29.06.2016 | 00:35

Ferienbeginn für über 179.000 Schülerinnen und Schüler in NÖ

Schwarz/Heuras: Pädagoginnen und Pädagogen leisten Großartiges in herausfordernden Zeiten

Mag. Johann Heuras, der Amtsführende Präsident des Landesschulrates für Niederösterreich, Schülerin Bernadette Kern vom Stiftsgymnasium Melk und Bildungs-Landesrätin Mag. Barbara Schwarz. (v.l.n.r.)
Mag. Johann Heuras, der Amtsführende Präsident des Landesschulrates für Niederösterreich, Schülerin Bernadette Kern vom Stiftsgymnasium Melk und Bildungs-Landesrätin Mag. Barbara Schwarz. (v.l.n.r.)© NLK Diese Datei steht nicht mehr zum Download zur Verfügung. Bild anfordern

Für über 179.000 Schülerinnen und Schüler in Niederösterreich beginnen in wenigen Tagen die Sommerferien. Den Schulschluss nahm Bildungs-Landesrätin Mag. Barbara Schwarz zum Anlass, um gemeinsam mit Mag. Johann Heuras, dem Amtsführenden Präsidenten des Landesschulrates für Niederösterreich, Bilanz über das zu Ende gehende Schuljahr 2015/16 zu ziehen sowie über die kommenden Schwerpunkte und Ziele Niederösterreichs im Bereich der Bildung zu informieren.

Landesrätin Schwarz sagte, dass das Schuljahr 2015/16 „ein ereignisreiches Schuljahr" gewesen sei. Es sei für alle Maturantinnen und Maturanten das erste Jahr gewesen, in dem alle mit Zentralmatura abgeschlossen hätten, sprach die Landesrätin von vielen Unsicherheiten und davon, dass man in Zukunft „größere Sicherheit für die Schülerinnen und Schüler" erreichen müsse. Zudem sei das abgelaufene Schuljahr ein „Jahr der Bildungsreform" gewesen. In der Volksschule sei es nun möglich, mit Ziffernnoten oder mit einer Leistungsbeschreibung zu beurteilen. Zum Übergang von Kindergarten zur Volksschule gebe es den Bildungskompass, für diesen sei Niederösterreich mit flächendeckender Portfolioarbeit - Begleitung und Dokumentation der Fortschritte der Kinder - wichtiger Ideengeber und Vorreiter. In Niederösterreich gebe es in den Kindergärten ein Portfolio, das die Kinder im Kindergarten begleite und ein Übergangsportfolio für die Volksschule, so Schwarz.

Das ablaufende Schuljahr sei zudem das Jahr der Flüchtlingskinder gewesen. Es gebe in den niederösterreichischen Schulen 3.062 asylwerbende Schülerinnen und Schüler, das seien vier Mal so viel wie zu Schulbeginn, so die Landesrätin. Seit Oktober finde dieser Anstieg aber keine Berücksichtigung mehr im Stellenplan. Der deutlich höhere Personalaufwand entspreche 95 Vollzeit-Dienstposten und verursache Mehrkosten von rund vier Millionen Euro, so Schwarz, die sich bei den Lehrerinnen und Lehrern, die hier trotz der Schwierigkeiten Initiative gezeigt hätten und die Schülerinnen und Schüler nicht allein gelassen hätten, bedankte. Sie betonte weiters: „Wir müssen vorsorgen, dass das System nicht überlastet wird."

Ein weiteres Thema sei der sonderpädagogische Förderbedarf gewesen, so die Landesrätin. 52 Prozent aller Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf würden integrativ in der Regelschule betreut werden, es gebe aber viele Eltern, die meinten, ihr Kind sei in einer Sonderschule besser aufgehoben, betonte Schwarz, dass man den Eltern „die Wahlfreiheit offen lassen" solle.

„Die Neue Mittelschule ist immer wieder in Kritik und das zu Unrecht, denn die Lehrerinnen und Lehrer leisten Großartiges", sagte Schwarz, dass sie dagegen sei, das Team-Teaching von sechs auf vier Lehrerinnen und Lehrer zu reduzieren. „Niederösterreich ist das einzige Bundesland, das die NMS von Anfang an wissenschaftlich durch Univ.-Prof. Hopmann begleitet hat", führte die Landesrätin aus, dass 70 bis 80 Prozent der Schülerinnen und Schüler über die Jahre angeben, dass das Co-Teaching für sie einen großen Wert habe, weil sie dadurch mehr nachfragen könnten und sich besser begleitet fühlten.

Eine Vorreiterrolle nehme Niederösterreich auch bei den Landesberufsschulen ein, in die regelmäßig investiert werde. „Danke an die Industrie und die Wirtschaftskammer, die uns immer wieder bei der Ausstattung unterstützen", so Schwarz. Erst gestern habe man den Um- und Ausbau der Landesberufsschule Schrems um rund 16 Millionen Euro beschlossen. Damit setze man einen Schwerpunkt in der Lehrlingsausbildung im Waldviertel, so die Landesrätin. Ein weiterer wichtiger Bereich seien die Landwirtschaftlichen Fachschulen, mit denen man im abgelaufenen Schuljahr wieder viele Erfolge erzielen konnte, so Schwarz.

16.500 Schülerinnen und Schüler seien im abgelaufenen Schuljahr in der schulischen Nachmittagsbetreuung gewesen. Man habe 886 Gruppen an 431 Standorten gehabt. 20 neue Gruppen würden im kommenden Schuljahr dazukommen, dann werde man an 451 Standorten die schulische Nachmittagsbetreuung anbieten.

Landesschulrats-Präsident Heuras, der seit Oktober 2015 in seiner neuen Funktion tätig ist, zog Bilanz über sein erstes Schuljahr: „Ich habe das Schuljahr genutzt, um die Schulen quer durch unser Bildungssystem zu besuchen. Ich nehme herausragende Leistungen und tolle Projekte wahr", betonte Heuras, dass das auch die internationalen Leistungen zeigten. Ein zweiter wichtiger Punkt im abgelaufenen Schuljahr sei die Bildungsreform gewesen, diese ziehe sich seit 17. November durch. „Die Ergebnisse im Elementarbereich sind zu begrüßen", sonst seien diese bescheiden und die Diskussionen hätten zu Verunsicherung geführt.

Ein weiterer Punkt sei die NMS-Diskussion. Die NMS sei „ein Bereich, der es mit einer sehr heterogenen Schülergruppe zu tun hat", betonte Heuras, dass die Herausforderung der NMS daher eine besondere sei. „58 Prozent der Volksschüler der vierten Klassen sind AHS-reif, tatsächlich besuchen aber nur 35 Prozent eine AHS. Ein großer Teil der AHS-reifen Schüler geht in die NMS", führte der Landesschulrats-Präsident aus, dass die NMS ganz andere Vorhaben als die AHS habe und es in diesen eine stärkere Individualisierung und mehr Teamarbeit gebe. So sei die NMS die Unterstufe der Berufsausbildung. „Ich warne davor, Stunden zu reduzieren", führte Heuras aus, dass es nicht darum gehe, ob Landes- oder Bundeslehrer in der Schule unterrichten würden, „entscheidend ist die Motivation der Lehrer", so der Landesschulrats-Präsident.

Im Hinblick auf die asylwerbenden Schüler betonte Heuras, dass 95 Planposten fehlen würden. „Wir haben als einziges Bundesland versucht und begonnen, zu zertifizieren", hob Heuras hervor, dass es wichtig sei, zu wissen, wo die Schüler stehen: A1, A2-Niveau. Damit vermeide man bei einem Schulwechsel Reibungsverluste und diese Zertifizierung sei auch ein wichtiger Schritt, die Schüler zu begleiten.

„Die Ergebnisse sind nicht berauschend", so Heuras zu den Ergebnissen der Zentralmatura. Die Verunsicherung bei Schülern und Eltern sei groß, gerade bei der Matura bräuchten diese aber „Sicherheit, Klarheit und Transparenz". Man werde daher noch mehr Fortbildungskurse für Lehrer anbieten, um bessere Ergebnisse zu erhalten.

Zur Inklusion sagte Heuras, dass es Kinder gebe, die Integration bräuchten und solche, die die Sonderschule bräuchten. „Wir brauchen beides", so Heuras.

„Die Volksschule haben heuer über 58 Prozent in Lesen, Schreiben und Rechnen mit der Note ‚Sehr gut‘ oder ‚Gut‘ beendet und haben somit AHS-Reife erreicht. In den Neuen Mittelschulen und Polytechnischen Schulen haben 97,4 Prozent das Schuljahr bestanden. 937 Schülerinnen und Schüler werden hier noch zu Wiederholungsprüfungen antreten müssen. Die Zentralmatura brachte ein durchwachsenes Ergebnis für die niederösterreichischen Schülerinnen und Schüler, 88,9 Prozent haben in den BHS bzw. 87,4 Prozent in den AHS bestanden", so Landesschulrats-Präsident Heuras, der sich bei seinem Team und den Pädagoginnen und Pädagogen für die Arbeit  bedankte.

Nähere Informationen: Büro LR Schwarz, Mag. (FH) Dieter Kraus, Telefon 02742/9005-12655, e-mail dieter.kraus@noel.gv.at.

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