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29.08.2017 | 12:27

In elf Tagen eröffnet das „Haus der Geschichte“ im Museum NÖ

LH Mikl-Leitner: „Zentraler Bestandteil der niederösterreichischen Museumslandschaft“

In elf Tagen eröffnet das Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich. Im Bild Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit dem wissenschaftlichen Leiter Stefan Karner (l.) und Museums-Geschäftsführer Matthias Pacher (r.).
In elf Tagen eröffnet das Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich. Im Bild Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit dem wissenschaftlichen Leiter Stefan Karner (l.) und Museums-Geschäftsführer Matthias Pacher (r.).© NLK ReinbergerDiese Datei steht nicht mehr zum Download zur Verfügung. Bild anfordern

In wenigen Tagen, am 10. September 2017, öffnet das „Haus der Geschichte“ im Museum Niederösterreich. Zu sehen sein wird die Geschichte Niederösterreichs als Kernland Österreichs mit seinen zentraleuropäischen Bezügen. Das innovative Ausstellungskonzept umfasst dabei weit über 2.000 Objekte auf 3.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche sowie eine Schwerpunktausstellung zur Ersten Republik. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, der wissenschaftliche Leiter Stefan Karner, der stellvertretende Leiter des wissenschaftlichen Beirates Wolfgang Maderthaner und Museums-Geschäftsführer Matthias Pacher stellten heute, Dienstag, Inhalte und Konzeption vor.

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[MIKL-LEITNER]

Ganz entscheidend und hervorzustreichen ist, das dass großartige Projekt "Haus der Geschichte" punktgenau im Bereich der Kosten und des Zeitplanes abgewickelt werden konnte, Kompliment allen Verantwortungsträgern, die hier mitgemacht haben. Das Haus der Geschichte erfüllt meines Erachtens drei große Funktionen. Zum Ersten ist dieses Haus der Geschichte Ausstellungs- und Vermittlungsort, zum Zweiten ein Ort der Forschung als auch der Entwicklung, wo es vor allem wichtig ist, Antworten auf historische Fragen zu geben, und zum Dritten ist es natürlich auch wichtig, dass wir damit auch unserem demokratiepolitischen und bildungspolitischen Auftrag nachkommen, und dieser demokratiepolitische Auftrag ist für uns eine ganz große Verpflichtung, auch seitens der Politik: Dieses geschichtliche Wissen auf der Höhe der Zeit mit den Methoden auf der Höhe der Zeit auch weiterzugeben.

 [PACHER]

Aber das Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich ist mehr als nur eine Ausstellung. Wir verstehen uns als Einrichtung der Forschung, der Vermittlung und des Service. Es ist für uns wichtig, im Haus der Geschichte Geschichten zu erzählen, sodass auch die Familien und die vielen jungen Gäste, die wir bei uns im Haus ja traditionsgemäß schon immer begrüßen konnten, auch das Haus der Geschichte für sich als wichtigen Erlebnisraum entdecken.

 [KARNER]

Eine Dauerausstellung, die nach jetzt offen ist, ist mir ganz wichtig, es ist keine einzementierte Sicht der Geschichte. Geschichte wird immer neu geschrieben. Jede Generation schreibt sich die Geschichte neu, jede Generation hat andere Blickwinkel, das müssen wir alles bedenken, daher ist das nix Fertiges, aber es ist eine Dauerausstellung. Mit allen Adaptionsmöglichkeiten; und dazu Wechselausstellungen, wir haben ganz bewusst in diesem Jahr aus Anlass 100 Jahre Republik Österreich diese erste Wechselausstellung unter das Thema die umstrittene Republik, die umkämpfte Republik gestellt. Und wir werden diese Ausstellung auf 800 Quadratmetern zugleich eröffnen, zusätzlich kommt noch ein Begleitsammelband, den die Historiker, die österreichischen Historiker mit vielen Beiträgen gestaltet haben.

 [MIKL-LEITNER]

Und wenn ich mir heute etwas wünschen darf, einige wenige Tage vor der Eröffnung dieses ersten "Hauses der Geschichte", dann wünsche ich mir, dass es gelingt, viele Besucherinnen und Besucher hierher nach St. Pölten zu bringen ins "Haus der Geschichte", um diese Erinnerungskultur auch wach zu halten, um diese geschichtlichen Hintergründe auch weiterzugeben, im Bewusstsein, dass all diese Werte, auf die wir heute bauen können, auf die wir stolz sind und genießen können, nämlich Friede, Freiheit und Demokratie, dass all das keine Selbstverständlichkeit ist und dass wir alle gemeinsam hart daran arbeiten müssen, um all diese Werte auch erhalten zu können in Zukunft.

 

„Der Countdown läuft“, sagte Landeshauptfrau Mikl-Leitner im Blick auf die bevorstehende Eröffnung. Man freue sich sehr, mit dem „Haus der Geschichte“ die „ereignisreiche Geschichte Niederösterreichs als Kernland Österreichs in seiner internationalen Bedeutung“ präsentieren zu können, betonte sie. Die Landeshauptfrau blickte auf die Vorgeschichte des Projektes zurück und erinnerte dabei an die Initiative ihres Vorgängers Landeshauptmann a. D. Erwin Pröll, an den Beschluss der Landesregierung und des Landtages im April 2014, an den Beginn der Arbeit des wissenschaftlichen Beirates im September 2014 sowie an die Präsentation des inhaltlichen Konzeptes im November 2015: „Seither wird das Konzept Schritt für Schritt umgesetzt. Der Zeitplan und der Kostenplan wurden auf Punkt und Beistrich eingehalten.“

Das Museum Niederösterreich mit dem „Haus der Geschichte“ werde „ein zentraler Bestandteil der niederösterreichischen Museumslandschaft“, meinte Mikl-Leitner. Es gliedere sich ein in die weiteren Kompetenzzentren in Niederösterreich, nannte sie in diesem Zusammenhang Carnuntum, Asparn und Mistelbach, Niedersulz und Krems.

Das „Haus der Geschichte“ könne „eine reichhaltige Sammlung“ präsentieren, verwies die Landeshauptfrau auf über 2.000 Objekte aus den eigenen Niederösterreich-Sammlungen: „Das heißt, wir zeigen den Besucherinnen und Besuchern das, was den Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern gehört.“ Objekte wie der Dienstwagen von Leopold Figl oder der Bonjour-Rock von Kaiser Franz Joseph könnten „ganz viele Geschichten erzählen“, betonte sie. Auch Wissenschaft und Forschung spielten „eine ganz zentrale Rolle“, verwies sie weiters auf den wissenschaftlichen Beirat und Kooperationen mit wissenschaftlichen Einrichtungen.

„Mit dem ,Haus der Geschichte‘ reagieren wir auf das wachsende Interesse an der Zeitgeschichte“, sprach Mikl-Leitner einen weiteren Aspekt an. Dieses Interesse habe sich bereits bei den Landesausstellungen oder bei den Ausstellungen auf der Schallaburg gezeigt, so die Landeshauptfrau, die auch auf „die großen Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher, die österreichische und europäische Geschichte geschrieben haben“, verwies und dabei Leopold Figl, Julius Raab, Bertha von Suttner und Alois Mock als Beispiele nannte.

Das „Haus der Geschichte“ erfülle aber auch einen kultur- und bildungspolitischen Auftrag und sei auch ein „wichtiger Vermittler für Kunst und Kultur“, so Mikl-Leitner. Man setze dabei auch auf neue didaktisch-pädagogische Methoden: „Nur so wird es gelingen, Geschichte weiter zu geben und in Erinnerung zu halten.“ Zusammenfassend hielt sie fest: „Das Projekt ,Haus der Geschichte‘ wird punktgenau im Kosten- und Zeitplan abgewickelt und erfüllt drei große Funktionen: Es ist ein Ausstellungs- und Vermittlungsort, es ist ein Ort der Forschung und wir kommen damit auch unserem demokratiepolitischen Auftrag nach, das geschichtliche Wissen mit Methoden der heutigen Zeit weiterzugeben.“

„Wir verstehen uns als Einrichtung der Forschung, der Vermittlung und des Service“, sagte auch Geschäftsführer Pacher in seiner Stellungnahme. Das „Haus der Geschichte“ rücke die Kulturvermittlung in den Vordergrund, betonte er: „Es ist uns wichtig, im ,Haus der Geschichte‘ Geschichten zu erzählen.“ Pacher weiters: „Das ,Haus der Geschichte‘ ist eingebettet in eine weit verzweigte Museums- und Forschungslandschaft.“

Auch der wissenschaftliche Leiter Karner hob die drei Säulen des Museums hervor: „Erstens die Ausstellungen mit der Dauerausstellung und den Wechselausstellungen, zweitens die Forschung mit einem großen Netzwerk und drittens die Service-Funktion des Hauses.“ Geschichte sei „nicht abgeschlossen“, so der Historiker: „Wir wollen anregen, darüber nachzudenken, zu diskutieren und einen Dialog zu führen.“ Zur Wechselausstellung anlässlich „100 Jahre Republik“ betonte er: „Diese Ausstellung wird auch emotionalisieren. Es werden nie gezeigte Exponate dabei sein. Diese kommen vielfach aus privaten Beständen.“

Ein zentraler Punkt seien auch „Identität und Selbstbewusstsein über unsere Werte“, meinte der stellvertretende Leiter des wissenschaftlichen Beirates und Generaldirektor des Österreichischen Staatsarchives Wolfgang Maderthaner. Es handle sich um ein „diskursives Angebot“: „Was sind unsere Werte? Wie kann die Auseinandersetzung mit Geschichte helfen, diese Werte zu definieren?“

Das „Haus der Geschichte“ im Museum Niederösterreich sowie die Schwerpunktausstellung „Die umkämpfte Republik: Österreich 1918-1938“ sind ab 10. September 2017 von Dienstag bis Sonntag und feiertags von 9 bis 17 Uhr zu sehen. Am Eröffnungstag gibt es ein umfangreiches Familienprogramm.

Nähere Informationen: Florian Müller, Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation, Tel.: 0664/60 49 99 11, e-mail: florian.mueller@museumnoe.at.

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Bei der Pressekonferenz zur bevorstehenden Eröffnung des „Hauses der Geschichte“ im Museum Niederösterreich: Museums-Geschäftsführer Matthias Pacher, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, der wissenschaftliche Leiter Stefan Karner und der stellvertretende Leiter des wissenschaftlichen Beirates Wolfgang Maderthaner (von links nach rechts).
Bei der Pressekonferenz zur bevorstehenden Eröffnung des „Hauses der Geschichte“ im Museum Niederösterreich: Museums-Geschäftsführer Matthias Pacher, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, der wissenschaftliche Leiter Stefan Karner und der stellvertretende Leiter des wissenschaftlichen Beirates Wolfgang Maderthaner (von links nach rechts).© NLK ReinbergerDiese Datei steht nicht mehr zum Download zur Verfügung. Bild anfordern

Bei der Pressekonferenz zur bevorstehenden Eröffnung des „Hauses der Geschichte“ im Museum Niederösterreich: Museums-Geschäftsführer Matthias Pacher, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, der wissenschaftliche Leiter Stefan Karner und der stellvertretende Leiter des wissenschaftlichen Beirates Wolfgang Maderthaner (von links nach rechts).

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