
Die Josef Schöffel Förderungspreise des Landes Niederösterreich für besondere Verdienste im Naturschutz sind am 18. September 2008 im Rahmen eines feierlichen Festaktes im Stift Klosterneuburg an zehn von einer Fachjury nominierte Personen und Vereinigungen verliehen worden.
Der mit 2.500 Euro dotierte BIOSPHÄRENPARK-SONDERPREIS geht an den Verein Kultur.Landschaft mit Sitz in St. Andrä-Wördern für die Verwirklichung der Wanderausstellung „Nutzungsgeschichten aus dem Wienerwald." Die geschichtliche Aufarbeitung traditioneller Landnutzungsformen soll einerseits das aktuelle Landschaftsbild erklären, andererseits aber auch neue Chancen für nachhaltige Nutzungsformen in Gegenwart und Zukunft erkennen helfen. Die Wanderausstellung tourt durch Gemeinden und Schulen in der Biosphärenparkregion.
Im Bild von links nach rechts: Mag. Andrea Gruber (Verein Kultur.Landschaft), OStR Raimund Fischer, Dr. Erich Eder, Dipl.-Ing. Dietmar Niessner, Karl Lenk (Berg- und Naturwacht Mödling), Wolfgang Pegler (Verein Wagram pur), Landesrat Dipl.-Ing. Josef Plank, Norbert Kellner, Christian Heytmanek (Berg- und Naturwacht Rabensburg), Dr. Gertraud Grabherr (Umweltgruppe FUER), Mag. Margit Gross (Naturschutzbund NÖ) in Vertretung von Dr. Norbert Sauberer
Foto der Preisträger in Großansicht
Weiters wurden neun jeweils mit 1.600 Euro ausgelobte Josef Schöffel - Förderungspreise für besondere Leistungen zum Schutz der heimischen Natur an folgende Personen und Personengruppen vergeben:
Dipl.-Ing. Dietmar Niessner ist Besitzer einer Bio-Imkerei und weckt mit seiner „Bienenschule 4 Kids" seit 14 Jahren in Schul- und Kindergartenkindern die Begeisterung an der Imkerei, erläutert anschaulich ökologische Zusammenhänge und setzt damit eine Forderung der Pisastudie um: die Anleitung zum vernetzen Denken.
Dr. Erich Eder hat mit wissenschaftlichen, pädagogischen und publizistischen Leistungen, aber auch mit seinem Wirken in Organisationen wie Naturschutzbund NÖ und Distelverein sowie mit seinem persönlichen Einsatz bei der Erklärung diverser Naturdenkmäler in allen für den Josef Schöffel-Förderungspreis maßgeblichen Bereichen ein außergewöhnliches Engagement für den Naturschutz gezeigt.
Die Umweltgruppe FUER (Freiwillige Umwelt Erhaltung und Rettung) aus der Marktgemeinde Königstetten ist kein üblicher Verein, sondern seit 18 Jahren eine Institution in der Gemeinde. Dass sich die verschiedensten Menschen derart langfristig im Engagement für ihren Lebensraum zusammenfinden, ist durchaus bewundernswert. Wurden anfänglich Umweltthemen wie Müllvermeidung, Kompostierung, Luft- und Wasserqualität behandelt, so hat sich der Schwerpunkt der Arbeit nun in den Bereich Natur- und Landschaftsschutz verlagert.
Die NÖ Berg- und Naturwacht - Ortsgruppe Föhrenberge - Mödling und Wienerwald Südost erhält den Josef Schöffel-Förderungspreis für vier Jahrzehnte aktive Naturschutzarbeit. Die Ortsgruppe betreut zahlreiche Naturschutzgebiete und Naturdenkmäler, trägt zur Bewussteinsbildung für den Naturschutz in der Bevölkerung bei und sucht dabei gezielt den Kontakt zur Jugend. Im Jahr 2007 hat die Ortsgruppe mit 23 Mitgliedern mehr als 7.000 Einsatzstunden geleistet.
Oberstudienrat Raimund Fischer hat durch sein publizistisches Wirken über einen langen Zeitraum wesentlich dazu beigetragen, das Verständnis der Bevölkerung für den Erholungswert und den Naturschutzwert seiner engern und weiteren Heimat zu wecken. Ihm ist es zu verdanken, dass die Naturschönheiten in einer manchmal „vergessenen Region" Niederösterreichs - im Steinfeld und in der Feuchten Ebene - heute landesweit bekannt, geschätzt und geschützt sind.
NÖ Berg- und Naturwacht - Ortsgruppe Rabensburg: Die Rabensburger Thaya-Auen sind Naturschutzgebiet, Ramsar-Gebiet, und liegen außerdem am „Grünen Band", dem längsten Biotopverbundsystem Europas. Die Ortsgruppe der Berg- und Naturwacht hat sich um rund 200 heute längst nicht mehr genutzte Kopfweiden angenommen und schneidet diese Winter für Winter. Damit werden die für diese Landschaft charakteristischen Elemente und wertvolle Lebensraumstrukturen langfristig gesichert.
Herr Norbert Kellner hat sich als ehemaliger Bürgermeister der Stadtgemeinde Hardegg mehr als 20 Jahre lang für die Erklärung eines Naturschutzgebietes an der Thaya und im Anschluss für die Aufwertung zum Nationalpark eingesetzt. Es gibt nur wenige Bürgermeister, die sich so konsequent, energisch und unbeirrt für den Schutz der Natur durch ein so weit reichendes Projekt engagiert haben. Herr Kellner führt auch den Vorsitz im Nationalparkbeirat.
Dr. Norbert Sauberer ist für seinen uneingeschränkten körperlichen Einsatz bei Pflegemaßnahmen und für die prompte Umsetzung von errungenem Wissen in die Praxis bekannt. Sein Pioniergeist ist durch die aktive Mitarbeit bei der Gründung des Instituts für Naturschutzforschung und Ökologie an der Universität Wien erkennbar und seine Qualitäten im Management-Bereich durch die Koordination mehrerer Forschungsprojekte. Er ist eng mit dem Naturschutzbund NÖ verbunden und stellt die Palette seiner Fähigkeiten seit vielen Jahren in den Dienst des Vereins.
Herr Wolfgang Pegler aus Starnwörth - Gemeinde Stetteldorf - hat mit dem Verein Wagram pur Artenschutzmaßnahmen für Wiedehopf, Bienefresser, Steinkauz und Schleiereule in seiner Heimatregion am Wagram initiiert und sucht dabei erfolgreich die Kooperation mit Landwirten. Die Bestandeszahlen - insbesondere für den Wiedehopf - sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen.