13.04.2015 | 09:16

NÖ Landesmuseum zeigt Briefverkehr zwischen Renner und Stalin

Präsident Penz: Ausstellung ist ein wichtiger Beitrag zur Bewusstseinsbildung im Jubiläumsjahr

Der Briefwechsel und die Telegramme zwischen Karl Renner und Josef Stalin aus dem Jahre 1945 zur Gründung der Zweiten Republik sind bis einschließlich Sonntag, 3. Mai, im NÖ Landesmuseum in St. Pölten zu sehen. „Diese zeitgeschichtlichen Dokumente, die erstmals in Österreich gezeigt werden, sind ein eindrucksvoller Beleg für das Bemühen Renners, im Nachkriegs-Österreich rasch für eine stabile Ordnung zu sorgen und eine Regierungsbildung zu ermöglichen", erläuterte der Historiker Univ.Prof. Stefan Karner vom Grazer Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung bei der Eröffnung der Ausstellung am Freitag, 12. April, im Landesmuseum. Karner und seinem Team vom Boltzmann-Institut ist es gelungen, die originalen Briefe und Telegramme, die verschlossen in Moskauer Archiven lagen, nach Österreich zu holen.

Für Landtagspräsident Hans Penz, der die Ausstellung eröffnete, lässt sich „aus der Distanz der Geschichte kaum ermessen, welche Leistungen die Gründungsväter der Zweiten Republik vor 70 Jahren erbracht haben und welche Kraft es damals brauchte, um politische, wirtschaftliche und soziale Gegensätze und ideologische Schatten zu überwinden". Persönlichkeiten wie Karl Renner, dessen Geburtstag sich heuer zum 145. Mal und dessen Todestag sich zum 65. Mal jährt, hätten in diesen schweren Stunden Weitblick und politisches Gespür bewiesen. Penz: „Die Politikergeneration der Nachkriegszeit hat uns vorgelebt, wie man mit Patriotismus und Optimismus an schier unlösbar scheinende Probleme herangeht."

Grußworte sprachen auch Dr. Andrey K. Sorokin vom Russischen Staatsarchiv und Sergej Netschajew, Botschafter der Russischen Föderation in Österreich.

Faksimile des Schriftverkehrs zwischen Renner und Stalin sind auch in Hochwolkersdorf im südlichen Niederösterreich zu sehen. Karl Renner traf hier mit den russischen Befehlshabern zusammen. In Hochwolkersdorf wurde die erste sowjetische Militär-Kommandantur in Niederösterreich eingerichtet. Ein Gedenkraum im Gemeindeamt erinnert an diese Zeit.

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