Ausbildung und Übungen

Ausbildung und Übungen der Katastrophenschutzbehörden des Landes Niederösterreich und der Landeswarnzentrale gemeinsam mit den Katastrophenhilfsdiensten des Landes und den Bezirken ...   

Besprechung an der Lagekarte

Aus- und Weiterbildung 
Aufgrund der Erfahrungen der Katastrophenereignisse der letzten Jahre liegt ein besonderer Schwerpunkt der Aus- und Weiterbildung in Niederösterreich derzeit in fünf Bereichen.
-) Stabsausbildung
-) Krisenkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
-) Risikomanagement und Katastrophenschutzplanung
                                                         -) digitaler Katastrophenschutzplan - FDISK
                                                         -) Katastrophenschutzübungen

In allen Bereichen konnten seit Beginn der neuen Ausbildungsoffensive im Jahr 2003 weit über 2000 Führungskräfte der Gemeinden, der Bezirksverwaltungsbehörden und der Einsatzorganisationen im Katastrophendienst geschult werden.

Dr Lageraum

1. Allgemeine Stabsausbildung - integrierte Ausbildung für das Führen im Katastropheneinsatz
LR DI Josef Plank gab im März 2003 den Startschuss zu einer Ausbildungsreihe, bei der mittlerweile über 1500 Personen geschult werden konnten.

Lehrgangsleiter WHR Dr. Schlichtinger (Abteilung Feuerwehr und Zivilschutz) freut sich über die gute Entwicklung dieses Ausbildungsschrittes, der gemeinsam mit den Einsatzorganisationen bereits 2002 entwickelt wurde und seit damals kontinuierlich mit Unterstützung der Einsatzorganisationen umgesetzt wird.

So werden die Vorträge zu den Themen Führungsorganisation, Führungsverfahren und Führungsmittel von erfahrenen Offizieren der Feuerwehr und des Bundesheeres praxisnah abgehalten. Die Lehrinhalte der Allgemeinen Stabsausbildung sind seit 2007 an die Richtlinie für das Führen im Katastropheneinsatz des Staatlichen Krisen- und Katastrophenmanagement (SKKM) des Bundes angepasst.

Download: SKKM Richtlinie für das Führen im Katastropheneinsatz (BM.I)

   
Die Verbindungsoffiziere in der Leitstelle

Höhepunkt der Ausbildung ist ein eineinhalbtägiges Planspiel, bei dem der behördliche Einsatzleiter und sein Führungsstab (bespielt werden die Sachgebiete S1 bis S7) zusammen mit den Verbindungsoffizieren der Feuerwehr, des Rettungsdienstes, der Bergrettung, der Höhlen- und Wasserrettung, der Exekutive, des Bundesheeres und den Experten des Zivilschutzverbandes sowie der Kriseninterventionsteams (Psychosoziales Akutteam, ökumenische Notfallseelsorge) ihr Können unter Beweis stellen müssen. Auch eine Pressekonferenz gilt es im Rahmen der Ausbildung realitätsnah zu organisieren bzw. abzuhalten.Ziel der Ausbildung ist die integrierte Schulung von Führungskräften der Behörden, der Einsatzorganisationen, von Sachverständigen bzw. Vertretern der NÖ Infrastrukturbetreiber (EVN, ÖBB, Verbund, ASFINAG, telekom, mobilcom, t-mobile, etc.), die auch im Einsatzfall in den Führungsstäben zusammenarbeiten müssen. Grundvoraussetzung dafür ist die Bereitschaft miteinander und von einander zu lernen, um auch im Katastrophenfall die Situation gemeinsam zum Wohle der Bevölkerung zu meistern.


Nächste Ausbildungstermine für die Allgemeine Stabsausbildung:

 

Zur Zeit liegen noch keine Termine für 2017 vor.

Die Einladung zur Teilnahme an den Kursen erfolgt seitens des Landes direkt an die NÖ Landeskommanden der Einsatzorganisationen bzw. an die dafür vorgesehenen Dienststellen und Organisationen. 


Kommunikationsausbildung

2. Ausbildungsmodul Krisenkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Krisen wie Katastrophen sind Bewährungsproben der Gesellschaft, der zur Bewältigung zuständigen Behörde und der politisch Verantwortlichen. Demgemäß ist ein dauernder und abgestimmter Kommunikationsprozess aller beteiligten Partner notwendig. Aufgrund der Komplexität der Materie wurde dieser Bereich ausbildungstechnisch aus der schon bestehenden Stabsausbildung herausgenommen.

Seit 2004 wird auch diese Ausbildung angeboten, die im integrativen Ansatz, d.h. unter Einbindung aller im Bereich des Katastrophenschutzes tätigen Organisationen (Feuerwehr, Rotes Kreuz, Arbeiter Samariter Bund, Bergrettung, Exekutive, Bundesheer, Zivilschutzverband) ausgearbeitet wurde, aber auch umgesetzte wird. So bringen Referenten aus den verschiedensten Organisationen ihre langjährigen Erfahrungen in die Ausbildung mit ein.

 

Am zweitägigen Ausbildungsmodul selbst nimmt in der Regel der Behördenleiter mit seinen vertrauten Bezirkskommandanten der Einsatzorganisationen gleichzeitig teil, um bereits während der Schulung Synergien nutzen zu können.

Die Lehrinhalte umfassen das schadensmindernde Kommunizieren einer heiklen Lage, um neben den persönlichen materiellen und immateriellen Schäden auch Fehlentwicklungen wie Angst und Panik, ausgelöst durch Unwissenheit und Falschinformation, mittels klarer und zielgerichteter Information entgegenzutreten. Daneben gilt es ethische und moralische Standards in der Kommunikation hoheitlichen Handelns zu betonen, die sich an der außergewöhnlichen Belastung der Krisen-Betroffenen orientiert.

Da jede Krise aber auch realpolitische Auswirkungen hat und die unmittelbare Stabilität einer Region oder auch eines ganzen Landes bedrohen kann wird auf das frühe Erkennen (Frühwarnsystem) großer Wert gelegt.

So werden auch Entwicklungen von Krisen ohne professionelle Krisenkommunikation aufgezeigt:

  • nachhaltige gesellschaftspolitische Verunsicherung
  • wirtschaftliche Destabilisierung
  • nationale und internationale Image- und Vertrauensverluste
  • politische Veränderung
  • Eskalation in allen Bereichen

Um dieses Gefährdungspotential im Katastrophenfall zu senken ist loyale und abgestimmte Krisenkommunikation aller Kräfte unter der Leitung des behördlichen Einsatzleiters notwendig. Dieses Ziel ist durch entsprechende Ausbildung aller beteiligten Behörden und Einsatzkräfte zu erreichen.

Höhepunkt der Ausbildung ist ein Planspiel, bei dem der behördliche Einsatzleiter eine in seinem Bezirk realistische Katastrophenlage mit seinem Krisenstab, d.h. in Zusammenarbeit mit den Einsatzorganisationen und unter Zuhilfenahme der erlernten Werkzeuge, bewältigen muss. Als Erfolgskontrolle dient eine vom Krisenstab abgehaltene Pressekonferenz vor laufender Kamera mit anschließender Analyse.

Krisenkommunikation wird damit, den internationalen Standards folgend, als ein zentrales Element der Katastrophenbewältigung auch in NÖ erkannt und auch umgesetzt.


Landesrat Pernkopf

3. Risikomanagement und Katastrophenschutzplanung
Für den Bereich Risikomanagement und Katastrophenschutzplanung bietet das Land NÖ allen Katastrophenschutzverantwortlichen auf Gemeinde- und Bezirksebene seit April 2009 ein zweistufiges Ausbildungsprogramm an. 

Landesrat Dr. Stephan Pernkopf stellte dieses neue Ausbildungsangebot anlässlich eines Symposiums den rund 200 VertreterInnen der Gemeinde- und Bezirksverwaltung am 15. April 2009 im Landtagssitzungssaal  vor.

Detailbericht von der Startveranstaltung


Das Ausbildungsmodul 1 (Risikomanagement und Katastrophenschutzplanung) wurde gemeinsam mit allen Einsatzorganisationen und dem Militärkommando NÖ erarbeitet. Abgestimmt auf die Bedürfnisse der Bedarfsträger liegen die Schwerpunkte in der Vermittlung eines vereinfachten Risikomanagements, das ein zielorientiertes Planen von Maßnahmen für bestimmte Katastrophenszenarien ermöglichen soll. Die wichtigsten Schritte sind: 

• das Erkennen von Gefahren (Gebietsanalyse)

• die Bewertung von Gefahren (Risikoanalyse) und

• das Planen und Erstellen von risikominimierenden Katastrophenschutzplänen und Sonderalarmplänen. 

Vortragender des Heeres bei der Gemeindeausbildung

Diese Kurse werden in Kooperation und mit Unterstützung des Niederösterreichischen Zivilschutzverbandes durchgeführt. Mit Stand 2014 nutzten über 550 Gemeinden dieses Schulungsangebot.

Da auch bei dieser Ausbildung die Teilnahme von behördlichem Verwaltungspersonal und der örtlich zuständigen Kommandanten der Einsatzorganisationen gemeinsam erfolgt, werden durch den intensiven Informationsaustausch große Synergieeffekte erzielt.

Hintergrundinformationen zur Ausbildung mit einem Vorwort von LR Dr. Pernkopf
Kurstermine für Gemeinden (NÖ Zivilschutzverband - Kursübersicht - Seite 3)



FDISK

4. FDISK- FeuerwehrDatenInformationsSystem und Katastrophenmanagement
FDISK steht für eine webbasierte Software, die eine einheitliche Verwaltung der Katastrophenschutzpläne und Sonderalarmpläne auf Gemeinde-, Bezirks- und Landesebene ermöglicht. Dieses Programm wurde in Kooperation mit dem NÖ Landesfeuerwehrverband entwickelt.

Im Feuerwehrwesen wird dieses System bereits landesweit erfolgreich zur Datenverwaltung der Freiwilligen Feuerwehren, sowie der Betriebsfeuerwehren eingesetzt. 

Die Datenbank des Feuerwehr-Einsatzleitsystem "ELDIS III" in den Feuerwehrnotrufzentralen und der Landeswarnzentrale wird regelmäßig mit den aktuellsten Daten aus FDISK versorgt. So verfügen die Notrufzentralen der Feuerwehr ständig über die aktuellen Erreichbarkeiten und Feuerwehrausrüstungen der rund 1740 Freiwilligen Feuewehren. 

Aktuell befindet sich der Programmteil Katastrophenschutzplan in der Umsetzungsphase. In Kooperation mit dem NÖ Zivilschutzverband, dem NÖ Landesfeuerwehrverband und der Landes-Feuerwehrschule wird das Ausbildungsmodul 2 (FDISK) in Form einer eintägigen Schulung für Gemeinden und Bezirksverwaltungsbehörden angeboten. Ziel ist langfristig alle Katastrophenschutzpläne und Sonderalarmpläne der Gemeinden, der Bezirke und des Landes NÖ strukturiert und einheitlicher Form in dieser Datenbank verwalten und aktualisieren zu können.

Kurstermine für Gemeinden (NÖ Zivilschutzverband - Kursübersicht Seite 3)

   

LR Pernkopf bei einer Übung

5. Katstrophenschutzübungen 
Katastrophenschutzübungen werden in Niederösterreich regelmäßig von den Katastrophenschutzbehörden des Landes Niederösterreich und der Landeswarnzentrale gemeinsam mit den Katastrophenhilfsdiensten des Landes und der Bezirke (Feuerwehr, Rettungsorganisationen, Bergrettung, Österreichisches Bundesheer) durchgeführt.

Katastrophenschutzübungen werden einerseits in Form von Planspielen, Simulationsübungen und praxisnahen Realeinsatzübungen abgehalten. Derartige Übungen werden durch eine Übungsleitung geführt, die sämtliche Darstellungen und Einspielungen für die ÜbungsteilnehmerInnen steuert. 

Die NÖ Übungsstrategie zielt auf eine intensive Einbindung aller Behörden, Einsatzorganisationen und Infrastrukturbetreiber ab, die auch in einer realen Katastrophensituation mitwirken oder selbst betroffen sind. So werden sämtliche Übungen und Ausbildungsvorhaben immer gemeinsam mit den Organisationen erarbeitet und geplant.

Obwohl die Behörden und Organisationen in den letzten Jahren zahlreiche reale Katastrophenereignisse zu bewältigen hatten, konnten neben zahlreichen kleineren Planspielübungen auch Großübungen abgehalten werden. Der Übungsschwerpunkt der letzten Jahre lag auf der Bewältigung von Großschadensereignissen, Hochwasserereignissen und extremer Unwetter in Kombination mit dem Ausfall kritischer Infrastruktur. Weiters galt es Pandemieübungen und grenzüberschreitende Strahlenschutzübungen durchzuführen. Mit Unterstützung der Landesverteidigungsakademie und unter Nutzung des militärischen Führungssimulators war es möglich externe Notfallpläne von chemischen Betrieben erfolgreich zu beüben und zu überprüfen.

Eine Übersicht der aktuellen Übungen finden Sie unter:

Übungskalender 2015

Übungskalender 2016

Berichte zu  Übungen finden Sie unter den hier. 


Ihre Kontaktstelle des Landes

Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Feuerwehr und Zivilschutz
E-Mail: post.ivw4@noel.gv.at Tel: 02742/9005-13352, Fax: 02742/9005-13520 3430 Tulln, Langenlebarner Strasse 106
Letzte Änderung dieser Seite: 15.5.2017
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