Herausforderungen verbinden damals und heute - 40 Jahre nach der Volksabstimmung

Die Anti-Atomkoordination beim Amt der NÖ Landesregierung hat daher seit mehr als 15 Jahren zur Aufgabe, aktiv gegen den Ausbau der Atomkraft und für die Energiegewinnung aus erneuerbarer Energie einzutreten. Dabei informiert diese Koordinierungsstelle des Landes über die konkreten Gefahren der hochrisikoreichen Erzeugung von Atomenergie genauso wie über die langfristigen Probleme, die durch die noch immer ungelöste Endlagerung von hochradioaktivem Abfall aus dem Betrieb von Atomkraftwerken heraus entstehen.

AKW Zwentendorf mit Photovoltaikpanelen
© Land NÖ/Abteilung Anlagenbau

Anlassfälle entschieden gegen Atomkraft aufzutreten gibt es auch 40 Jahre nach der Volksabstimmung weiter genügend: Ausbaupläne in unseren Nachbarstaaten Tschechien, Slowakei und Ungarn genauso, wie die geplanten staatlichen Beihilfen dafür. Daher kann Niederösterreich einen wichtigen Beitrag leisten und unsere Nachbarstaaten in den nächsten Jahren davon überzeugen, ihre Energieversorgungsprogramme auch ohne Atomkraft weiterzuentwickeln und die gesetzlichen Grundlagen dafür anzupassen. 

Wie dies möglich wäre, auch das hat Österreich gleich nach der Volksabstimmung vorgemacht. Denn noch im Dezember 1978 wurde als Konsequenz das Atomsperrgesetz vom Nationalrat verabschiedet. Im Jahr 1999 beschließt das Parlament dann das Bundesverfassungsgesetz für ein atomfreies Österreich, damit erhält das Verbot der Energiegewinnung durch Kernspaltung sogar Verfassungsrang.

  • 676. Bundesgesetz: Verbot der Nutzung der Kernspaltung für die Energieversorgung in Österreich, Bundesgesetzblatt, 29.12.1978
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  • 149. Bundesverfassungsgesetz für ein atomfreies Österreich, Bundesgesetzblatt, 13.8.1999
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Dipl. Ing. Peter Allen, Anti-Atomkoordinator Niederösterreichs (2010-2015)

"Der Wandel, den ich in den vergangenen 40 Jahren persönlich miterleben durfte, war jener: Atomstrom, eine anfänglich hochgelobte, saubere, billige und wohlstandbringende Energieform, der Ausdruck der höchsten Stufe der technologischen Entwicklung, daher „ein Muss“ für das Image jedes modernen industrialisierten Wirtschaftsstaates, hat sich zu einer gefährlichen, schmutzigen und teuren Energieform gewandelt, die noch vielen folgenden Generationen Probleme und Kosten bescheren wird. "


Zwentendorf heute – ein Solarkraftwerk

Im März 1985 beschließen die Gesellschafter der Gemeinschaftskraftwerk Tullnerfeld GesmbH. die „stille Liquidierung“. Zwentendorf hat bis dahin insgesamt 14 Milliarden Schilling gekostet (umgerechnet 1,02 Mrd. Euro), 600 Millionen Euro davon für die Konservierung. 

2005 kaufte die EVN das Kraftwerk. Die Kraftwerks- und Turbinenhallen dienen seither als Schulungszentrum und am Gelände finden zahlreiche Veranstaltungen statt. 

Heute produziert das Kraftwerk 100 Prozent erneuerbaren Strom aus Sonnenenergie. 2.300 Paneele sind auf dem Dach und der Fassade sowie im Freiflächen-Solarpark angebracht und erbringen eine Leistung von 450 Kilowattpeak. 

Wer das Atomkraftwerk einmal selbst erleben möchte, kann es im Rahmen einer Führung besichtigen. Da das AKW nie in Betrieb ging, sind heute Bereiche zugänglich, welche sonst unter hoher Radioaktivität stehen würden.

Ihr Kontakt zur Anti-Atomkoordination

Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Anlagentechnik
Landhausplatz 1, Haus 13 
3109 St. Pölten
E-Mail: post.bd4@noel.gv.at 
Tel: 02742/9005-14251
Fax: 02742/9005-14985   
Letzte Änderung dieser Seite: 5.11.2018
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