Der Grüne Bericht 2015

Niederösterreich ist Österreichs Agrarland Nummer eins, mit rund 40.000 Betrieben findet sich jeder Vierte österreichische Hof in unserem Bundesland. Dabei sind wir immer noch ein Land der klein- strukturierten Betriebe, in dem der Familienzusammenhalt und die Identifikation mit dem Bauernstand ausgeprägt sind.


Unsere Bäuerinnen und Bauern produzieren nicht nur hochwertigste Lebensmittel und Rohstoffe son- dern bringen auch enorme Leistungen für Umwelt, Tourismus und Wirtschaft im ländlichen Raum. Sie sind professionell in ihrer Arbeit, innovativ in ihren Wegen und naturnah in ihrer Wirtschaftsweise. Trotzdem stehen sie mannigfaltigen Herausforderungen gegenüber, die sich im Lauf der Jahrzehnte ständig wandeln. Mit unserer Politik versuchen wir sie zu begleiten und ihnen Partner zu sein. Der vor- liegende Bericht verdeutlicht dies und nimmt besonderen Bezug auf das Jahr 2015.


Speziell der vergangene Sommer war von großer Hitze geprägt, die massive Trockenheit mit sich brachte. Vor allem die Herbstkulturen waren davon betroffen. Mit der Freigabe der Grünbrachen als Futterflächen und der Nutzung von Acker-Biodiversitätsflächen zur Futtermittelproduktion konnten in der Tierhaltung ärgere Schäden vermieden werden. Auf die immer extremer werdende Witterung reagierte das Land Niederösterreich als österreichweiter Vorreiter mit einem Versicherungspaket gegen Dür- reschäden im Acker- und Grünland. Erstals wurde die Mehrgefahren-Versicherungsprämie zu 25 Prozent bezuschusst. Dieses neue Versicherungsmodell gibt Hilfe zur Selbsthilfe und stärkt die Eigen- verantwortung und Planungssicherheit der bäuerlichen Betriebe.


Verschiedene Ursachen am europäischen und internationalen Markt führten zudem zu fallenden Prei- sen am Milchsektor. Im Rahmen eines bundesweiten Milchdialoges wurden zwar erste Marktstützungs maßnahmen erarbeitet, die Herausforderungen in diesem Bereich bleiben jedoch bestehen. Besonders schwierig stellte sich auch die Situation der Schweinbranche dar, die vom großen Druck am Schweinemarkt geprägt war. Auch die leicht sinkenden Futterkosten konnten den Erlösrückgang nicht ausgleichen.


Mehr gefordert denn je, zu heimischen Produkten zu greifen und damit unsere bäuerlichen Betriebe zuunterstützen, sind daher auch die Konsumentinnen und Konsumenten.


Der Grüne Bericht gibt einen umfassenden Überblick über die Daten und Fakten der Land- und Forst- wirtschaft in Niederösterreich und zeigt im Detail, welch herausragende Leistungen unsere Bäuerinnen und Bauern täglich erbringen. Damit möchten wir nicht nur die Bedeutung der Landwirtschaft für unser Bundesland manifestieren, sondern den Bäuerinnen und Bauern auch großen Dank für ihre viel- fältige wertvolle Arbeit aussprechen.


Ihr Agrar-Landesrat Dr. Stephan Pernkopf


Letzte Änderung dieser Seite: 21.4.2017
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