05.07.2016 | 00:35

Kühle Räume trotz steigender Temperaturen

Der Sommer ist - nur in den eigenen vier Wänden soll es angenehm kühl bleiben

Hochsommerliche Temperaturen und Tropennächte können bei Häusern und Wohnungen dafür sorgen, dass sie zu Hitzefallen werden. Grund dafür sind meist unzureichende Verschattung und falsches Benutzerverhalten. Die Energieberaterinnen und Energieberater der Energie- und Umweltagentur NÖ haben Tipps gesammelt, um trotz Hitze das Wohlbefinden zu steigern und den Sommer zuhause auch ohne Klimaanlage zu überstehen.

Wenn sich die Freibäder füllen, steigen auch meist die Temperaturen in den heimischen vier Wänden. Der überwiegende Anteil der Erwärmung erfolgt durch die direkte Sonneneinstrahlung. Besonders ins Schwitzen brachten Österreich die Tropennächte im Rekordsommer 2015. Unter einer Tropennacht versteht man eine Nacht, in der die niedrigste Lufttemperatur nicht unter 20 Grad Celsius fällt. Zu hohe Temperaturen hindern erholsamen Schlaf zu finden und senken in weiterer Folge tagsüber das Wohlbefinden.

Die Ausrichtung der Fensterflächen hat großen Einfluss auf die Raumtemperatur. Süd-Ost und Süd-West orientierte Glasflächen fangen die Sommersonne besonders gut ein. Um die Innenräume kühl zu halten, hilft nur konsequente Verschattung. „Ein vier Quadratmeter großes Fenster mit Wärmeschutzglas etwa bildet bei Sonnenschein einen Radiator mit ca. 2,5 Kilowatt Heizleistung. Außenliegende Verschattung ist effektiver als innenliegende. So verringern Vorhang und Innenjalousie den Sonneneintrag nur um ein Viertel, während eine Außenjalousie drei Viertel der Sonnenstrahlen am Eindringen hindert und die Räume angenehm kühl hält", erklärt Dr. Herbert Greisberger, Geschäftsführer Energie- und Umweltagentur NÖ.

Neben den Sonnenstrahlen darf auch die warme Luft nicht in das Haus oder die Wohnung dringen. Dies erzielt man am Effektivsten, indem man die Fenster tagsüber geschlossen hält und erst lüftet, wenn die Außentemperatur unter der Raumtemperatur liegt. Empfehlenswert ist das nächtliche Durchlüften, denn so wird Wärme nach außen abtransportiert und die aufgeheizten Wände kühlen wieder ab.

Stabile Innenraumtemperaturen können auch durch massive Bauteile, wie Estriche und gemauerte Wände, erreicht werden. Je schwerer die innen liegenden Baustoffe sind, desto langsamer steigt die Innentemperatur während längerer Hitzeperioden. Sommerliche Überwärmung kann auch berechnet werden: Beim Neubau empfiehlt es sich auf jeden Fall von dem Planer beziehungsweise der Planerin eine Berechnung nach ÖNORM B 8110 T.3 erstellen zu lassen.

Wärmedämmung sorgt nicht nur im Winter für Wohlfühltemperaturen - sie sorgt auch im Sommer für ein angenehmes Raumklima, da sie die Speichermasse im Inneren kühl hält. Speziell bei hitzegefährdeten Konstruktionen wie Dachschrägen oder Flachdächern ist die Wärmedämmung ein Schutzschild gegen die Hitze.

Eine Komfortlüftung sorgt nur für einen dauerhaften Luftwechsel und damit für ein hohes Maß an Hygiene. Im Sommer können Komfortlüftungen durch die Kühlung der Zuluft über den Wärmetauscher mithelfen, eine Überhitzung von Gebäuden zu mindern. Auch hier gilt: Die warme Außenluft muss durch richtiges Lüften ferngehalten werden.

Viele sogenannte Klimageräte verteilen die Luft nur im Raum oder holen die warme Außenluft erst in den Raum herein. Wenn es aufgrund baulicher Gegebenheiten trotzdem nicht ohne Klimaanlage geht, empfiehlt sich ein sogenanntes Split-Gerät mit Innen- und Außenteil, das durch eine direkte Schlauchverbindung zur Außenluft effektiv kühlt und die warme Luft nach außen ableitet. Oft verbrauchen diese Geräte sehr viel elektrische Energie. Die effizientesten Produkte findet man auf http://www.topprodukte.at/. Eine günstige Alternative sind Ventilatoren. Sie bringen die Luft in Bewegung und sorgen so für einen angenehmen Kühleffekt. Auf den Stromverbrauch zu achten ist aber auch bei diesen Geräten ratsam. Zudem gilt es, Wärmequellen im Raum zu vermeiden: Schalten Sie Bildschirme, Kopierer, Lichtquellen und dergleichen ab, wenn die Geräte gerade nicht benutzt werden.

Nähere Informationen: Energie- und Umweltagentur NÖ, DI Hans-Peter Pressler, Telefon 02742 219 19-160, e-mail hans-peter.pressler@enu.at, http://www.enu.at/.

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