07.10.2016 | 11:09

Equal Pay Day in Niederösterreich am 9. Oktober 2016

LR Schwarz: Große Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern

Am 9. Oktober ist in Niederösterreich der Tag, an dem Männer bereits jenen Lohn verdient haben, für den Frauen noch bis Jahresende arbeiten müssen. Plakativ gesprochen: Ab Sonntag - österreichweit gerechnet ab 11. Oktober - erhalten Frauen in Niederösterreich keinen Lohn mehr. 2009 fand der erste Equal Pay Day (Tag der gleichen Bezahlung) in Österreich statt und leider ist der Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern noch immer beträchtlich. Frauen-Landesrätin Mag. Barbara Schwarz und die Vertretungen der NÖ Frauenberatungsstellen: „Niederösterreich liegt mit 22,94 Prozent Unterschied beim durchschnittlichen Jahres-Bruttobezug aktuell an vierter Stelle beim Bundesländervergleich."

Dramatisch wirken sich die Einkommensunterschiede und lange Jahre der unbezahlten Haus- und Betreuungsarbeit, Karenzzeiten und Teilzeitarbeiten für viele Frauen bei der Pensionsanrechnung aus und deshalb sind Frauen in Österreich oft mit einer minimalen Pensionsauszahlung konfrontiert und somit verstärkt von der Altersarmut betroffen. Landesrätin Barbara Schwarz appelliert an alle Frauen und Mädchen: „Eine fundierte Ausbildung und das Ergreifen eines Berufes sind meiner Meinung nach absolute Muss-Voraussetzungen für eine finanzielle Absicherung in späteren Jahren. Information ist für mich ein wichtiger Ansatz, damit bei der Entscheidung für eine Berufslaufbahn und bei der Lebensplanung klar ist, welche Konsequenzen eine Berufsunterbrechung oder Teilzeitbeschäftigung hat."

Die Berufswahl sollte auch unter dem Aspekt der Verdienstmöglichkeiten sorgfältig und vorausschauend erfolgen. Es existiert noch immer ein Lohngefälle zwischen klassischen Frauen- und Männerberufen. „Ich möchte Frauen ermutigen, neue Wege in der Ausbildungs- und Berufswahl zu gehen und auch ihre Töchter dabei zu fördern. Denn Berufe in Technik und Handwerk werden von Frauen und Mädchen kaum gewählt. Meist weil das gesellschaftliche Umfeld dafür nicht offen ist oder zu wenig über die Anforderungen in diesen Bereichen bekannt sind. Tatsache ist, dass die Einkommen in diesen Segmenten höher als in den sogenannten typischen Frauenberufen sind. Eine Absicherung durch eine Ehe ist heutzutage nicht mehr realistisch. Nahezu 50 Prozent aller Ehen werden geschieden. Ohne Absicherung durch einen Beruf ist es schwierig, ein gesichertes Auskommen zu finden. Gleichzeitig versuchen wir gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Niederösterreich, dem AMS Niederösterreich und der Industriellenvereinigung Niederösterreich Unternehmen ins Boot zu holen, damit Frauen in männlich dominierten Berufen Fuß fassen können", betont Landesrätin Schwarz.

Eine weitere Initiative zur Unterstützung von Frauen in Niederösterreich ist das Regionale Mentoring Programm des Landes Niederösterreich. Es soll Frauen, die im Berufsleben oder vor einer Neuorientierung stehen, Mut machen sich weiter zu entwickeln und neue Herausforderungen anzunehmen. Ziel ist es, Frauen fit zu machen, auch für Führungsaufgaben - durch die Vermittlung von Mentorschaften oder durch ein umfangreiches Fort- und Weiterbildungsangebot. „Wir möchten, dass Frauen selbstbewusst im Berufsleben agieren und auch selbstbewusst in Gehaltsverhandlungen hineingehen und ihren Fähigkeiten und Qualifikationen entsprechend bezahlt werden", so Landesrätin Schwarz.

Umfassende Beratung und Hilfe bieten auch insgesamt zehn Frauenberatungsstellen mit sieben Außenstellen in Niederösterreich. Das Land Niederösterreich unterstützt die Einrichtungen finanziell und ermöglicht so Unterstützung für rund 18.000 Frauen pro Jahr: „Das Angebot der Frauenberatungsstellen in Niederösterreich ist kostenlos und vertraulich", so Sprecherin Elisabeth Cinatl.

Nähere Informationen: Büro LR Schwarz, Mag. (FH) Dieter Kraus, Telefon 02742/9005-12655, e-mail dieter.kraus@noel.gv.at.

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