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22.11.2016 | 08:31

„ERI Prix" für ehemalige EU-Kommissarin Viviane Reding

LH Pröll: „Mit Europa aufs Engste verbunden"

Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und der Rektor der Donau-Universität Krems, Mag. Friedrich Faulhammer, überreichten den „ERI Prix“ an die ehemalige Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Viviane Reding.
Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und der Rektor der Donau-Universität Krems, Mag. Friedrich Faulhammer, überreichten den „ERI Prix“ an die ehemalige Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Viviane Reding.© NLK Diese Datei steht nicht mehr zum Download zur Verfügung. Bild anfordern

Im Rahmen eines Festaktes im Audimax der Donau-Universität Krems wurde gestern, Montag, die ehemalige EU-Kommissarin und Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Viviane Reding, MEP, mit dem „ERI Prix" ausgezeichnet. Der „ERI Prix", der „Preis für europäische regionale Integration", wird vom Land Niederösterreich gemeinsam mit der Donau-Universität Krems vergeben. Der Preis wurde gestern zum insgesamt sechsten Mal verliehen, weitere Preisträger waren in den vergangenen Jahren Vaclav Klaus (2005), Mikulas Dzurinda (2007), Edmund Stoiber (2009), Jean-Claude Juncker (2012) und Rosen Plevneliev (2015).

Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll betonte im Zuge des Festaktes die Bedeutung des Subsidiaritätsprinzips auf europäischer Ebene. Die Regionen können eine ganz besondere Rolle spielen, nannte er als Beispiele etwa die Auszeichnung Niederösterreichs mit dem europäischen Breitbandpreis, die Ernennung Niederösterreichs zur Europäischen Unternehmerregion oder die Verleihung des „Award of excellence" an das Bundesland Niederösterreich.

„Die wichtigste Strecke am Weg in die Zukunft sind die 15 Zentimeter zwischen den Ohren", sagte der Landeshauptmann zur Bedeutung der Bildung. Das Land Niederösterreich habe in den vergangenen Jahren rund 600 Millionen Euro in die Bildungsinfrastruktur investiert, bis 2020 würden weitere 500 Millionen Euro investiert werden. Als Beispiele nannte er etwa die Donau-Universität, aber auch das MedAustron-Projekt in Wiener Neustadt und die Karl Landsteiner-Universität in Krems.

Die erste Begegnung mit Viviane Reding reiche ins Jahr 2005 zurück, erinnerte der Landeshauptmann im Gespräch mit dem Moderator des Abends, Gerald Groß. Damals habe es im Zusammenhang mit dem Thema Handymastensteuer „Spannungen zwischen Brüssel und St. Pölten" gegeben: „Aber wir haben uns nach kurzer Zeit gut verstanden und uns ausgetauscht." Reding habe damals vor laufenden Kameras den entsprechenden Verfahrensbrief zerrissen, erzählte Pröll: „Man sieht, wenn man mit vernünftigen Argumenten in Brüssel vorstellig wird, dann kann man auch landen." Dass Reding nun den ERI Prix erhalte, freue ihn sehr, denn diese sei „auf das Engste mit Europa verbunden."

Der Rektor der Donau-Universität Krems, Mag. Friedrich Faulhammer, hielt die Laudatio auf Viviane Reding. Diese sei „eine außergewöhnliche Verfechterin der europäischen Idee" und habe „maßgeblichen Anteil an der Entwicklung eines gemeinsamen Europas." Reding sei „geprägt durch ihre humanistischen Werte und ihr deutliches Bekenntnis zu Demokratie und Menschenrechten". Faulhammer: „Es ist uns eine große Freude, dass der ERI Prix des Landes Niederösterreich und der Donau-Universität Krems an eine überzeugte Europäerin verliehen wird, die durch jahrzehntelangen Einsatz die europäische Idee maßgeblich gefördert hat."

„Europa ist kein Einheitsbrei, der europäische Rahmen besteht aus Vielfalt: menschlich, gesellschaftlich, kulturell", sagte Viviane Reding in ihrer Festrede. Die Europäische Union sei „eine Stabilitätsgarantie für den ganzen Kontinent", man müsse „das große Ganze bauen, weil es die Kleinen schützt und Vielfalt ermöglicht", betonte sie. Die Subsidiaritätspolitik und die Politik der Vielfalt seien auch in den Grundwerten der Europäischen Union festgehalten, so die Preisträgerin, die auch die „zerbröckelnde Solidarität" kritisierte: „Eine Familie kann nur dann funktionieren, wenn es ein Geben und ein Nehmen gibt und wenn man dann, wenn es schwierig wird, Solidarität übt." Es gehe um eine „gemeinsamen Weg in eine gemeinsame Zukunft", so Reding abschließend: „Wenn wir unsere Vielfalt erhalten wollen, müssen wir zusammenhalten."

Viviane Reding stammt aus Luxemburg und studierte an der Sorbonne. 1979 wurde sie in das luxemburgische Parlament gewählt. 1989 kam sie in das Europäische Parlament, im Jahr 1999 wurde sie zum Mitglied der Europäischen Kommission. In den Jahren 1999 bis 2004 war sie für das Ressort Bildung, Kultur, Jugend, Medien und Sport zuständig. Von 2004 bis 2010 führte sie das Ressort für Medien und Informationsgesellschaft, von 2010 bis 2014 war sie Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft und auch Vizepräsidentin der Europäischen Kommission. Seit der Europawahl 2014 ist Reding wieder Mitglied im Europäischen Parlament.

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