06.06.2016 | 13:11

Sonderschulen werden auch zukünftig benötigt werden

LR Schwarz: Für schwere Betreuungsfälle und bestimmte Formen der Behinderung unumgänglich

Der Nationale Aktionsplan (NAP) Behinderung des Sozialministeriums hat die fast vollständige Abschaffung der Sonderschulen in Österreich zum Ziel. Niederösterreichs Bildungs-Landesrätin Mag. Barbara Schwarz hält die gänzliche Abschaffung dieses Schultyps für nicht realistisch: „Wir ermöglichen allen Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf den Schulbesuch, entweder integrativ in einer Pflichtschule oder in einer Sonderschule bzw. einer Sonderschulklasse mit fachlich entsprechendem Förderschwerpunkt. Bereits mehr als 52 Prozent der Schülerinnen und Schüler mit SPF-Bescheid in Niederösterreich werden dabei integrativ unterrichtet. Niederösterreich ist bereits mit vielen guten Beispielen auf dem Weg zur inklusiven Schule. Wobei diese Projekte immer einer guten Abstimmung mit den Schulerhaltern bedürfen. Trotzdem sage ich auch klar, wir gehen diesen Weg gezielt, dort wo es im Sinne der Kinder und aus Sicht der Eltern die richtige Entscheidung ist."

Die Wahlmöglichkeit für Eltern und betroffene Kinder hält Schwarz dabei für besonders wichtig: „Wir befinden uns momentan in einem Prozess, bei dem die traditionellen und alleinstehenden Sonderschulmodelle auslaufen. So hatten wir im letzten Schuljahr erstmals mehr Schülerinnen und Schüler in der Integration als in Sonderschulen. Langfristig sind im Bereich der integrativen Betreuung bis zu 80 Prozent realistisch, für schwere Betreuungsfälle und bestimmte Formen der Behinderung werden wir auch in Zukunft die Förderung an Sonderschulen benötigen. Ich warne davor, hier übereifrig zu gestalten und alle betroffenen Kinder über einen Kamm zu scheren. Genau hier im Bereich der Sonderpädagogik wird auch in Zukunft ein differenziertes Schulsystem wichtig und notwendig sein."

Nähere Informationen: Büro LR Schwarz, Mag. (FH) Dieter Kraus, Telefon 02742/9005-12655, e-mail dieter.kraus@noel.gv.at.

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