Mariae Lichtmess

Mariae Lichtmess, eines der ältesten kirchlichen Feste, beendet die Weihnachtszeit

Urkunde Mariae Lichtmess
© NÖLA
Am Mittwoch vor „unser frawn tag ze lichtmesse"ist diese Urkunde aus dem Jahre 1380 datiert, mit der Albrecht III. beurkundet und bewilligt, daß Pernhart der Weidner für den Fall seines erbenlosen Todes den Hof zu Oberweiden, der landesfürstliches Lehen ist, seinem Vetter Hertlein dem Weidner, vermacht.

Seit dem 13. Jahrhundert, besonders aber mit der Etablierung der deutschen Sprache in den Urkunden setzt sich die Tagesbezeichnung nach Fest- oder Heiligentagen durch, wobei die Tage davor oder darnach mit den jeweiligen Wochentagen angegeben wurden. Davor erfolgte die Tagesdatierung von Urkunden im Wesentlichen nach dem römischen Kalender (also zum Beispiel: IV. nonas februarii = 2. Februar).

Das Fest Mariä Lichtmess, auch Mariä Reinigung, das am 2. Februar-  40 Tage nach Weihnachten - gefeiert wird, ist schon um 400 in Jerusalem zusammen mit einer Lichterprozession bezeugt und eines der ältesten kirchlichen Feste. Nach dem jüdischen Gesetz hatte sich jede Frau 40 Tage nach der Geburt eines Sohns rituell im Tempel zu reinigen und ein Opfer darzubringen. Da der Erstgeborene als Gott geweiht galt, musste er ihm im Tempel angeboten,  „dargestellt" werden. Das Lukasevangelium überliefert diese rituellen Handlungen von Maria und Josef. Während in den Ostkirchen der Charakter als „Herrenfest" erhalten blieb (Fest der Begegnung Jesu mit dem Tempel und dem Gottesvolk des Alten Bundes), wandelte es sich im Westen mit der Zeit in ein Marienfest (Mariä Reinigung). In Rom wurde das Fest als Lichterprozession im 7. Jahrhundert eingeführt. Mit der Liturgiereform 1960 kehrte man in der römischen Kirche zum Charakter als „Herrenfest" zurück, das 1969 endgültig die Bezeichnung „Darstellung des Herrn" erhielt.

Seit dem 10. Jahrhundert ist die Weihe von Kerzen bezeugt, die die Menschen, Haus, und Hof und das Vieh vor Unheil bewahren sollten. Noch heute wird in der katholischen Kirche zu Lichtmess der Jahresbedarf an Kerzen geweiht. Traditionell  beendete dieses Fest früher die Weihnachtszeit. Im ländlichen Bereich war der Lichtmesstag ein Termin für den Dienstbotenwechsel und für Abgaben und markierte den Beginn des bäuerlichen Arbeitsjahres. Auch galt der Lichtmesstag als Lostag, an dem man Schlüsse auf das kommende Wetter und damit die Ernte ziehen konnte, worauf sich zahlreiche „Bauernregeln" beziehen.

NÖLA, StA Urk 1280

Literatur:
Gustav Gugitz: Das Jahr und seine Feste im Volksbrauch Österreichs. Wien: Hollinek 1949 (Österreichische Heimat, 14/15), S. 56 ff

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Letzte Änderung dieser Seite: 23.2.2017
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