fassadenverglasungen und Fensterbänder belichtet, wobei eine Lichtführung zu den Pauseneinrichtungen sowie zu Erholungs- und Sportbereichen in der Kernzone vorgesehen ist.

Die Ausstattung und die Einrichtungsgegenstände sind nach den pädagogischen Anforderungen in einem hohen Standard gegeben. Es ist zu erkennen, dass die Schule Lebens-, Bewegungs- und Freizeitraum für Schülerinnen und Schüler ist.

Die Einbeziehung der Schulleitung bereits zu Beginn des Planungsprozesses sowie deren positive Haltung zur Architekturgestaltung sind hervorzuheben und als wichtiges Element zum Gelingen des Projektes zu werten.


Preisträger 2008 - Splitboxes Privathaus Eder in Mödling

Splitboxes Privathaus Eder in Mödling

Bauherr:   Dr. Ulrike und Dipl.-Ing. Dr. Christian Eder

Planer:       formann2puschmann I architekten, Wien

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Das Haus zeigt sich trotz geschlossener Fassade bereits von der Straße aus als expressive Wohnskulptur inmitten eines konventionellen Baugebietes. Das nach Westen und Süden ausgerichtete Haus öffnet sich zu einem wunderschönen Garten mit Altbaumbestand. Durch die versetzte Anordnung der über dem Erdgeschoss liegenden Baukörper entsteht eine räumliche Spannung, die durch die Stahlkonstruktion und die Fassadenstruktur verstärkt in Erscheinung tritt.

In seinem Inneren bietet das Haus ein Maximum an Flexibilität und erlaubt ein offenes Wohnen.

Einfache Materialien werden im Kontrast zu wertvollen und eleganten Ausstattungsteilen verwendet und sind Teil des Gesamtkonzeptes. Der Umgang mit den vorhandenen Ressourcen ist dabei ebenso wichtig wie die experimentelle Materialwahl, der Anspruch an die Statik und die ästhetische Formgebung. Dennoch wird der Rahmen der niederösterreichischen Förderungsmittel nicht überschritten.


Preisträger 2008 - Tulln Landeskrankenhaus

Tulln Landeskrankenhaus

Bauherr:   NÖ Landeskliniken-Holding

Planer:       Architekten Loudon & Habeler Ziviltechniker GmbH, Wien mit
Architekt Katzberger Ziviltechniker GmbH, Wien

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Der nach Nord - Süd ausgerichtete Neubau ist neben dem bestehenden Krankenhaus errichtet. Der große Vorplatz bleibt weiterhin als Eingangsbereich mit Rettungszufahrt und Parkplatz erhalten. Das Volumen des Neubaus ist in drei parallelen Schichten konzipiert, die zueinander verschoben sind, um die bauliche Masse des neuen Gebäudes zu differenzieren und die Erschließungszone zu betonen. Die Gliederung der Längsfassade in zwei zurückspringende Bereiche mit Stiegen, Aufzügen und Wartezonen lassen weitere übergeordnete Zeichen nach Außen sichtbar werden.

Die Kombination der Allgemeinmedizin mit psychiatrischen Spezialabteilungen oder interner Medizin mit Neurologie erfordert neues Arbeiten und neues Denken aller Beteiligten. Durch das neue Raumkonzept werden geschlossene Einheiten zum Wohl der Patienten geöffnet und erlauben eine fächerübergreifende medizinische Betreuung.

Im neuen Gebäudetrakt sind die Räume nach Westen und Osten ausgerichtet und natürlich belichtet. Durch den Außenbezug wird das Wohlbefinden der Patienten gestützt. Die allgemein genutzten Flächen wie Erschließungswege, Patientenaufenthaltsräume, Besucherbereiche, Wartezonen, Personalaufenthaltsräume und Teeküchen sind über offene bepflanzte Atrien natürlich belichtet und belüftet und erleichtern die Orientierung im Gebäude. Die Leitstellen sind in unmittelbarer Nähe der Aufenthaltsbereiche und erlauben einen Überblick über die gesamte Station.

Das klare Konzept und die architektonische Gestaltung, mit den gewählten Materialien und deren Verarbeitung tragen dazu bei, dass sich die Patienten und das betreuende Personal wohlfühlen können.



Preisträger 2008 - Volksschule in Mannswörth

Volksschule in Mannswörth; Aus- und Zubau

Bauherr:   Stadtgemeinde Schwechat

Planer:       Architekturbüro antel I antel, Neupischelsdorf/Ebergassing

Fotos:   Foto1, Foto2, Foto3, Foto4, Foto5, Foto6, Foto7, Foto8

Die innere Umgestaltung der Volksschule entspricht einer klug durchdachten Neuorganisation. So sind im Erdgeschoß der große Werkraum mit Galerie sowie der Hortgruppenraum und im 1. Obergeschoß die Klassenzimmer und das Leiterzimmer situiert, wobei die erforderlichen Nebenräume in unmittelbarer Nachbarschaft angeordnet wurden.

Die Einrichtung und Ausstattung der Räume entspricht dem guten Standard einer kleinen Volksschule ebenso wie die haustechnischen Anlagen.

Der neue Turnsaal ist zwar Teil der Schule, er muss jedoch unabhängig vom Schulbetrieb für externe Veranstaltungen nutzbar sein, ohne dass es zu Überschneidungen mit dem internen Betrieb kommt. Er ist als Bauteil mit eigenem Eingang sichtbar, wobei eine räumliche Verbindung mit der Schule zusätzlich gegeben ist. Durch den Anbau an der westlichen Grundstücksgrenze bleibt ein Teil des Schulgartens erhalten und ermöglicht einen Freiraum für die Schulkinder.

Bei den mit wenigen Öffnungen versehenen Gebäudefronten des Turnsaales dominiert Zinkblech als Gestaltungselement. Lediglich die Ostfront öffnet sich durch große Glaselemente zum Schulgarten.

Der Innenraum des Saales wirkt durch die Verwendung von hellen Holzelementen und dem roten Sportbelag dezent zurückhaltend. Dieser Eindruck wird durch blendfreies Tageslicht zusätzlich verstärkt.

Die in den holzverkleideten Nischen abgestellten Sportgeräte sorgen für einen neutralen, vielseitig nutzbaren Raum.


Preisträger 2008 - Ybbsbrücke bei Amstetten

Ybbsbrücke für Fuß-und Radweg bei Amstetten

Bauherr:   Stadtgemeinde Amstetten

Planer:       ARCH + MORE ZT GmbH, Velden
Dipl.-Ing. Ralf Sternig, Ingenieurkonsulent für Bauingenieurwesen, Villach

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Die neue Ybbsbrücke für Fußgänger und Radfahrer mit einer Spannweite von
92 m befindet sich inmitten einer Naturlandschaft in unmittelbarer Nachbarschaft einer bestehenden alten schweren Eisenbahnbrücke und durchbricht den uneingeschränkten Ausblick auf die Ybbs.

Der emotional sichere, genießende und erholende Moment an den Ufern wird bei Überquerung der Brücke durch einen leichten und erhebenden Moment verändert. Diese Idee setzt das hängende Tragwerk, welches bei Benutzung leicht in Bewegung gerät, formal voll um.

Die klare und technisch experimentierfreudige Durcharbeitung des Brückenprojekts markiert den großen Unterschied zur qualitativ ziemlich nivellierten monotonen Brückenlandschaft hierzulande, welche angeblich durch den vorgegebenen Sachzwang verursacht wird. 


Preisträger 2008 - Eishalle in Sankt Pölten

Eishalle in Sankt Pölten

Bauherr:    Land Niederösterreich

Planer:       Architekt Dipl.-Ing. Franz Sam, Krems und Wien
Architektin Dipl.-Ing. Irene Ott-Reinisch, Wien

Fotos: Foto1, Foto2, Foto3, Foto4, Foto5, Foto6, Foto7

Die Gebäudekontur der Eishalle gleicht sich den bestehenden Bauten auf dem Gelände an und ist als Ergänzung der Sportanlage St. Pölten zu sehen. In der GebäudehülIe aus glattem, glänzendem Aluminium sind Glasbänder so platziert, dass in keinem Fall direktes Sonnenlicht auf die innere Eisfläche trifft und lediglich bei Nacht hell leuchtende Orientierungsflächen entstehen lassen.

Die Entwurfsidee, einen Baukörper gleich einem Brustkorb, der sich in der Mitte weitet, zu errichten, wurde durch die außergewöhnliche Geometrie des Tragwerkes und der geschwungenen Dachkonstruktion ermöglicht. Die scheinbar leichte Hallenkonstruktion, welche über die gesamte Breite des Spielfeldes, aber auch über die Zuschauertribüne gespannt ist, ermöglicht eine freie Sicht bei Sportveranstaltungen.

Die Eishalle dient nicht nur als öffentliche Eislaufbahn, sondern vor allem für den Eiskunstlauf und Eishockeywettkampf. Die Verwendung von Stahlbeton, verzinktem Stahl und Glas in seiner ursprünglichen Formgebung verstärkt den Eindruck der Festigkeit sowie der möglichen Beanspruchung durch Sportler und Besucher.

Das Raumklima wird durch die Temperatur der 30 x 60 m großen Eisfläche bestimmt, wobei das Gefühl einer Eishöhle durch die Materialwahl sowie der farblichen Gestaltung zusätzlich verstärkt wird. Die niedrige Temperatur und die Feuchtigkeit der Eisfläche bei ganzjähriger Nutzung sowie der Wärmebedarf der angrenzenden Garderoben stellen hohe Ansprüche an Bauphysik und Haustechnik. Beide sind unter Bedachtnahme der Nachhaltigkeit gelöst worden.

Die ästhetische Einfügung in die Umgebung und die Anpassung an die Menschen sind beim gegenständlichen Projekt in vorbildlicher Weise gelungen. 


Preisträger 2008 - Loisium Weinerlebniswelt und Hotel in Langenlois

Loisium Weinerlebniswelt und Hotel in Langenlois

Bauherr:    Loisium Kellerwelt Betriebs GmbH & Co KG
Loisium Hotel Betriebs GmbH & Co KG

Planer:       Steven Holl Architects, New York
Architekt Dipl.-Ing. Franz Sam, Krems und Wien
Architektin Dipl.-Ing. Irene Ott-Reinisch, Wien 

Fotos Weinerlebniswelt Loisium: Foto1, Foto2, Foto3, Foto4, Foto5, Foto6, Foto7

Fotos Hotel Loisium: Foto1, Foto2, Foto3, Foto4, Foto5, Foto6, Foto7

Die Individualität und das Design beim Wein-Themenpark waren als umsatzfördernde Maßnahmen erkannt und die Bauaufgabe gewann bei den Architekten sichtlich an Attraktivität. Das anspruchsvolle Gesamtkonzept will touristische, kulinarische und kulturelle Annehmlichkeiten auf hohem Niveau verbinden.

Für den Gast wird der Aufenthalt im Hotel zu mehr als reiner Notwendigkeit, er gestaltet sich in Kombination mit der Landschaft und mit der Verbindung zur Weinkultur zum Ziel der Reise an sich. Das erfordert neben der qualitätsvollen Gestaltung auch ein vielfältigeres Raumprogramm. Es genügt nun nicht mehr Gästezimmer und Frühstücksraum zur Verfügung zu stellen, sondern daneben zusätzliche Angebote wie Konferenz- und Meetingräume, Vinothek, Shops, Gastronomie bis zu Wellness- und Spa-Bereiche anzubieten.

Der Wunsch der Gäste nach dem speziellen Erlebnis und dem Verlangen, neben geschäftlichen Interessen für kurze Zeit aus dem Alltag auszubrechen, haben ausgefallene Bauformen und Materialien sowie modernes Interieur erlaubt. Dabei wird bewiesen, dass die besondere Möglichkeit zu experimentieren bei einer derartigen „synthetischen" Tourismuseinrichtung in der Qualität nicht hinter gewachsenen Strukturen zurück bleiben muss, sondern in vielen Bereichen diese sogar überbieten kann.

Der Architekturanteil der Idee des Wein-Themenparks ist jedenfalls gelungen und könnte im Tourismus überregional neue Wege weisen.



Preisträger 2008 - Wirtschaftskammer NÖ in Sankt Pölten

Wirtschaftskammer NÖ in Sankt Pölten

Bauherr:    Wirtschaftskammer NÖ

Planer:       Rüdiger Lainer + Partner Architekten ZT GmbH, Wien

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Der rote, autonome Baukörper mit sechs Geschoßen verbessert durch seine starke Präsenz das städtebauliche Umfeld in alle Richtungen, ohne in Beziehung zu anderen Bauwerken zu treten. Er nähert sich zwar trotz anderer Gliederung und Fensterverteilung scheinbar dem Baucharakter der Nachbarschaft, verliert aber nicht die Haltung als Solitär.

Durch den Farbwechsel von Rot zu Orange, der unterschiedlichen Textur des Putzes und der unregelmäßigen Einschnitte an empfindlichen Stellen der Fassade, kommt es zum Eindruck der Willkür, dennoch wird die äußere Plastizität des Baukörpers deutlich gesteigert und die Spuren von Entwurf und Herstellung sind roh und haptisch präsent.

Innen wird das Bauwerk durch ein bis zum Glasdach reichendes Atrium bestimmt, wobei die geringfügig unterschiedlichen Grundrisse der Geschoße von weißen und an sämtlichen Ecken weich gerundeten Brüstungen gehalten werden. Diese weiche Plastizität im Inneren sublimiert dieses „Gemacht-Sein" ähnlich wie die harte Plastizität außen.

Die Büros sind als Bürozellen oder Großraumbüros gestaltet und mit individuellen Möbeln eingerichtet. Das Hineintragen privater Wohnlichkeit in den Büroalltag mag vielleicht problematisch erscheinen, inhaltlich wirkt dieses neue und ungewohnte Element jedoch gegen die Gefahren grauer Büroroutine. Zusätzlich sind die Büros durch Loggien unterbrochen und das neue Element im Freien bietet nach Angaben der Nutzer eine andersartige Gesprächssituation und ist gleichwertiger und somit lösungs- und konsensfreundlicher. Dieses klare Bekenntnis zu einem menschenfreundlichen und menschenwürdigen Arbeitsumfeld entspricht dem Gebäudekonzept und zieht sich konsequent durch alle Räume.



Preisträger 2007 - NÖ Landespensionisten- und Pflegeheim Stockerau

NÖ Landespensionisten- und Pflegeheim Stockerau

Bauherr:    Amt der Niederösterreichischen Landesregierung
Vape Communa Leasing GmbH

Planer:       Architekt Zieser Ziviltechniker GmbH, St. Pölten

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Den Grenzen des Bauplatzes folgen zwei städtebauliche Ordnungssysteme die sich einerseits aus dem Kolomansheim, andererseits aus der Einfamilienhausbebauung in der Neubaugasse ergeben. Das Landespflegeheim antwortet auf diese Ordnungssysteme und erhält dadurch seine dynamische Spannung.

Durch den Geländesprung auf dem Bauplatz war es möglich, den Wirtschaftsbereich, den Allgemeinbereich und den Arzt- sowie Therapiebereich in drei Geschoßen anzuordnen und dadurch kurze Verkehrswege zu erreichen. Das Restaurant, das Cafe, die Bibliothek, ein Seminarraum, ein Friseurladen und natürlich eine Kapelle bilden den über drei Geschoße reichenden Allgemeinbereich, welcher entsprechend der Wettbewerbsausschreibung nicht nur Heimbewohnern, sondern auch Fremdpersonen zur Verfügung steht.

Der ost-west-orientierte Pflegetrakt bindet mit der Pflegestation, Pflegefunktionsräumen und dem Aufenthaltsbereich im Zentrum an den Wirtschafts- und Allgemeinbereich an.

Die Heimbewohner sind in Ein- oder Zweibettzimmern mit Bad und WC untergebracht, welche in allen drei Geschoßen angeordnet sind. Die Verbindung der einzelnen Geschoße ist über offene Stiegen und eine Aufzugsanlage gegeben. Den Anforderungen des barrierefreien Bauens wurde augenscheinlich im gesamten Gebäude Rechnung getragen. Der parkähnlich gestaltete Freiraum ist funktional mit dem Innenraum verbunden, sodass ein hoher Nutzungswert gegeben ist.

Das als Primärkonstruktion verwendete Holz, Natursteinverkleidungen sowie Flächen mit Anstrichen in Rot bestimmen das Aussehen der Gesamtanlage im Inneren und Äußeren.

Durch den Einsatz von Wärmeschutzgläsern, zeitgemäßer Wärmedämmung sowie den verwendeten haustechnischen Anlagen wie einer Wärmerückgewinnungsanlage, erfüllt das Gebäude hohe technische und ökonomische Standards.

Im Sinne des § 2 der NÖ Bautechnikverordnung 1997 konnte DDI Wolfgang Winter, Prof. an der TU-Wien, mit Hilfe eines detaillierten Brandschutzkonzeptes sowie der mehrschichtigen Holzkonstruktionsbauweise die Gleichwertigkeit der tragenden Holzwände entsprechend der zulässigen Brandbeständigkeit für dreigeschoßige Bauten nachweisen. Das Landespflegeheim Stockerau ist somit das erste dreigeschoßige Vollholzgebäude Niederösterreichs.

Die architektonische Entwicklung muss mit der gesellschaftlichen Dynamik Schritt halten, denn durch eine höhere Lebenserwartung und der damit einhergehenden demographischen Entwicklung werden sich auch die Bedürfnisse des Wohnens ändern. Die veränderten Lebensumstände werden von den Planern jedoch kaum mit der erforderlichen Sensibilität registriert. Die Architektur bietet für Menschen im dritten Lebensabschnitt noch wenig Innovation, häufig wiederholen sich Projekte und Konzepte. Selten werden umfassende architektonische Ideen berücksichtigt oder Überlegungen aus ökologischer, psychologischer und verhaltensbezogener Sicht realisiert. Die Verantwortung, all diese Faktoren in das Projekt zu integrieren, liegt nicht nur beim Auftraggeber, sondern auch beim Projektanten. Diese Symbiose ist beim gegenständlichen Projekt absolut verwirklicht.



Preisträger 2007 - NÖ Landesfeuerwehrschule Tulln

NÖ Landesfeuerwehrschule Tulln

Bauherr:    Amt der Niederösterreichischen Landesregierung

Planer:       Architekt Dipl.-Ing. Ernst Maurer, Hollabrunn

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Die Gesamtanlage der NÖ Landesfeuerwehrschule muss auf keine städtebaulich gewachsene Struktur Rücksicht nehmen, da am östlichen Stadtrand von Tulln das vorhandene Bauland noch weitgehend unbebaut ist. Vielmehr sah der Planer die Notwendigkeit, ein markantes und unverwechselbares städtebauliches Zeichen zu setzen.

Das Erscheinungsbild der NÖ Landesfeuerwehrschule in Tulln ist - im Sinne von Corporate-Identity - stark von graphischen Elementen bestimmt, sowohl was die Gebäudekomposition und Anordnung, als auch die Farb- und Materialauswahl betrifft.

Die der theoretischen und praktischen Ausbildung der Feuerwehreinsatzkräfte dienenden Gebäude der NÖ Landesfeuerwehrschule sind rechtwinkelig zum Komplex des NÖ Landesfeuerwehrkommandos bzw. den Dienststellen des Landes angeordnet. So entstehen Innenhöfe, welche öffentlich, halböffentlich oder intern genutzt werden können. Ein Übungsdorf schließt an den Gebäudekomplex an und ermöglicht praxisnahe Übungen, wobei das Brandhaus mit realen Branddarstellungen als „Highlight" der Möglichkeiten zu erwähnen ist.

Die Anordnung und Verkehrserschließung der Räume in den einzelnen Funktionsbereichen ist ausgezeichnet gelöst, die Qualität der Einrichtung sowie der technischen Ausstattung ergänzen den bemerkenswerten Gesamteindruck. Dabei lassen durchdachte Details sowie die Auswahl der geeigneten Materialien den fundierten Planungs- und Ausführungsstandard erkennen. Es muss jedoch bemerkt werden, dass im Bereich der Löschwasserleitungen durch mangelhafte Ausführung der beauftragten Firma schwerwiegende Dichtungsfehler im Rohrsystem aufgetreten sind, die allerdings bereits behoben werden.

Durch die erhöhten Wärmedämmmaßnahmen an den Außenbauteilen und eine kontrollierte Raumlüftung ist die NÖ Landesfeuerwehrschule in Tulln der erste öffentliche Bau in Niederösterreich mit der Energiekennzahl 40.

Die Spannung zwischen der vordergründigen Autonomie der einzelnen Gebäude und dem unsichtbaren Netzwerk bestimmt das Erscheinungsbild oft in viel stärkerem Ausmaß, als der Architekturentwurf oder die städtebauliche Situation. Dabei kann eine anspruchvolle Architektur entstehen, die genau diese Widersprüche thematisiert und auf intelligente, oft überraschende und mitunter humorvolle Weise interpretiert.



Preisträger 2007 - Haus Krammer in Waidhofen an der Ybbs

Einfamilienhaus Krammer in Waidhofen an der Ybbs

Bauherr:    Familie Krammer

Planer:       HERTL.ARCHITEKTEN ZT KEG, Steyr

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Unter Berücksichtigung der kleinstädtischen Bebauungsstruktur im Umgebungsbereich und dem Erhalt des Sockelgeschoßes sowie der durch die Grenzabstände festgelegten überbaubaren Fläche, war ein Baukörper zu entwickeln, der sich in Volumen und Proportion einfügt und dennoch architektonisch eigenständig bleibt.

Der Bauplatz ist nach Südosten vom Ybbsfluss begrenzt, der tief unter der Stadtmauer entlang fließt. Zwischen der steilen Uferkante und dem Sockelgeschoß blieb ein kleiner Garten erhalten. An der Südostecke ist der Altbestand am Nachbargebäude angebaut. Die Aufschließung erfolgt im Südwesten über einen kleinen Zufahrtsweg. Trotz der Enge des Bauplatzes konnten zwei Kfz-Stellplätze zwischen der seitlichen Grundstücksgrenze und dem Hauseingang situiert werden.

Das Dach des winkelförmigen Baubestandes wurde abgetragen und stattdessen ein Vollgeschoß neu aufgesetzt bzw. eine Dachterrasse errichtet. Der neue Baukörper trennt sich von der vorhandenen Wand des Nachbars und löst auf elegante Weise die Problematik der Verzahnung an der seitlichen Grundstücksgrenze. Die Einordnung in das Stadtpanorama gelingt durch den weiß verputzten Althausbestand im Sockelbereich sowie durch den mit anthrazitfarbenen Dachschindeln verkleideten neuen Bauteil. Dadurch entsteht der Eindruck eines Gebäudes mit steilem Mansardendach, welches sich harmonisch in die vorhandene Dachlandschaft einfügt.

Die Ausrichtung und Begrenzung des Grundstückes sowie die Anforderungen den Baubestand zu erhalten, bestimmten die innere Organisation des Gebäudes. Vom Eingang gelangt man über eine Stiege zum Wohnraum im Obergeschoß, das an der Straßenseite bündig abschließt und in Richtung Ybbsfluss weit über das Sockelgeschoß hinaus ragt. Großzügige Öffnungen ermöglichen einen herrlichen Ausblick über die Flusslandschaft, der durch Nutzung der Terrasse noch erweitert werden kann. Die lang gestreckte Wohnhalle ist durch keinerlei bauliche Maßnahmen getrennt. Da die offene Küche einen Wandrücksprung ausfüllt, der sich durch die Verzahnung mit dem Nachbargebäude ergibt, tritt sie visuell nicht in Erscheinung. Wände und Decke bestehen aus unbehandeltem Sichtbeton oder zementgebundenen Sandwichplatten, ein hellbeige grundierter Zementestrich dient als Bodenbelag. Die Oberflächen nehmen sich dadurch vollkommen zurück, die Wandöffnungen werden zu raumprägenden Elementen.

Zwei Kinderzimmer, das Elternschlafzimmer, die Bibliothek und alle Nebenräume befinden sich im Erdgeschoß und zeigen sich materialtechnisch und farblich der Raumnutzung entsprechend. Dabei ist die gekrümmte Wand mit den tiefen Fensteröffnungen in der Bibliothek, aus deren Perforierungen Licht eindringt und das dunkel gehaltene Bad mit betonierter Badewanne und Waschbecken, welches an das Flair eines orientalischen Hammams erinnern soll, zu erwähnen.

Die auffällig unauffällige Weise, in der sich das umgebaute Gebäude in den historischen Kontext einfügt, ist aus städtebaulicher Sicht bemerkenswert. Der verantwortliche Umgang mit Formen und Materialien demonstriert, dass mit Auftraggebern, die das Individuelle suchen, bereits bei kleinen Bauaufgaben die Virtuosität der Planer erkennbar sein kann.



Preisträger 2007 - Musikheim Windhag bei Waidhofen/Ybbs

Musikheim Windhag bei Waidhofen/Ybbs

Bauherr:    Musikverein Windhag

Planer:       Architekt Zieser Ziviltechniker GmbH, St. Pölten

Fotos:       Foto1, Foto2, Foto3, Foto4, Foto5, Foto6,

Der Ortsteil Windhag liegt auf der Kuppe eines Höhenzuges nördlich des Ybbsflusses und ist ca. 6 km von Waidhofen entfernt. Ein Großteil der dörflichen Bebauung reiht sich entlang der Hangkante und der Zufahrtsstraße. Direkt am Ortseingang steht, etwas isoliert, das Feuerwehr- und Vereinshaus des Dorferneuerungs- und Musikvereins Windhag. Im Anschluss daran folgen die Volksschule, Kirche und Wohnhäuser. Die Baulücke zwischen Vereinshaus und Schule sollte durch die anstehende Erweiterung des Musikheimes nicht geschlossen werden, sondern als freier Platz weiter für Freiluftveranstaltungen erhalten bleiben.

Der große Musikproberaum wurde daher in den Hang abgesenkt. Mit akustischen Boden-, Wand- und Deckenelementen ausgestattet, erfüllt er die hohen Ansprüche der vielfach ausgezeichneten Trachtenmusikkapelle von Windhag. Dieser Saal wird über eine nordseitige Glasfassade großzügig belichtet, entlang der hangseitigen Rückwand reihen sich unbelichtete Nebenräume wie Archivraum oder Musiktechnik- und Haustechnikraum. Die Verbindung des Saales ist über einen Stiegenabgang und einen verglasten Verbindungsgang zum bestehenden Musikheim gegeben, wobei ähnlich wie bei der Stahlglaskonstruktion die Gestaltung überzeugender hätte ausgeführt werden können. Die in den Hang hinein geschobene Stahlbetonkonstruktion, bestehend aus Wandscheiben und einer Plattenbalkendecke, welche den freien Veranstaltungsplatz trägt, ist einer seitlich offenen „Schachtel" ähnlich und erzielt eine aus fachlicher Sicht gute Lösung.

Dem Architekten gelingt es einen Veranstaltungsplatz zu schaffen, der nicht nur auf Grund seiner Ausformung und Materialwahl überzeugt, sondern vor allem durch die kluge Einbeziehung des Naturpanoramas. Die eigentlichen Gegensätze von Natur und Gebautem werden beim gegenständlichen Bauwerk in harmonischen Zusammenhang gebracht und lassen das hohe planerische Können des Architekten erkennen.



Preisträger 2006 - Kläranlage Ybbsitz

Kläranlage Ybbsitz, Schlammentwässerungsgebäude sowie Lager- und
Betriebsgebäude

Bauherr:    Marktgemeinde Ybbsitz

Planer:      Architekt Dipl.-Ing. Richard Zeitlhuber, Herzogenburg

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Als es galt, die Kläranlage der Marktgemeinde Ybbsitz durch ein Schlammentwässerungs- sowie ein Lager- und Betriebsgebäude zu ergänzen, entschieden sich die Gemeindeväter anstelle der sonst üblichen „Schachteln" für die Errichtung zeitgemäßer und optisch anspruchsvoller Baukörper.

Auf diese Herausforderung reagierte der Planer mit einer expressiven Gebäudeform, die dem technischen Charakter der Kläranlage mit selbstbewusster Geste Paroli bietet. Es entstand eine kristalline Skulptur - zwei sich in entgegengesetzte Richtung neigende Prismen - die mit ihrer Zeichenhaftigkeit auf die Umgebung reagieren und die Bauaufgabe „Maschinen- bzw. Lagerhalle" völlig neu interpretieren.

Dem konstruktiven Stahlbetonkern der streng geometrischen Baukörper wurde eine Fassade mit lebendiger, sich durch den natürlichen Alterungsprozess ändernder Oberfläche, vorgehängt.

Die Hülle des Schlammentwässerungsgebäudes besteht aus rauem und unbehandeltem Corten-Stahl, der bis zur Ausbildung einer schützenden Oxydationsschicht wunderbar rostrot korrodiert. Im Gegensatz dazu erhielt das Lager- und Betriebsgebäude eine silbrig glänzende Außenhaut aus glattem Zink-Titanblech, das im Laufe der Zeit eine hellgraue Färbung annimmt.

Die metallischen Oberflächen legen ein Assoziieren mit der Rolle der Marktgemeinde Ybbsitz als historisches Zentrum der Metallverarbeitung und Schmiedekunst an der niederösterreichischen Eisenstraße nahe.

Es gelang dem Planer in erfrischender Weise, dem engen gestalterischen Rahmen reiner Zweckbauten zu entfliehen und dieses Gebäudeensemble als markanten Kontrapunkt zur idyllischen Landschaft der niederösterreichischen Voralpen zu positionieren.



Preisträger 2006 - Kindergarten/Hort Ennsdorf

Kindergarten und Hort Ennsdorf

Bauherr:    Gemeinde Ennsdorf

Planer:      Architekturbüro Scheuer + Pardametz
Ziviltechniker Gesellschaft m.b.H., Linz

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Als eine der wenigen Gemeinden mit steigender Kinderzahl sah sich Ennsdorf mit einem erhöhten Bedarf an Kinderbetreuungseinrichtungen konfrontiert. So wurde der bestehende Kindergarten durch einen eigenständigen Neubau mit zwei Gruppenräumen, integriertem Hort und Bewegungsraum erweitert.

Alle Gruppenräume sind nach Osten hin zur Vormittagssonne orientiert und öffnen sich raumbreit über Glasfronten mit Schiebetüren zur weitläufigen Gartenanlage. Ein dieser Gebäudefront direkt vorgelagertes Wasser- und Pflanzenbecken wird durch überdachte und bespielbare Terrassen überbrückt.

Die so entstandene Offenheit lässt Innen- und Außenbereich verschmelzen. Die Kindern werden zum Beobachten der jahreszeitlich bedingten Veränderungen in Biotop und Garten angeregt und somit ihre Sensibilisierung für die Vorgänge in der Natur bewirkt.

Ein verglaster Verbindungsgang zwischen Altbestand und neuem Baukörper ermöglicht die gemeinsame Nutzung des neuen Bewegungsraumes. Dieser öffnet sich über eine raumhohe Glasfront auf eine überdeckte Terrasse und kann auf Grund seiner Dimensionierung auch für größere Veranstaltungen herangezogen werden.

Durch seine architektonische Gestaltung arrangiert sich das Bauwerk perfekt mit der Umgebung. Die überschaubare Raumanordnung und optimal ausgelegte Erschließungsflächen gestatten den Benutzern eine klare Orientierung. Dieser Neubau kann daher als Beispiel eines gestalterisch und funktionell vorbildlichen Kindergartenbaues bezeichnet werden.



Preisträger 2006 - Einfamilienhaus Krasa in Maria Gugging (Haus am Bach)

Einfamilienhaus Krasa in Maria Gugging (Haus am Bach)

Bauherr:    Dr. Robert und Dr. Silvia Krasa

Planer:      Ablinger, Vedral & Partner Ziviltechniker GmbH, Wien

Fotos:       Foto1, Foto2, Foto3

Die planerische Herausforderung leitet sich aus den landschaftlichen Gegebenheiten ab. Während der lang gestreckte Baukörper in Holzbauweise parallel zum am Grundstück vorbeifließenden Bach verläuft, weist die schmale Stirnseite in Richtung Zufahrtsstraße. Das zum Garten hin transparente Erdgeschoss soll der  Horizontüberhöhung im Süden entgegenwirken.

Ein gedeckter Zugang verbindet die freistehende Garage mit dem Wohnhaus und dient gleichzeitig als Pufferzone zwischen Privatgarten und Straße.

Im Erdgeschoß dominieren Transparenz und Offenheit. Der gesamte Wohn- und Essbereich präsentiert sich als ein einziger lichtdurchfluteter Raum. Die Schlafräume im Obergeschoß sind durch eine einläufige Holztreppe erschlossen.

Im Bereich des oberen Stockwerkes schützen Lamellen aus Lärchenholz vor zu starker Sonneneinstrahlung. Um die bei der Verwitterung dieser Holzart entstehenden Farbeffekte zu verstärken, werden die Bretter durch das weit auskragende Pultdach vor Schlagregen geschützt.

Die Heizung ist als Niedertemperatursystem ausgelegt. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung nutzt Erdwärme zum Heizen und Kühlen. Sonnenkollektoren am Dach unterstützen die Warmwasseraufbereitung.

Dieses Einfamilienhaus kann zweifelsohne als Musterbeispiel modernen und offenen Wohnens bezeichnet werden. Das Bauwerk überzeugt nicht nur durch ausgefeilte Konstruktionsdetails, sondern integriert sich nicht zuletzt wegen optimal aufeinander abgestimmter Material- und Farbwahl perfekt in seine Umgebung.



Preisträger 2006 - Kulturhaus Alter Pfarrhof St. Andrä-Wördern

Renovierung und Umbau Kulturhaus Alter Pfarrhof St. Andrä-Wördern

Bauherr:    Marktgemeinde St. Andrä-Wördern

Planer:      Architekten Schermann & Stolfa, St. Andrä-Wördern

Fotos:        Foto1, Foto2, Foto3, Foto4, Foto5, Foto6

Der historisch bedeutsame Alte Pfarrhof stammt in seinen wesentlichen Teilen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Die Absiedlung des früher hier untergebrachten Gendarmeriepostens bot die Gelegenheit einer neuen öffentlichen Nutzung als Kulturhaus.

Das schmale, lang gestreckte Objekt ist parallel zur Pfarrkirche an einer Geländekante situiert, wobei die eingeschossige Südfassade den oberen Kirchenplatz begrenzt, während die zweigeschossige Nordfassade sich dem unteren Kirchenplatz zuwendet.

Unregelmäßigkeiten in der Anlage des Hauses wie versetzte Geschosse, unterschiedliche Fußbodenniveaus oder differenzierte Ausbildung der Fenster verweisen auf die bewegte Baugeschichte und bildeten Ansatzpunkte für die Neuinterpretation beim Umbau. Sorgfältig kalkulierte Eingriffe waren nötig, das Gebäude von innen und außen in seiner räumlichen Vielfalt überschaubar und erlebbar neu zu definieren.

Ein transparenter Zubau an der Nordfassade erweitert das vorhandene Raumangebot um ein weitläufiges, auch als Ausstellungsraum nutzbares Foyer. Im Dachgeschoß konnte durch den aus statischen Gründen erforderlichen Einbau einer Stahlbetondecke ein großzügiger Mehrzweckraum entstehen. Der vorhandene Gewölbekeller wurde als Veranstaltungssaal nutzbar gemacht.

Mit Konstruktionen aus Glas, Stahl, Aluminium und Beton gelang es, den Massivbau aus Bruchsteinmauerwerk, Ziegelgewölben und Dippelbaumdecken zu transformieren. Historisch wertvolle Bauelemente wie Stuckdecken und Kachelöfen zeigen sich sorgsam restauriert.

Unter dem Einfluss einer zeitgemäßen, formal zurückhaltenden Architektursprache wurde der Anspruch, die Bausubstanz nicht nur zu erhalten, sondern vielmehr eine Symbiose zwischen Alt und Neu zu schaffen, vorbildlich umgesetzt. Bewahrtes und Bewährtes geben im Verbund mit dem Verständnis und der Akzeptanz neuer und zusätzlicher Kulturformen dem Haus seine unverwechselbare Identität.



Preisträger 2006 - Bundesschulzentrum Mistelbach

Erweiterung und Adaptierung Bundesschulzentrum Mistelbach

Bauherr:    Stadtgemeinde Mistelbach und
BIG, Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H.

Planer:      Florian Lutz . Daniela Amann . Architekten
Ziviltechnikergesellschaft OEG, Innsbruck

Fotos:        Foto1, Foto2, Foto3, Foto4, Foto5, Foto6, Foto7, Foto8

Da das bestehende Bundesschulzentrum nicht mehr allen Anforderungen eines zeitgemäßen Schulbaues entsprach, war einerseits eine Adaptierung des Bestandsgebäudes, andererseits ein Zubau notwendig geworden.

Die Adaptierung, in deren Zuge eine Entflechtung der funktionellen Raumzusammenhänge erfolgte, beschränkt sich auf einige bauliche und wärmetechnische Maßnahmen.

Der langgestreckte, bügelförmige Baukörper des Neubaues ruht unter Ausnutzung des Geländesprunges vor dem bestehenden Schulkomplex. Der Zubau gliedert sich in drei Geschosse, die von oben nach unten gesehen folgende Funktionen aufnehmen:

In der oberen Ebene, die Klassenräume, Pausenflächen und Sanitäreinrichtungen umfasst, befindet sich eine interne Anbindung an das Erdgeschoss des Altbestandes. Das darunter liegende Stockwerk mit Foyer, Lehrerräumen und Verwaltung dient als Haupteingangsebene und verbindet die neuen Schülergarderoben mit den vorhandenen im Untergeschoß des Bestandes. Die unterste Ebene beherbergt diverse Sonderunterrichtsräume.

Der Zubau wurde in Stahlbetonbauweise mit vorgespannten Decken konzipiert, lediglich die oberste Geschoßdecke ist aus Gewichtsgründen als Holzkonstruktion ausgeführt. Die gesamte Konstruktion sieht höchstmögliche Flexibilität vor, um zukünftigen Bedürfnissen und Entwicklungen gerecht werden zu können.

Die bauliche Struktur ermöglicht optimale Belichtung für die Innenräume von Alt- und Zubau und schafft wertvolle Ausblicke sowie Bezüge zur Umgebung. Durch das Aufnehmen der topographischen Gegebenheiten bilden Neubau, bestehende Schule, Grünraum, Sporthalle und Sportplatz ein erlebenswertes Ensemble. Die Adaptierung und Erweiterung des Bundesschulzentrums Mistelbach kann somit als Beispiel eines funktionell und gestalterisch vorbildlichen Schulbaues bezeichnet werden.



Preisträger 2006 - Kontrollturm Flughafen Schwechat

Flugsicherungsstelle mit Kontrollturm am Flughafen Wien Schwechat

Bauherr:             Flughafen Wien AG und Austro Control GmbH

Generalplaner:    Arbeitsgemeinschaft Zechner - Lorenz, Wien und Graz

Fotos:                    Foto1, Foto2, Foto3, Foto4, Foto5, Foto6, Foto7,Foto8

Um die Kontrolle über das Geschehen des erweiterten Vorfeldes der nächsten Jahrzehnte zu gewährleisten, wurde ein Neubau des Flugsicherungstowers am Flughafen Schwechat notwendig.

Die prominente Lage an der Haupteinfahrt bot die Chance, ein städtebauliches Zeichen mit Signalcharakter zu schaffen. Durch die Kombination der Funktionsbereiche „Flugsicherungstechnik" und „Kontrollturm" in einem einzigen Gebäude entstand ein Bauwerk, das in seinem Erscheinungsbild eher einem Hochhaus als einem „klassischen" Tower entspricht.

In Assoziation zum Verkehrsmittel Flugzeug entwickelt der 108 Meter hohe Turm eine vertikale Dynamik, die aus der Höhenstaffelung und Orientierung seiner drei Hauptbereiche Sockelgebäude, Turmschaft und Turmkopf entsteht.

Das quadratische Sockelgebäude beherbergt die Flugsicherungstechnik und orientiert sich an den Baufluchtlinien. Die Grundrisskonzeption im Sockel wird durch den Schaft dominiert, der die Vertikalerschließungen und Schächte enthält. Durch dessen Exzentrizität können verschieden tiefe Raumzonen angeboten werden.

Der Turmkopf hat die Form eines bombierten Rechteckes und ist in Hauptblickrichtung der Kanzel zum Sockel um 45  verdreht. Hier sind Fluglotsen und Movement Control untergebracht.

Um den 45 Meter hohen Bereich zwischen Sockelzone und Kopfteil mit mehr als einem simplen Betonschaft zu überwinden, wurde eine Membranhülle entwickelt, die mittels begehbarem Stahlskelett am Betonkern befestigt ist. Die Form der Membran ist nicht gestaltet, sondern ergibt sich aus einem schrittweisen Übergang der Geometrien von Sockel und Gebäudekopf. Da der Turmkopf symmetrisch am Schaft situiert ist, entsteht eine unregelmäßige Drehform, die den Tower je nach Blickrichtung in einer anderen Konfiguration zeigt.

Über 3.300 m2 mit PTFE-Glasfasergewebe bespannter Fläche machen das Gebäude zum größten Membranbauwerk Österreichs.

Durch computergesteuerte Lichtprojektionen und Hinterleuchtung der Membranhaut wird der mit dem „European Steel Design Award 2005" ausgezeichnete Flugsicherungsturm zu einem unübersehbaren Wahrzeichen, gleichsam ein Leuchtturm des Flughafens Wien.



Preisträger 2005 - Efaflex Baden

Betriebsgebäude EFAFLEX in Baden

Bauherr:    Ferdinand Türtscher, EFAFLEX Torsysteme

Planer:      ARTEC Architekten
Architektin Dipl.-Ing. Bettina Götz
Architekt Dipl.-Ing. Richard Manahl, beide Wien

Fotos:      Foto1, Foto2, Foto3, Foto4, Foto5, Foto6, Foto7

Für den Neubau des Betriebsgebäudes der Firma EFAFLEX, einer Herstellerfirma für Rolltore, wählten die Planer ein Grundstück im Flachland südlich von Baden, in Sichtweite der Bundesstraße 17. Der Baugrund ist Teil eines Gewerbegebietes, wobei derzeit nur vereinzelte Parzellen bebaut sind.

Das Gebäude, dessen Tragkonstruktion überwiegend in Stahl ausgeführt ist, gliedert sich in einen Hallenteil zur Lagerung und Vorrichtung der auszuliefernden Tore sowie einen Büroteil mit den Schwerpunkten Verkauf und Administration. Standen für die Halle vor allem gute Anliefermöglichkeit und neutrale Ausleuchtung im Vordergrund, waren für den Büroteil hohe Ansprüche an die räumliche Qualität von Bedeutung.

Die ebenerdige Halle ist über ein EFAFLEX Rolltor an der Gebäuderückseite befahrbar. Eine matte, metallische Paneel-Haut umschließt den gesamten Baukörper innen wie außen. Hervorzuheben sind die beiden Oberlichtbänder entlang der Längs-Außenwände, die den Innenraum gleichmäßig und blendungsfrei belichten.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die angrenzenden Bauplätze nach und nach mit Industriebauten füllen werden, nahmen die Planer zum Anlass, die Büroflächen erhöht anzuordnen. Diese Maßnahme bedingt zwar einen Mehraufwand in konstruktiver Hinsicht, brachte aber eine enorme Verbesserung der räumlichen Situation. Gleichzeitig entstand ein großzügig überdachter Vorbereich, der den Zugang zum Büro vor rauer Witterung schützt.

Der Bürobereich entwickelt sich von diesem Zugang über Eingangsbereich, Besprechungsraum und eine einläufige, querliegende Treppe hinauf in den oberen Stock. Die Bürofläche im Obergeschoss ist an drei Seiten raumhoch verglast,
elektrisch gesteuerte Lamellen zwischen den Scheiben schützen vor zu starker Sonneneinstrahlung. Nahezu frei von tragenden Konstruktionen, unter Verwendung von Nurglaswänden als Raumteiler, präsentiert sich der Raum großzügig, transparent und hell. Oberlichter im Bereich Stiege und Sozialraum sorgen für zusätzliches Tageslicht im Zentrum des Büros. Es besteht eine Sichtverbindung zur Halle. Auffallend ist der erfrischende Orangeton des Firmenlogos, der auch die gesamte Inneneinrichtung dominiert.

Ein bemerkenswertes Detail aus dem Bereich der Haustechnik bilden die Stahl-Hohlkastenträger, die, eigentlich zur Lastabtragung der Auskragung bestimmt, gemeinsam mit den Hohlräumen der Spannbeton-Dielendecke nach dem System der Hypokauste von zirkulierender Warmluft durchströmt, als überdimensionale Heizkörper funktionieren.

Bei diesem Neubau gelang es den Planern in vorbildlicher Weise, ein Gebäude rein aus seinem Inhalt zu entwickeln. Die als Träger der Firmenaufschrift fungierende Stirnseite weist genau in Richtung Hauptstraße und legt ein Assoziieren der Gebäudeform mit dem Firmenlogo, einem springenden Panther, nahe.



Preisträger 2005 - Wohnhausanlage am Hundssteig in Krems an der Donau

Wohnhausanlage am Hundssteig in Krems an der Donau

Bauherr:    GEDESAG - Gemeinnützige Donau-Ennstaler
Siedlungs-Aktiengesellschaft

Planer:      Architekt Mag.arch. Ernst Linsberger, Wien

Fotos:        Foto1, Foto2, Foto3, Foto4, Foto5, Foto6, Foto7

Der Bauplatz dieser Wohnhausanlage befindet sich in unmittelbarer Nähe zur mittelalterlichen Stadtmauer und dem Pulverturm, die beide als reliefartige Einrahmung des Grundstückes im Süden fungieren. Gut 20 Meter über dem Kremstal gelegen und nordöstlich von einer senkrecht abfallenden Felswand begrenzt, bietet sich ein wunderbarer Ausblick über Kremser Altstadt, Donau und Tullnerfeld. Das Gelände ist baulich nicht unproblematisch, weist es doch im höher gelegenen Bereich ein deutliches West-Ost Gefälle auf, während es im unteren Teil zu einem Nordhang dreht. Zudem erforderten prähistorische Funde eine Anpassung des gesamten Höhenkonzeptes.

Eine weitere Herausforderung für den Planer bildete die das Areal überragende „Eder-Villa". Wurde zunächst an die Abtragung des aus der Gründerzeit stammenden, dreigeschossigen Gebäudes gedacht, erkannte man im Zuge der voranschreitenden Planung deren mögliche Bedeutung als Identität stiftendes Bauwerk. So konnten in deren Erdgeschoß zwei Wohneinheiten entstehen, darüber 2 Maisonetten mit innen liegender Erschließung des Dachgeschoßes. Die Villa bildet nun den gewünschten baulichen Gegensatz zur neu errichteten Wohnhausanlage.

Der verdichtete Flachbau, bestehend aus 23 kubischen Hakenhofhäusern, ist hinsichtlich seiner Höhenstaffelung exakt den vorgefunden Höhenschichtlinien des Hanges angepasst. Aus dieser Nachzeichnung der Geländetopographie erklärt sich die Orientierung des Schlaftraktes nach Osten, während der Wohnraum südlich ausgerichtet ist.

Die höhenversetzte Anordnung der Häuserzeilen ermöglicht die Begrenzung des Freiraumes mit der brüstungshohen Attika des vorgelagerten Hauses. Diese Maßnahme schafft sowohl die geforderte Intimität und Uneinsehbarkeit des Gartenhofes, ermöglicht andererseits aber auch freie Sicht über das Dach der unterhalb liegenden Wohneinheit. Die Dachlandschaft wurde begrünt und mit Trockenrasengesellschaften belegt.

2 m breite, asphaltierte Zugangswege erschließen die Häuserzeilen. Sichtbetonwände in rauer Bretterschalung sollen hier Assoziationen zu der Horizontalität der wachautypischen Bruchsteinmauern hervorrufen.

Trotz schwieriger Geländebedingungen gelang es, 2 Tiefgaragen mit insgesamt 48 PKW-Abstellplätzen zu realisieren.

Ein Blick von der gegenüberliegenden Anhöhe lässt erkennen, wie harmonisch sich die Häuser dem Hang anschmiegen und mit der Hügelkuppe verschmelzen. Ganz selbstverständlich arrangiert sich die Anlage mit dem kulturträchtigen Umfeld, ohne jedoch ihre Lesbarkeit als moderner Wohnbau zu verlieren.



Preisträger 2005 - Rathaus St. Pölten

Umbau Rathaus St. Pölten
(Neugestaltung Haupterschließungsflächen inklusive Lifteinbau)

Bauherr:    Magistrat der Landeshauptstadt St. Pölten

Planer:      Architekt Dipl.-Ing. Wolfgang Pfoser, St. Pölten

Fotos:       Foto1, Foto2, Foto3, Foto4, Foto5

Das Rathaus St. Pölten kann auf eine mehr als 500 jährige Geschichte zurückblicken. Bedingt durch den Ankauf eines angrenzenden Gebäudes sowie zahlreiche Zu- und Umbauten bot sich dem Planer eine historisch gewachsene, aber sehr uneinheitliche Baustruktur.

Unmittelbarer Anlass, die Erschließungsflächen des Rathauses neu zu gestalten, war die zunehmende Bedeutung von Bürgerserviceeinrichtungen. Nach ausführlichem Studium der Baugeschichte wurden gemeinsam mit dem Bauherrn die funktionellen Erfordernisse formuliert und deren Umsetzung mit dem Bundesdenkmalamt koordiniert. Hauptziel war es, die formale Sprache unserer Zeit - modern, aber nicht modisch - in Form einer behutsamen Intervention in den Dialog mit der historischen Baustruktur zu stellen.

Unter genauer Berücksichtigung der bestehenden Bausubstanz mussten nur einige wenige Trennwände abgebrochen werden, um bereits großzügige Raumwirkungen in Form einer ebenerdigen Eingangshalle sowie eines Foyers vor dem Gemeinderatssitzungssaal im 1. Obergeschoß zu erhalten. Ganz im Sinne eines bürgernahen und transparenten Hauses, entstand im Erdgeschoß ein Frontoffice als erster Ansprechpunkt für sämtliche Anliegen der Bürger.

Durch geschickte Ausnutzung einer bestehenden Nische des Innenhofes, die man zur Anordnung eines gläsernen Liftturmes verwendete, gelang es, eine durch alle Geschoße des Gebäudes reichende Tageslichtöffnung zu schaffen, deren Wirkung gläserne Stege noch unterstreichen. Zudem konnte durch diese Maßnahme die noch ausstehende behindertengerechte Erschließung des Hauptgebäudes realisiert werden.

Wenige, aber edle Materialien wie Naturstein, Stahl, Glas und Ahornholz lassen die neuen Interventionen in Schichtungen klar ablesbar erkennen. Im Zuge der Bauarbeiten freigelegte gotische Steingewende wurden fachgerecht restauriert und in die neue Wandgestaltung integriert.

Zusammenfassend kann dieser Umbau als Musterbeispiel einer sehr gefühlvollen Adaptierung bezeichnet werden. Dem Planer gelang es in vorbildlicher Weise, eine zeitgemäße Erschließung des St. Pöltner Rathauses zu schaffen ohne jedoch die große Verantwortung im Umgang mit der vorhandenen historischen Baustruktur zu übersehen.



Preisträger 2005 - Schloss Würmla

Renovierung und Umbau Schloss Würmla

Bauherr:    Gemeinnützige Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft
Alpenland regGenmbH

Planer:      Architekt Dipl.-Ing. Johannes Zieser, Wien

Fotos:        Foto1, Foto2, Foto3, Foto4

Das Schloss Würmla, ursprünglich als Land- und Jagdschloss errichtet, stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Nur wenige Gehminuten vom Ortszentrum in einer ruhigen und naturbelassenen Parklandschaft gelegen, war das Bauwerk buchstäblich dem Verfall preisgegeben. Im letzten Moment entschloss man sich jedoch, das unter Denkmalschutz stehende Haus für die Nachwelt zu erhalten. Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass bei diesem Projekt erstmalig die Revitalisierung eines historischen Gebäudes aus Mitteln der Wohnbauförderung annähernd gleichpreisig zu einem Neubau gelang.

Der Umsicht des Architekten ist die nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten sehr behutsam vorgenommene Renovierung der vorhandenen Bausubstanz, unter gleichzeitiger Umgestaltung in ein modernes Büro- und Wohngebäude, zu verdanken. Im Erdgeschoß des Schlosses, dessen U-förmiger Grundriss einen Innenhof umschließt, situierte der Planer das neue Gemeindeamt sowie Räumlichkeiten für die Bibliothek von Würmla. Außerdem wurden 12 Wohnungen - 3 im Erdgeschoß, 9 im Obergeschoß - geschaffen.

Alle Wohnungen überzeugen durch ein gekonntes Zusammenspiel zwischen Alt und Neu, die großen Raumhöhen verleihen Loftcharakter. Jede Obergeschoßwohnung ist zusätzlich mit einer Galerie ausgestattet. Diese erstreckt sich auf nahezu die Hälfte der Wohnfläche und verstärkt nicht unwesentlich das angenehme Wohnklima. Die Galerien sind über Stahltreppen erschlossen, wobei Treppengeländer und Brüstungen aus reinem Glas Verwendung fanden. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass dieser Zugewinn an verwertbarem Wohnraum die Finanzierung des gesamten Projektes erst möglich gemacht hat.

Da der historische Fassadencharakter eine außen liegende Wärmedämmung nicht zuließ, kam eine völlig neuartige, selbst adaptierende Innendämmung des bestehenden Ziegelmauerwerks mit hohem Wärmedämmwert zur Anwendung. Alle Fensteröffnungen wurden mit neuen Kastenfenstern versehen. Die Geschoßdecken mussten auf Grund ihres Erhaltungszustandes erneuert werden und sind nunmehr in Stahlbeton ausgeführt.

Das Schloss Würmla kann ohne Zweifel als gelungenes Beispiel für die Revitalisierung eines historischen Gebäudes bezeichnet werden. Saubere und durchdachte Lösungen bis in den Detailbereich runden den positiven Gesamteindruck perfekt ab.



Preisträger 2005 - Haus Tauber in Muckendorf

Einfamilienhaus Tauber in Muckendorf

Bauherr:    Dr. Erich Tauber

Planer:      Architekt Dipl.-Ing. Thomas Moosmann, Wien

Fotos:        Foto1, Foto2, Foto3

Das Gebäude liegt in der kleinen Ortschaft Muckendorf in einer Ebene direkt neben der Donau. Klingt dies nicht weiter ungewöhnlich, hatten sich die Planer einigen Herausforderungen zu stellen.

Das Grundstück grenzt im Süden direkt an die stark befahrene Hauptstraße. Hier schufen die Architekten ein dreiseitig geschlossenes Carport in Sichtbetonbauweise. Dieses beherbergt neben den geforderten Autoabstellplätzen auch Müll- bzw. Abstellraum und bildet in optimaler Weise eine Schallmauer für das Wohngebäude.

Die planerische Herausforderung schlechthin leitete sich zweifelsohne aus der Form des Grundstückes ab, welches mit 70 m Länge, bei nur 14 m Breite, sehr ungewöhnliche und schlecht nutzbare Proportionen aufweist. Durch Situierung des Wohnhauses in der Grundstücksmitte konnte diese Problematik von den Planern jedoch gänzlich entschärft werden.

Im Süden entstand somit ein vorderer, „offizieller" Garten, welcher dem Wohn- und Eingangsbereich zugeordnet ist. Hier wurde auch ein Schwimmteich-Biotop angelegt, das neben seiner kühlenden Funktion auch die optische Trennung zwischen Hauseingang, Terrasse und Zugang bildet. Im Norden dagegen formt sich ein hinterer, „intimer" Garten, der sich dem Schlafbereich zuordnen lässt.

Während entlang der westlichen Grundstücksgrenze hohe Hecken Sichtschutz bieten, wird diese Aufgabe im Osten von einer verkleideten Holzpergola übernommen, welche auch die Bewegungsachse bildet. Sie schafft zusammen mit dem Carport ein optisch reizvolles Eingangambiente und geleitet den Besucher zum Wohnhaus.

Das Gebäude selbst äußert sich als einfacher, flacher Glasquader, welcher in die Pergola-Achse eingeschoben ist. Die Pergola bildet dabei gleichsam das Rückgrat des Gesamtentwurfes. Der gesamte Baukörper basiert auf einem 1 Meter-Raster, wobei die Fassaden diesen Raster übernehmen, ebenso wie die Fenster, welche entsprechend der Raumfunktion nur in der Höhe variieren. Der Raster setzt sich schließlich in der konstruktiven Lösung und der Lichtarchitektur harmonisch fort.

Den tragenden Rahmen des Hauses bilden Holzstützen mit aufgesetzten Dachträgern aus Leimholz, das Dach selbst ist als begrüntes Flachdach konzipiert. Die Wände sind in Holzriegelbauweise ausgeführt, innen mit Gipskartonvorsatzschale beplankt, außen mit nussbraun lasierten Dreischichtplatten aus Lärchenholz. Um diese Dreischichtplatten pflegefrei zu halten, wurde eine hinterlüftete Glashaut vorgesetzt, die im Zusammenspiel mit der dunklen Holzoptik über Glasspiegelungen interessante optische Effekte bildet.

Der Innenraum gliedert sich in Schlaf- und Wohntrakt mit dazwischen angeordneten Nassgruppen. Wurde der Schlafbereich durch seine elfenbeinartige Farbgebung leicht und hell ausformuliert, finden als Kontrast im Wohnbereich Nusstöne Anwendung, um diesem Gemütlichkeit und Eleganz zu verleihen. Die großen Glasflächen bewirken überdies ein optisches Verlaufen der Innenräume in den Garten hinaus. Zusätzlich situierten die Planer im Mittelpunkt des Grundrisses eine 2x3 Meter große Dachverglasung, welche mit dem darunter liegenden Blumenbeet wie ein Innenraum-Atrium wirkt. Diese Maßnahme trägt nicht unwesentlich zur Verstärkung der lichtdurchfluteten Optik und Leichtigkeit des Hauses bei.

Zusammenfassend kann dieses Einfamilienhaus als Musterbeispiel modernen und offenen Wohnens bezeichnet werden. Das Bauwerk überzeugt nicht nur durch ausgefeilte Konstruktionsdetails, sondern integriert sich nicht zuletzt wegen optimal aufeinander abgestimmter Material- und Farbwahl perfekt in seine Umgebung.



Preisträger 2005 - BG + BRG Wolkersdorf

Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Wolkersdorf im Weinviertel

Bauherr:    BIG Services
Immobilienmanagementgesellschaft des Bundes mbH
Objektmanagementteam NÖ Nord/Ost

Planer:      Architektur Consult ZT GmbH
Architekt o.Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Günther Domenig
Architekt Dipl.-Ing. Hermann Eisenköck
Architekt Dipl.-Ing. Herfried Peyker, alle Wien und Graz

Fotos:      Foto1, Foto2, Foto3, Foto4, Foto5, Foto6, Foto7, Foto8

Grundlegender Entwurfsgedanke war die Konzentration der Baukörper auf nur eine von 3 möglichen Flächen. Der als Sportareal genutzte Freiraum blieb so in maximaler Größe erhalten und wurde, einem ökologischen Konzept folgend, harmonisch in die Naturlandschaft integriert.

Das Erscheinungsbild des Bauwerks bestimmen lang gestreckte, in rötlicher Farbe gehaltene, Fassadentafeln aus Ton. Durchgehende Fensterbänder unterstreichen die horizontale Bauform und stellen durch ihre großzügige Dimensionierung ausreichende natürliche Belichtung und Belüftung sicher.

Die Schulbibliothek ist als Hängekonstruktion an einem Trägerrost konzipiert. Der 25 m lange Glaskörper als raumbildendes Merkmal des Schulvorplatzes und Kopfbauteil der Schule, wird durch seine längsseitige Auskragung von rund 6 m scheinbar zum Schweben gebracht.

Das Herzstück des Gebäudes bildet zweifellos eine dreigeschossige, glasüberdeckte Erschließungs- und Eingangshalle, um die sich in übersichtlicher Form sämtliche Funktionen der Schule gruppieren. Diese verteilen sich vertikal auf vier Ebenen und horizontal auf vier Baukörper. Der großzügige, lichtdurchflutete Raum schließt Pausenflächen, Garderoben sowie Bibliothek mit ein und erlaubt Blickbeziehungen zum Obergeschoß bzw. der anschließenden Freifläche. Ein direkter Zugang zur Galerie vervollständigt das Nutzungskonzept der wettbewerbstauglich dimensionierten Turnhalle.

Wegen des sehr hoch liegenden Grundwasserspiegels bzw. der Lage des Areals im hochwassergefährdeten Gebiet, war die Ausarbeitung eines Hochwasserschutzkonzepts erforderlich. So musste der versenkt angeordnete, teilbare Turnsaal in Wannenbauweise errichtet und mit zusätzlichen Abspannungen im Fundamentbereich gegen Auftrieb gesichert werden. Auch die Flachdächer sind im Konzept integriert und bilden durch ihre teilweise Begrünung einen Pufferspeicher bei starkem Regen.

Im wirtschaftlichen Konstruktionsraster von 4,90 x 8,00 m bildet eine Kombination aus Stahlbetonskelett- und Scheibenbauweise die primäre Tragstruktur des Gebäudes.

Die Lesbarkeit bzw. Überschaubarkeit der Raumanordnung ermöglicht den Benutzern eine selbstverständliche Orientierung und schafft durch ihre Logik eine hohe räumliche Qualität. Auf Grund der gelungenen architektonischen Gestaltung arrangiert sich das Bauwerk trotz seines großen Volumens perfekt mit der Landschaft. Der Neubau des Gymnasiums Wolkersdorf kann daher als Beispiel eines funktionell und gestalterisch vorbildlichen Schulbaus bezeichnet werden.



Preisträger 2004 - Augenblicke Optik Mödling

Umbau und Fassadenneugestaltung „Augenblicke" Optik in Mödling

Bauherr:    Nikolaus Lichtenstrasser, „Augenblicke" Optik

Planer:      Architekt Dipl.-Ing. Andreas Fassl, Breitenfurt

Fotos:       Foto1, Foto2, Foto3, Foto4

Die Fa. „Augenblicke" Optik hat ihren Sitz in der Fußgängerzone von Mödling und befindet sich dadurch in einem denkmalpflegerischen Schutzgebiet. Bedingt durch die Erweiterung um ein angrenzendes Geschäftslokal wurde ein Komplettumbau inklusive Neugestaltung des Geschäftsportales notwendig.

Als wesentliche Gestaltungsansätze wurden die Ausbildung eines - an die nicht mehr vorhandene historische Sockelzone erinnernden - durchgehend verglasten Portalbereiches und die Wiederaufnahme der die Fassade bestimmenden Fensterachsen herangezogen.

Die Umsetzung dieser Vorgaben gelang dem Planer in vorbildlicher Weise, indem er der Fassade eine sehr feingliedrige Stahl-Glaskonstruktion vorsetzte, deren seitliche Abschlüsse eingerückt sind. Das lässt die Mauerpfeiler zu den Nachbargeschäften noch mehr in Erscheinung treten und verbindet das Gebäude auch optisch wieder mit dem Untergrund. Durch die als Distanzhalter verwendeten hölzernen Oberlichtrahmen und die selbsttragenden gläsernen Randabschlüsse konnte die Stahlkonstruktion auf 6 schlanke Einzelstützen minimiert werden. Diese Stahlprofile bilden auch gleichzeitig die Verlängerung der darüberliegenden Fassadeneinteilung zur Straßenebene. Eine interessante Eigenart der neuen Glasfassade bildet die Aufhebung der sonst üblichen funktionalen Trennung von Eingang und Schaufenster. Dabei hat der Planer drei völlig gleichwertige Zugänge geschaffen, die somit zahlreiche Nutzungskombinationen ermöglichen.

Im Inneren wurden sämtliche Zwischenwände entfernt, so dass ein offener Raumverbund entstand. Hier dominieren der geölte Hochkantparkettboden sowie dunkel beschichtet Sperrholzplatten, die für die gesamte Inneneinrichtung Verwendung fanden. Im Werkstattbereich, der nun auch für Kunden einsehbar ist, situierte der Planer eine skulptural ausgeformte Stiege, die gleichzeitig Aufstiegshilfe, Raumteiler und Möbel darstellt.

Alles in allem wieder ein gelungenes Beispiel, wo sich moderne Architektur sehr harmonisch in ein vorhandenes Altstadtgefüge einordnet, ohne dabei jedoch ihre Eigenständigkeit zu verleugnen.



Preisträger 2004 - Bürohaus Stelzer in Herzogenburg

Bürohaus Baumeister Stelzer in Herzogenburg

Bauherr:    Baumeister Dipl.-Ing. Hans Peter Stelzer

Planer:      Architekt Dipl.-Ing. Franz Sam, Wien

Fotos:        Foto1, Foto2, Foto3, Foto4, Foto5, Foto6

Neben dem Bahnhof von Herzogenburg befindet sich eine Schottergrube, welche von der Firma Baumeister Stelzer bereits seit langem als Baustofflager genutzt wird. Genau an diesem in planerischer Hinsicht nicht unproblematischen Ort sollte auch das neue Bürohaus der Firma entstehen.

Das Objekt besteht aus insgesamt drei übereinander gestapelten Zonen. Belegschaftsräume und Archiv bilden dabei den kompakten Sockel, der sich teilweise mit der Böschung verschneidet. Die darüber liegenden Büros strahlen - ausgehend vom Straßenniveau - als räumliche, auf schrägen Stahlbetonstützen ruhende, Kragbalken weit in die Grube des Geländes hinaus und überdachen gleichzeitig auch den Vorplatz der Sockelzone. Quer zu den in Richtung Westen verlaufenden Büros bildet das aufgesetzte Cockpit-Studio den Abschluss des Gebäudes.

Dem Planer gelang es dabei, alle drei Zonen durch die Art der Konstruktion, Materialwahl und Verwendung von Lichtschneisen scharf zu differenzieren, diese zugleich aber auch durch vertikal übergreifende Bewegungsräume und innere Fenster intensiv zu verbinden.

Trotz der ungewöhnlichen Konstruktion des Gebäudes entstand kein Fremdkörper, sondern ein mit seiner Umgebung ausgezeichnet harmonisierendes Stück Architektur.



Preisträger 2004 - Hallenbad Wiener Neustadt

Hallenbad Wiener Neustadt

Bauherr:    Stadtgemeinde Wiener Neustadt
Vertreten durch: IMMORENT-Immobilienleasing Ges.m.b.H.

Betreiber:  Firma WBB (Wiener Neustädter Beteiligungs-, Betriebsführungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft m.b.H.)

Planer:      Architekt Dipl.-Ing. Ernst Maurer, Hollabrunn
Projektmanagement:    Baumeister KR Josef Panis, Wiener Neustadt

Fotos:       Foto1, Foto2, Foto3, Foto4,Foto5, Foto6, Foto7, Foto8

Das Hallenbad Wiener Neustadt befindet sich nordöstlich der Stadt im Bereich Civitas Nova. Hauptziel war es, die Erholungsthemen Sport, Erlebnis und Sauna/Wellness unter Ausnutzung größtmöglicher Synergieeffekte so zu behandeln, dass eine optimale Wasser-Freizeitlandschaft für die Wiener Neustädter Bevölkerung entsteht.

Man braucht sich nicht lange umzusehen um festzustellen: Diese Vorgaben hat der Planer optimal umgesetzt. Unterschiedliche Funktionen wurden so positioniert, dass die jeweils zugeordneten Bereiche Komplementärfunktionen für die anderen übernehmen können anstatt Konkurrent im eigenen Haus zu sein. Sie wurden harmonisch nebeneinander platziert bzw. in Übergangszonen miteinander verschränkt. Die unterschiedlichen Bereiche sind offen, aber doch uneinsichtig. Dadurch hat der Gast Überblick über den gesamten Raum, gleichzeitig aber immer wieder Nischen zum ruhigen Verweilen.

Hier entstand kein Hallenbad im übliche Sinn sondern ein „offenes Bad" mit Wetterschutz: Offen, großzügig und hell. Das Wellness- und Sportbad ist durch eine transparente Hülle mit der Außenwelt verbunden. Diese hoch wärmedämmende Stahl-Glas-Fassadenkonstruktion mit einem Gesamtausmaß von über 1.500 m2 ermöglicht von allen Bereichen des Bades einen ungestörten Blick nach außen, die umgebende Landschaft wird Teil des Badeerlebnisses. Für zusätzliche Lichtdurchflutung sorgt ein rund 200 m2 großes Glasdach im Bereich des Erlebnisbades. Die eigentliche Dachkonstruktion besteht aus sehr zarten Stahlfachwerken, die wiederum auf schlanken Stahlstützen ruhen.

Über ein großzügig gestaltetes Eingangsfoyer, zur Halle hin nur durch eine Glasfläche getrennt, eröffnet sich für den Besucher der Blick auf insgesamt 1.000 m2 Wasserfläche. Hier befinden sich sowohl der Erlebnis- als auch der Sportbereich. Der Hallenraum ist dreidimensional entwickelt, dynamisch und bietet Aktivitätsmöglichkeiten auf verschiedenen Ebenen. Inselförmig zwischen Erlebnis- und Sportwelt hat der Planer in erhöhter Lage den Gastronomie- und Saunabereich situiert. Dieser ermöglicht interessante Blicke auf alle Wasserbecken.

Den Saunagästen stehen Finnische Sauna, Saunarium, Biosauna und Dampfbäder zur Verfügung, Fitness- und Schönheitsbewusste erfreuen sich an einem Sonnen- und Kosmetikstudio sowie dem Massagebereich.

PKW- bzw. Fahrradabstellplätze für die Besucher sind in ausreichendem Ausmaß vorhanden. Sicher und bequem ist der Standort auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

Alles in allem hat hier der Planer ein Bauwerk geschaffen, das in seiner Gesamtheit absolut zu überzeugen vermag. Es gelang ihm in vorbildlicher Weise, alle Bereiche, die von einem modernen Wellness- und Sportbad erwartet werden, harmonisch unter einem Dach zu vereinen. Saubere und durchdachte Lösungen bis ins Detail runden den äußerst positiven Gesamteindruck ab.



Preisträger 2004 - Einfamilienhaus Graf in Wieselburg

Einfamilienhaus Graf in Wieselburg

Bauherr:    Familie Annemarie und Mag. Rainer Graf

Planer:      Architekt Dipl.-Ing. Ernst Beneder, Wien

Fotos:       Foto1, Foto2, Foto3

Das Haus liegt am Stadtrand von Wieselburg im niederösterreichischen Alpenvorland.

Die Neben- und Einstellräume des Gebäudes umschließen dreiseitig einen in den Hang eingeschnittenen Gartenhof und bilden den Sockel des Hauses. Diese, das Terrain abstützenden Bauteile, sind großteils massiv ausgeführt. Dem Sockel sind die Wohn- und Atelierräume in Holzriegelkonstruktion aufgesetzt. Das Atelier kragt dabei als eigener Baukörper aus der Zwischenebene und beschattet so einen Teilbereich des Hofes.

Die Ebenen des Hauses staffeln sich dem Gelände folgend, wobei die Höhenentwicklung gegenüber dem gegebenen Terrain sehr niedrig gehalten werden konnte. Alle Räume sind nach Süden, Südosten oder Südwesten geöffnet. Die Flachdächer der den Hof einfassenden Bauteile sind begrünt.

Dieses Einfamilienhaus kann als Musterbeispiel modernen Wohnens bezeichnet werden, wobei es dem Planer auch ganz ausgezeichnet gelang, den Baukörper in die Umgebung zu integrieren.


Preisträger 2004 - Einfamilienhaus Aigner in Gaiselberg

Einfamilienhaus Aigner in Gaiselberg bei Zistersdorf

Bauherr:    Familie Martina und Ing. Helmut Aigner

Planer:       Architekt Dipl.-Ing. Konrad Spindler, Wien

Fotos:         Foto1Foto2

Beim vorliegenden Projekt handelt es sich um einen Neubau, der sich auf Wunsch der Bauherrschaft in Volumen und Typologie stark am Altbestand orientiert.

Der Altbau selbst - ein typischer Weinviertler Hakenhof mit Wohnräumen an der Straße bzw. Scheune und Wirtschaftsräumen in Richtung Innenhof - musste abgetragen werden. Eine ohnehin schlechte Bausubstanz, die durch Bodenfeuchte und Salze zusätzlich angegriffen war, ließ eine Sanierung aus bauphysikalischen, hygienischen und wirtschaftlichen Überlegungen nicht zu.

Aufbauend auf eine genaue Bestandsaufnahme entwickelten die Planer den Neubau aus den städtebaulichen und proportionalen Qualitäten des Altbaues heraus. Dadurch gelang es vorzüglich, die Atmosphäre bzw. räumliche Qualität des Hofes und der Einfahrt sowie die Bezüge zum dörflichen Gefüge und dem Grundstück zu erhalten. Eine Holzscheune und Wagenremise im Übergang zum Obstgarten konnten in den Neubau integriert werden. Die für einen Hakenhof ehemals prägende Einheit aus Wohnen und Arbeiten wird durch das Atelier von Frau Aigner, die Malerin ist, wieder aufgegriffen.

Mit diesem Neubau ist es gelungen, eine ökonomische Lösung umzusetzen, welche die Qualitäten des „Alten" erkennt und bewahrt, dennoch aber - ganz pragmatisch - den modernen Anforderungen an die Gebäudehülle gerecht wird.



Preisträger 2004 - Einfamilienhaus in Olbersdorf

Einfamilienhaus in Olbersdorf bei Hohenwarth - Mühlbach am Manhartsberg

Bauherr:    möchte anonym bleiben

Planer:      Architekt Dipl.-Ing. Konrad Spindler, Wien

Fotos:        Foto1, Foto2, Foto3

Ein langer, schmaler Baukörper in leichter Hanglage mit hohem Satteldach, bildet dieses Einfamilienhaus. Er gliedert das Grundstück in einen straßenzugewandten, nach Osten orientierten Obstgarten und einen nach Südwesten gerichteten „Wohngarten". Die Fassade zur Straße hin wird nur von einer Öffnung, dem Eingang mit großem Fenster, unterbrochen. „Wohngartenseitig" bildet ein auf zarten Stützen ruhender, weiter Dachvorsprung einen geschützten Vorplatz. Geschoßhohe Sonnenschutzelemente, jedes zweite verschiebbar, „filtern" das Sonnenlicht und schaffen einen Übergangsbereich ins Freie.

Eine hohe, bis zur Dachhaut reichende Halle erschließt das Haus im Inneren und gliedert es in einen kleineren Bauteil, der hangseitig oben liegt und einen größeren, hangabwärts orientierten Teil. Ähnlich einem Vexierbild entstehen somit entweder zwei Häuser, die durch die Halle verbunden sind, oder ein Haus, in das die Halle eingeschnitten ist. Die Form der Halle bildet die Gestalt des Hauses innen ab. So wird die äußere Form mit Satteldach im Inneren als Raumvolumen erlebbar.

In der Halle nimmt auch die Stiege ihren Ausgangspunkt. Diese ist insofern ungewöhnlich, als sie im Grundriss von außen nach innen wandert. Liegt der erste Stiegenlauf noch unmittelbar neben dem Eingang, ist der oberste Lauf bereits mittig unter dem First angeordnet.

Aufgefallen sind auch die Kinderzimmer im Obergeschoß. Sie sind zweigeschossig ausgeführt und an einem „Spielgang" angeordnet, der gleichzeitig auch als Bewegungszone dient.

Der gesamte Entwurf wird von eine klaren Geometrie getragen. Diese zeigt sich einerseits in der Gliederung der Dachfläche durch Dachflächenfenster und die Teilung der Blechbahnen. Sie kommt aber auch bei der Form des Hauses zum Ausdruck, wo das „abgeschnittene" Volumen des Laubenganges durch das auskragende Dach wieder zu einer symmetrischen Form ergänzt wird.

Das Haus nimmt in vorbildlicher Weise regionale Bezüge auf. Es liegt trotz seines großen Volumens vollkommen selbstverständlich - dennoch aber selbstbewusst - in der Landschaft.

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Letzte Änderung dieser Seite: 13.2.2017
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