13.04.2016 | 14:14

Industrie 4.0: Chancen für Niederösterreichs Wirtschaft

Bohuslav/Zwazl/Salzer: Kooperation des Wirtschaftsressorts des Landes mit Wirtschaftskammer NÖ und Industriellenvereinigung NÖ

Informierten zum Thema Industrie 4.0: Wirtschaftskammer-Präsidentin KommR Sonja Zwazl, Wirtschafts-Landesrätin Dr. Petra Bohuslav und IV-Präsident Thomas Salzer. (v.l.n.r.
Informierten zum Thema Industrie 4.0: Wirtschaftskammer-Präsidentin KommR Sonja Zwazl, Wirtschafts-Landesrätin Dr. Petra Bohuslav und IV-Präsident Thomas Salzer. (v.l.n.r.© NLK Diese Datei steht nicht mehr zum Download zur Verfügung. Bild anfordern

Die Digitalisierung der Lebenswelten und der Einzug von neuen Informations-, Kommunikations- und Medientechnologien bringen umfassende Veränderungen und Vernetzungen für die Unternehmen und die Gesellschaft mit sich. Um die Chancen, aber auch Herausforderungen, die diese Entwicklung mit sich bringt, optimal nutzen zu können, entwickelt das Wirtschaftsressort des Landes Niederösterreich in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer Niederösterreich und der Industriellenvereinigung Niederösterreich ein gemeinsames Maßnahmenpaket. Dazu informierte heute, Mittwoch, Wirtschafts-Landesrätin Dr. Petra Bohuslav gemeinsam mit Wirtschaftskammer-Präsidentin KommR Sonja Zwazl und IV-Präsident Thomas Salzer im Rahmen einer Pressekonferenz in St. Pölten.

„Wir sind im digitalen Zeitalter angekommen. Hinter Industrie 4.0 verbergen sich Chancen und Herausforderungen", so Landesrätin Bohuslav. Aufgabe sei es, die Unternehmen auf diese Chancen hin zu orientieren. „Im Mittelpunkt steht nach wie vor der Mensch - als Mitarbeiter, als Kunde und als Nutzer", so Bohuslav. Dass Betriebe die Digitalisierung bereits für sich nutzen, veranschaulichte die Landesrätin anhand der Firma „logi.cals", die ein zentrales Gießsystem für Pflanzen entwickelt habe, der Firma Philips mit einer intelligenten Steuerung der Beleuchtungssysteme und anhand der Baubranche mit dem Building Information Modeling, das durch Vernetzung etwa die Chance biete, Planungsfehler zu vermeiden oder Planungszeit zu verkürzen.

„Unser Ziel ist es, die niederösterreichischen Unternehmen in dieses Zeitalter zu begleiten und ihnen die Chancen von Industrie 4.0 klarzumachen", so Bohuslav. Man wolle Partner für die Unternehmen sein. So gibt es zum Beispiel für entsprechende Investitionen und Forschungsprojekte Finanzierungshilfen, es werden spezielle Fördercalls geboten und für Kooperationen bieten die Cluster Niederösterreich eine optimale Unterstützungsplattform. „Die Technopole bieten Knowhow bezüglich des 3D-Drucks", so Bohuslav, die weiters hervorhob, dass sich Unternehmen im Rahmen des Projekts „Enterprise 4.0" zu bestimmten Themen austauschen können. Mit diesem Bündel an Maßnahmen möchte man die Betriebe auf Industrie 4.0 vorbereiten und begleiten, so die Landesrätin.

Industrie 4.0 sei eine Querschnittsmaterie, daher gelte es einen ressortübergreifenden Masterplan zu erarbeiten. Erster Schritt sei eine gemeinsam in Auftrag gegebene Studie, um die Bedürfnisse der Klein- und Mittelunternehmen sowie der Industriebetriebe herauszufinden. Diese werde noch vor dem Sommer präsentiert. Der Masterplan werde im September dieses Jahres stehen, so Bohuslav.

„Die Wirtschaft war immer im Wandel und das wird auch weiterhin so sein", so Wirtschaftskammer-Präsidentin Zwazl. Die Unternehmen seien „Träger der Innovationen und des Fortschritts". Was sich die ältere Generation mühevoll aneignen habe müssen, sei für die heutige Jugend eine Selbstverständlichkeit. Was früher IT-Spezialisten vorbehalten gewesen sei, gehöre für die heutige Jugend zur Freizeitbeschäftigung. „Wir brauchen einen verstärkten Fokus auf technische Fertigkeiten und technisches Verständnis. Wir müssen technische Kompetenzen gezielt fördern", so Zwazl. Physik und Chemie müssten bereits ab der ersten Schulklasse der Neuen Mittelschule unterrichtet werden. Kenntnisse aus diesen Bereichen müssten übergreifend angewendet werden.

Der Bedarf an Arbeitskräften, die gut ausgebildet seien, werde weiterhin steigen, so Zwazl. Die von der Wirtschaftskammer Niederösterreich in Kooperation mit dem Land betriebenen Technologie- und Innovationspartner (TIP) stehen den niederösterreichischen Betrieben auf ihrem Digitalisierungsweg mit Hilfe bei der Bedarfsanalyse, dem Zugang zu passenden Netzwerken und finanziell geförderter Unterstützung bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten mit einem Pool von 400 Expertinnen und Experten zur Verfügung.

„Industrie 4.0 ist eine große Veränderung für Betriebe", so IV-Präsident Salzer. Das sei „eine Entwicklung hin dazu, dass Dinge stärker miteinander kommunizieren". Prozesse in Unternehmen würden sich ändern. Die Digitalisierung sei eine große Chance, man könne dadurch Produktionen, die zum Teil ausgelagert worden seien, wieder ins Land zurückholen und Produkte mit wenig Lohnkostenanteil herstellen und dadurch wieder wettbewerbsfähig werden, wenn automatisiert produziert werde. „Wir brauchen aber Leute, die die Anlagen steuern und programmieren können", so Salzer. Man brauche eine „Arbeitszeitflexibilisierung, die es möglich macht, kurzfristig zu reagieren", so der IV-Präsident. Und man müsse die Bildung darauf ausrichten, dass IT-Skills sehr frühzeitig gefördert werden. Zudem sei vernetztes Denken gefragt. Industrie 4.0 werde Jobchancen bieten, es würden aber bestehende Jobs verloren gehen und neue entstehen, so Salzer.

Nähere Informationen: Büro LR Bohuslav, Christoph Fuchs, Telefon 02742/9005-12322, e-mail c.fuchs@noel.gv.at, Büro Präsidentin Zwazl, Christian Buchar, Telefon 02742/851-14600, e-mail christian.buchar@wknoe.at, Industriellenvereinigung NÖ, Gerti Süss, M.A., Telefon 01/171135-2445, e-mail g.suess@iv-net.at.

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