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04.11.2016 | 14:07

LH Pröll: „Bewusstsein für die Vergangenheit wach halten"

Ausstellung über das slowenische Flüchtlingslager in Bruck an der Leitha während des 1. Weltkrieges

Ausstellungseröffnung in Bruck: Der slowenische Botschafter Dr. Andrej Rathen, Verteidigungsminister Mag. Hans Peter Doskozil, Kurator Friedrich Petznek, die slowenische Verteidigungsministerin Andreja Katic, Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und der Brucker Bürgermeister Richard Hemmer (v. l. n. r. ).
Ausstellungseröffnung in Bruck: Der slowenische Botschafter Dr. Andrej Rathen, Verteidigungsminister Mag. Hans Peter Doskozil, Kurator Friedrich Petznek, die slowenische Verteidigungsministerin Andreja Katic, Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und der Brucker Bürgermeister Richard Hemmer (v. l. n. r. ).© NLK Diese Datei steht nicht mehr zum Download zur Verfügung. Bild anfordern

Bis zu 5.000 Slowenen waren während des 1. Weltkrieges im Flüchtlingslager in Bruck an der Leitha untergebracht. Heute, Freitag, wurde dazu durch Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, die slowenische Verteidigungsministerin Andreja Katic und Verteidigungsminister Mag. Hans Peter Doskozil eine Ausstellung eröffnet. Weiters wurde an der Gedenkstätte eine feierliche Kranzniederlegung vorgenommen.

Durch die heutige Veranstaltung in Bruck werde eine mehrfache Brücke geschlagen, sagte Landeshauptmann Pröll in seiner Rede: „Eine Brücke zwischen zwei Ländern in unserem Europa, eine Brücke zur Kultur, eine Brücke in die Vergangenheit und eine Brücke in die Zukunft."

Eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte sei „unbedingt notwendig", so der Landeshauptmann: „Wir tun das mit dieser Ausstellung und wir tun das künftig auch mit dem Haus der Geschichte, das ein Instrument sein soll, um unsere eigene Geschichte nie aus dem Herzen und aus den Augen zu verlieren." Es sei von besonderer Bedeutung, „das Bewusstsein für die Vergangenheit wach zu halten", betonte er: „Nur wer seine eigene Geschichte kennt, kann aus dieser Geschichte auch die richtigen Lehren ziehen."

Verteidigungsminister Doskozil gratulierte dazu, „dass es gelungen ist, über eine derartig lange Zeit die Erinnerungen aufrecht zu erhalten." Es sei wichtig, „die Vergangenheit anzunehmen, zu verarbeiten und in eine positive Zukunft weiter zu entwickeln" und es sei „von besonderer Bedeutung, seine Geschichte zu kennen", betonte er.

Der Erste Weltkrieg habe Bewegungen von Millionen von Menschen mit sich gebracht und habe auch unerträgliches Leid der Zivilbevölkerung verursacht, sagte die Verteidigungsministerin Sloweniens, Andreja Katic, in ihrer Ansprache. Es sei wichtig, die Jugend zu unterstützen, dass diese eine Generation werde, „die Frieden schafft", betonte sie.

Weitere Grußworte sprachen im Zuge der Ausstellungseröffnung der Bürgermeister von Bruck Richard Hemmer und der Botschafter Sloweniens S. E. Dr. Andrej Rathen. Der Kurator der Ausstellung, Friedrich Petznek, wurde von Moderator Herbert Maurer über seine Forschungsarbeiten befragt.

Im Kaiserlich-Königlichen Flüchtlingslager Bruck an der Leitha waren zunächst Flüchtlinge aus Galizien untergebracht, nach deren Abzug im Jahr 1915 kamen an ihrer Stelle Flüchtlinge aus dem Isonzotal (damals österreichische Staatsbürger) nach Bruck und blieben bis zum Kriegsende 1918. Der Höchststand im Flüchtlingslager belief sich auf rund 5.000 Personen, damit war die Zahl der Lagerinsassen fast genauso hoch wie die der Einwohner in Bruck, die damals bei 6.500 lag.

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