09.09.2015 | 00:58

Pilotprojekt „Netzwerk Familie" der Initiative „Tut gut!" vorgestellt

Sobotka: Helfen jungen Familien in belastenden Lebenssituationen

Im Bild von links nach rechts: Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka, Sabine Holzinger vom \"Netzwerk Familie\" und Professor Dr. Ernst Tatzer
Im Bild von links nach rechts: Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka, Sabine Holzinger vom \"Netzwerk Familie\" und Professor Dr. Ernst Tatzer© NLK Diese Datei steht nicht mehr zum Download zur Verfügung. Bild anfordern

Die vielen psychosozialen Belastungen stellen auch Schwangere und junge Familien vor große Herausforderungen. Mit dem Pilotprojekt „Netzwerk Familie" wurde nun ein Konzept für die Region Krems ausgearbeitet, wo bis zu 100 Familien in den nächsten zwei Jahren von Expertinnen und Experten der Initiative „Tut gut!" begleitet und unterstützt werden.

„Zielsetzung des Pilotprojektes ist es, den Kindern ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen und Familien, die in schwierigen Situationen sind, zu helfen und untereinander zu vernetzen", hielt dazu heute, Mittwoch, Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka bei einer Pressekonferenz im Landesklinikum Krems fest. „Aus internationalen Studien geht hervor, dass ein geringer Anteil von Eltern professionelle Unterstützung braucht, weil der Familienverband nicht ausreichend zur Verfügung steht. Junge Eltern kommen manchmal mit dem Verhalten ihres Kindes nicht zurande, und bevor es zur Eskalation kommt, sollte man eine Hilfe aufsuchen. Vor allem bei Mehrlingsgeburten brauchen die Mütter und Väter Begleitung, Unterstützung und Rat", führte Sobotka weiter aus.

In solchen Fällen solle man sich nicht verstecken, sondern könne anonym auf die Beraterinnen und Berater von „Netzwerk Familie" zugehen, erinnerte der Landeshauptmann-Stellvertreter. „Unsere Zielgruppe sind auch Schwangere, die Rat und Hilfe suchen, aber besonders jene Familien, wo die Kinder schon geboren sind", so Sobotka. Die Stadt Krems wurde als Pilotregion ausgewählt, weil es in den urbanen Gebieten die meisten Mindestgeldbezieher, die meisten Alleinerzieherinnen, eine vergleichbar höhere Scheidungsrate und viele Jugendliche mit einem erhöhten Förderbedarf gibt, betonte der Landeshauptmann-Stellvertreter. „Netzwerk Familie" sei ein Ansprechort und Ansprechpunkt, um jungen Menschen mehr Mut zur Familie zu machen und auch zu unterstützen, damit sie der Mut zur Familie nicht verlässt. Die Aktion „Tut gut!" setzt das Projekt „Netzwerk Familie" zusammen mit dem Fonds „Gesundes Österreich" um, sagte der Landeshauptmann-Stellvertreter.          

Professor Dr. Ernst Tatzer, Projektleiter Kinder- und Jugendplan, sagte: „Die Risikofaktoren für eine junge Familie sind geringe Wohnfläche, Armutsgefährdung, ein niedriger Bildungsstand der Eltern, belastende Partnerschaften, Gewalt in der Familie sowie psychische oder chronische Erkrankungen bei den Eltern oder den Geschwistern. Wenn solche Risiken bekannt sind, können wir vom ‚Netzwerk Familie‘ frühzeitig intervenieren und später eine weniger günstige Entwicklung abfangen."

Sabine Holzinger, Familienbegleiterin beim „Netzwerk Familie", meinte: „Unsere Arbeit besteht darin, die Hemmschwellen abzubauen, indem wir auf die Familien zugehen. Eine vertrauensvolle und tragfähige Beziehung zu den Familien ist dabei notwendig, um die Lebenssituationen, die spezifischen Belastungen und die Ressourcen zu berücksichtigen. Gemeinsam mit den Familien werden dann genaue Unterstützungsangebote ausgewählt." 

Nähere Informationen beim Büro LHStv. Sobotka unter 0676/81 21 22 21, Mag. Günther Haslauer, e-mail guenther.haslauer@noel.gv.at.

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