Nationalpark Donau-Auen

   
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Der Donauabschnitt zwischen Wien und der Staatsgrenze bei Hainburg ist neben dem Engtal der Wachau die letzte verbleibende freie Fließstrecke der Donau in Österreich. Der Nationalpark Donau-Auen schützt daher auf 93 km² Fläche eines der wenigen großen, ökologisch weitgehend intakten Augebiete Europas. Nach den Ereignissen um das geplante Kraftwerk Hainburg und jahrelangen Diskussionen wird er seit November 1997 von der Weltnaturschutzunion IUCN als Nationalpark geführt.

Der Donauabschnitt zwischen Wien und der Staatsgrenze bei Hainburg ist neben dem Engtal der Wachau die letzte verbleibende freie Fließstrecke der Donau in Österreich. Der Nationalpark Donau-Auen schützt daher auf 93 km² Fläche eines der wenigen großen, ökologisch weitgehend intakten Augebiete Europas. Nach den Ereignissen um das geplante Kraftwerk Hainburg und jahrelangen Diskussionen wird er seit November 1997 von der Weltnaturschutzunion IUCN als Nationalpark geführt. 

Die Vielfalt seiner Lebensräume ermöglicht einen gewaltigen Reichtum an oftmals gefährdeten und seltenen Pflanzen und Tieren. Biber und Europäische Sumpfschildkröte, Eisvogel und Seeadler, Schwarzpappel und Wilde Weinrebe sowie zahlreiche Orchideenarten sind nur einige davon. Der Nationalpark Donau-Auen ist zugleich natürlicher Rückhalteraum für Hochwässer, garantiert hochwertige Trinkwasserressourcen und wirkt als "grüne Lunge" und Klimaregulator der Region. Seine landschaftliche Schönheit macht ihn für viele Menschen zu einem begehrten Erholungsraum. Der Nationalpark bietet ein umfassendes Informationsangebot in Form von Infostellen, geführten Touren und markierten Wegen an, um so zu einem eindrucksvollen, individuellen Naturerlebnis zu werden.

Dynamik schafft Lebensraum

Durch die nahezu ungestörten Wechselbeziehungen zwischen Donaustrom und Aulandschaft sind - trotz menschlicher Eingriffe - die wesentlichsten Voraussetzungen für ein funktionierendes Auen-Ökosystem erhalten geblieben. Jährlich wiederkehrende Überflutungen sorgen für Grundwasseranreicherung, nähren durch düngenden Schlamm die hohe Produktivität, spülen mit gewaltiger Räumkraft die Seitenarme und schützen so die Altwässer vor Verlandung. Sie bilden Tümpel, "pflügen" die Au um und schaffen durch Aufschüttung und Abtragung neue Pionierstandorte. Zusätzlich bringen sie durch stets frische, unreife Stadien Besiedlungsabläufe (Sukzessionen) in Gang, die für die Au typisch sind.

Nur der dynamische Kontakt von Fluss und Begleitlandschaft ermöglicht eine funktionierende Au. Die Folge dieser Prozesse sind sehr hohe Arten- und Individuendichten. So wären zum Beispiel für die 109 Brutvogelarten in einer durchschnittlichen europäischen Landschaft rund 800 km² nötig. In den Donau-Auen ist diese Vielfalt auf 80 km² möglich. Insgesamt findet man in diesem Gebiet mehr als 5.000 Tier- und über 600 Pflanzenarten.

Die wirtschaftliche Nutzung der natürlichen Ressourcen wurde im Nationalpark eingestellt, die Landschaft darf sich frei von wirtschaftlichen Zwängen entwickeln.

"Baumeister" Biber zurückgekehrt

Der Biber ist ein intelligenter und geschickter Bewohner unserer Naturlandschaft und stellt eine besondere Bereicherung des Nationalparks Donau-Auen dar. Nachdem der Biber Mitte des 19. Jahrhunderts aus den Auen verschwunden ist, besiedelt er nun nach erfolgreichen Einbürgerungsversuchen wieder viele für ihn attraktive Flusslandschaften. Der vorwiegend dämmerungs- und nachtaktive Bewohner der Au ist ein reiner Vegetarier. In den Sommermonaten lebt der Biber vor allem von Wasserpflanzen und jungen Trieben von Weide, Pappel und Espe. In der kalten Jahreszeit ernährt er sich fast ausschließlich von der Rinde bestimmter Sträucher und Bäume.

Der Biber als Landschaftsgestalter verbessert zudem die Strukturvielfalt in Feuchtgebieten für andere Tiere und Pflanzen oder macht sie oft erst für andere Tiere bewohnbar. Mit seinen Burgen schafft er ökologisch wertvolle Flachwasserzonen in fließenden Gewässern, oder er verhilft durch seine Grabungen dem Eisvogel zu Uferabbrüchen zum Nisten. Durch das Fällen von Bäumen bringt der Biber Licht an die Gewässerufer und schafft so wieder Lebensräume für wärmeliebende Arten.

Flussbauliches Gesamtprojekt, Gewässervernetzung

Nur noch in der Wachau und östlich von Wien ist die Donau in Österreich ein frei fließender Fluss. Aber auch hier hat die Donauregulierung den ursprünglich reich verzweigten Fluss in ein einziges Bett gezwängt. Die Donausohle hat sich in der Folge eingetieft, die Augewässer sind teilweise verlandet. Im Zuge des "Flussbaulichen Gesamtprojektes" können die niedrigen Wasserstände der Donau wieder angehoben werden. Dadurch soll die Au wieder besser mit Wasser versorgt werden. Befestigte Steinufer sollen rückgebaut werden, neue Kiesinseln und Seichtwasserbereiche werden entstehen. Die Inseln dienen vielen selten gewordenen Vögeln als Brutplätze, in den geschützten Gewässerbereichen dahinter finden viele Flussfische eine ideale Kinderstube. Gewässervernetzungen bilden weitere wesentliche Teile des Konzeptes. Die Altarme der Donau sollen wieder vermehrt mit dem Hauptstrom kommunizieren. Einige Gewässervernetzungsprojekte wurden bereits abgeschlossen, erste Ergebnisse bestätigen den Erfolg.

Nationalparkzentrum schlossOrth

Im Juni 2005 wurde das renovierte Schloss Orth an der Donau offiziell als Nationalpark-Zentrum eröffnet und ist nun das Tor zur Au. Es beherbergt neben den Mitarbeitern auch tierische Bewohner wie ein Storchen- und ein Turmfalkenpaar sowie Fledermäuse. Mit der „Schlossinsel" ist zusätzlich ein attraktives Auerlebnis-Freigelände geschaffen worden.

Kontakt

Nationalpark Donau-Auen GmbH
2304 Orth an der Donau, Schloss Orth

T +43 (0) 2212 / 3450
F +43 (0) 2212 / 3450-17
nationalpark@donauauen.at 
http://www.donauauen.at/



weiterführende Links

Ihre Kontaktstelle des Landes für Nationalparks

Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Naturschutz
Landhausplatz 1, Haus 16

3109 St. Pölten

E-Mail: post.ru5@noel.gv.at
Tel: 02742/9005 - 15237
Fax: 02742/9005 - 15220

Letzte Änderung dieser Seite: 19.5.2017
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