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11.05.2015 | 10:09

„Nur wer sich seiner Geschichte erinnert, kann sie verstehen"

LH Pröll eröffnete Museum „Erlauf erinnert"

Im Bild von links nach rechts: Vizebürgermeister Franz Freitag, Bürgermeister Franz Engelmaier, Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und Botschafter Sergej Netschajew.
Im Bild von links nach rechts: Vizebürgermeister Franz Freitag, Bürgermeister Franz Engelmaier, Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und Botschafter Sergej Netschajew.© NLK Diese Datei steht nicht mehr zum Download zur Verfügung. Bild anfordern

„Wir müssen die Geschichte stets lebendig halten", betonte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll heute, Samstag, im Zuge der Eröffnung des Museums „Erlauf erinnert" in Erlauf. Das Museum wurde im Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 70 Jahren initiiert und vereint Zeitgeschichte, Erinnerungskultur und Gegenwartskunst. Die Friedengemeinde Erlauf ist jener Ort, an dem am 8. Mai 1945 der sowjetische General Dmitri Dritschkin mit dem US-amerikanischen General Stanley Reinhart zusammentraf. Dabei kam es zu einem symbolträchtigen und heute historischen Handschlag zwischen den beiden Generälen.

An diesen „schicksalhaften Handschlag" erinnerte auch Landeshauptmann Pröll in seiner Festrede: „Dieser Handschlag hat die Waffen zum Verstummen und für die Menschen große Hoffnung gebracht". 70 Jahre nach Ende des Krieges komme das Friedensmuseum in Erlauf „zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort und mit dem richtigen Auftrag", betonte Pröll: „Nur wer sich seiner Geschichte erinnert, kann sie verstehen. Und nur wer seine Geschichte versteht, kann auch aus ihr lernen."

„Die Errungenschaften von heute verpflichten uns zu Dank und Respekt gegenüber jenen, die vor uns waren", meinte der Landeshauptmann. Vor 70 Jahren habe es landauf und landab Leid und Elend gegeben und es sei nicht einfach gewesen, daraus Frieden, Freiheit und Wohlstand zu errichten. Dazu habe es „die Gunst des Herrgotts, das Glück der Geschichte und die harte Arbeit unserer Vorfahren" gebraucht, so Pröll.

Der Auftrag, die Geschichte lebendig zu halten, gelte für alle Generationen, betonte er weiters: „Es ist wichtig, eine Brücke zwischen den Generationen zu schlagen. Denn nur dieses Band der Generationen gibt auch Kraft für die Gegenwart und Zuversicht am Weg in die Zukunft."

„Wir müssen an unsere gemeinsame Geschichte denken", sagte Seine Exzellenz Sergej Netschajew, der Botschafter der Russischen Föderation, im Zuge des Festaktes. Er wünsche den Bewohnern Erlaufs und Niederösterreichs „Frieden und Gedeihen", betonte er.

Im Rahmen der von Dr. Susanne Scholl moderierten Eröffnung kamen auch die Kuratoren des Museums, Mag. Cornelia Offergeld (Kuratorin Kunst), Mag. Johanna Zechner (Kuratorin Geschichte) sowie Remigio Gazzari (Kurator Geschichte) zu Wort. Besonders gedankt wurde auch den nach Erlauf gekommenen Nachfahren Dr. Charlotte El Shabrawy, Daniel Einstein, Raisa Gordijenko, Helga Sedlacek und Wladimir Dritschkin.

Das Museum „Erlauf erinnert" ist ein Kooperationsprojekt der Marktgemeinde Erlauf mit der Abteilung Kunst und Kultur des Landes Niederösterreich. In der Ausstellung ist ein Überblick über relevante ereignis- und alltagshistorische Vorgänge rund um die Themen Nationalsozialismus, Krieg und Kriegsende zu sehen. Hierfür konnten einige bisher unbekannte Quellen gefunden und aufgearbeitet werden. Die Marktgemeinde Erlauf als Ort des historischen Handschlags der Generäle ist geprägt durch eine besondere Form der Gedenk- und Erinnerungskultur, die dort seit den 1960er Jahren gelebt wird. Kein anderer Ort vergleichbarer Größe im deutschsprachigen Raum hat sich derart bewusst und über eine ähnlich lange Zeitspanne mit den Themen Frieden, Erinnerung und Kunst auseinandergesetzt. Bekannt sind vor allem auch die 1995 von Jenny Holzer und Oleg Komov umgesetzten Friedensdenkmäler.

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