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22.06.2016 | 00:38

LH Pröll präsentierte neun Schwerpunkte für das Waldviertel

Investitionspaket in der Höhe von 275 Millionen Euro

Öffentlicher Verkehr, Straßenausbau, Gesundheit, Bildung, Breitband, Hochwasserschutz, Tourismus, Wohnqualität und Ortskernbelebung: Diese neun Arbeitsschwerpunkte für das Waldviertel hat heute Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll im Zuge einer Pressekonferenz in Haugschlag präsentiert. Dabei wurde ein Investitionspaket in der Gesamthöhe von 275 Millionen Euro vorgestellt.

So sollen im Öffentlichen Verkehr fünf Millionen Euro für neues Wagenmaterial auf der Franz-Josefs-Bahn zur Verfügung gestellt werden. „Im Dezember des heurigen Jahres kommen die ersten vier Garnituren, im Februar 2017 die restlichen vier", sagte Pröll. Darüber hinaus werden gemeinsam mit den ÖBB so genannte „Sprinter"-Schnellverbindungen am Morgen und am Abend sowie eine zusätzliche schnelle Verbindung für Wochenpendler eingeführt. Weiters wird ab 2018 eine halbstündige Verknüpfung mit dem Fernverkehr auf der Westbahnstrecke erfolgen, ab 2018 wird es einen „Sprinter" auf der Strecke Gmünd - Wien Hütteldorf geben. „Die Reisezeit beträgt dann eine Stunde und 45 Minuten", so Pröll.

Für den Ausbau des Straßennetzes sind bis zum Jahr 2020 rund 140 Millionen Euro vorgesehen, informierte der Landeshauptmann weiters. Schon in den letzten Jahren habe man in die beiden Achsen Wien-Stockerau-Horn-Gmünd sowie Krems-Zwettl-Vitis rund 160 Millionen Euro investiert. Pröll dazu: „Damit haben wir die Fahrtzeit von Gmünd bzw. Waidhofen/Thaya nach St. Pölten um 40 Minuten und die Fahrtzeit nach Wien um 30 Minuten verkürzt." In den nächsten Jahren sind auf der Achse Wien-Stockerau-Horn-Gmünd die Niveaufreimachung Horn-West und der dreispurige Ausbau Ziersdorf Süd (2016), der dreispurige Ausbau Fürwald/Brunn/Wild (2017), der dreispurige Ausbau Großburgstall/St. Bernhard (2018), der dreispurige Ausbau Heldenberg (2019) und der dreispurige Ausbau Baumgarten/Groß Weikersdorf (2020) geplant. Auf der Achse Krems-Zwettl-Vitis sind vorgesehen: die Umfahrung Zwettl, die 2017 fertiggestellt wird, der dreispurige Ausbau Gneixendorf-Stratzing (2018), der dreispurige Ausbau Stratzing-Droß (2019) und die Umfahrung Ausbau Großglobnitz-Kleinpoppen (2020). Für beide Achsen relevant ist auch der sechsspurige Ausbau des Knotens Stockerau-Stockerau Ost um insgesamt 60 Millionen Euro.

„Wir bekennen uns ganz klar zu allen Kliniken-Standorten des Waldviertels", stellte der Landeshauptmann zum Thema Gesundheit fest. Investitionen um insgesamt 16 Millionen Euro werden in diesem Bereich vorgezogen, kündigte er an. Das größte Projekt sei dabei die Sanierung der Haustechnik in Gmünd, weitere Investitionen werden in Zwettl, Horn, Gmünd und Waidhofen/Thaya getätigt.

17 Millionen Euro werden in die Bildungsinfrastruktur investiert, so werde man die Landesberufsschule Schrems um 16 Millionen Euro intensiv ausbauen, ging der Landeshauptmann auf einen weiteren Bereich ein. Eine Million Euro wird für den Ausbau des ökopädagogischen Zentrums im Nationalpark Thayatal bereitgestellt.

Zwei von vier niederösterreichischen Pilotregionen im Zuge des Breitbandmodells befinden sich im Waldviertel: Thayatal und Waldviertel StadtLand. „Insgesamt investieren wir hier 37 Millionen Euro", so Pröll: „2016 können wir 6.100 Haushalte und 400 Betriebe versorgen." Bis 2018 sollen auf diesem Wege fast 20.000 Haushalte und 1.400 Betriebe mit Glasfaseranschlüssen versorgt werden.

„37 Millionen Euro werden wir in den Hochwasserschutz im Waldviertel investieren - und das ohne Krems und ohne Donauprojekte", informierte der Landeshauptmann weiters. Derzeit befinden sich insgesamt 13 Projekte um 15 Millionen Euro in Bau, bis 2023 sind 16 weitere Projekte um 22 Millionen Euro vorgesehen.

Ein besonderer touristischer Schwerpunkt ist die Landesausstellung 2017 in Pöggstall. „Wir investieren dafür rund 23 Millionen Euro, etwa in die Renovierung des Schlosses, in Begleitprojekte und in Infrastruktur-Maßnahmen", so Pröll.

Für die „Weiterentwicklung des Waldviertels als Lebensraum" sind die Fortsetzung des Erfolgsprojektes „Wohnen im Waldviertel" sowie der Ausbau der Kinderbetreuung vorgesehen, kündigte der Landeshauptmann weiters an. 57 Gemeinden beteiligen sich am Projekt „Wohnen im Waldviertel", für den Ausbau der Kinderbetreuung wird ein „Aktionsteam Waldviertel" eingesetzt, bis Ende 2017 werden insgesamt 5,6 Millionen Euro für neue Kinderbetreuungsplätze im Waldviertel bereitgestellt.

Der neunte Schwerpunkt werde die Ortskernbelebung sein, informierte Pröll weiters. Um dem Aussterben der Ortskerne entgegen zu wirken, werde es eine zusätzliche Förderung für die Eigenheimerrichtung bzw. die Eigenheimsanierung geben. Dazu wird ein Projekt „Ortskernentwicklung" gestartet, bei dem man sich zunächst auf zehn Gemeinden konzentrieren werde.

„Die Region Waldviertel ist keine Abwanderungsregion mehr", informierte der Geschäftsführer der Regionalberatung „Wallenberger und Linhard", Josef Wallenberger, über die Ausgangssituation in dieser Region. Seit dem Jahr 2010 gebe es nun eine positive Wanderungsbilanz, d. h. es ziehen mehr Hauptwohnsitzer in die Region als aus der Region wegziehen. Die stärkste Gruppe der Zuzügler seien dabei die 25- bis 34-Jährigen, so Wallenberger: „Es sind die Jungen, die kommen."

Auch in der Gesamt-Bevölkerungsentwicklung zeichne sich eine Trendwende ab, betonte Wallenberger. Das erste Mal seit Jahrzehnten gebe es eine positive Bevölkerungsentwicklung im Waldviertel. Die Region zeichne sich nicht nur durch die Lebensqualität aus, sondern sei auch ein guter Wirtschaftsstandort, so Wallenberger: „Von 2000 bis 2013 ist das Bruttoregionalprodukt im Waldviertel von 3,94 Milliarden Euro auf 5,8 Milliarden Euro gestiegen."

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