Information für Betreiber von Wasserversorgungsanlagen

Die Trinkwasserkontrolle
Aufgaben der Trinkwasseraufsicht
Informationspflicht
Betreibermeldung
Trinkwasserversorgung bei Wasserknappheit
Beratung für Betreiber von Wasserversorgungsanlagen
Elektronische Übermittlung der Ergebnisse aus Befund und Gutachten an die zuständige Behörde

Die Trinkwasserkontrolle

In rechtlicher Hinsicht wird in Österreich das Trinkwasser durch die beiden Rahmengesetze Wasserrechtsgesetz und Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz (LMSVG) geregelt. Das Schutzgut im Wasserrechtsgesetz ist das Wasser, im LMSVG der Konsument. 

Wer Trinkwasser in Verkehr bringt, also als Wasserversorger an Dritte weitergibt oder zur Lebensmittelherstellung verwendet, ist Unternehmer im Sinne des Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetzes und unterliegt somit diesem und der Trinkwasserverordnung.

Die Qualität der Trinkwassers, unserem wichtigsten Lebensmittel, wird in Niederösterreich durch die Mitarbeiter der Trinkwasseraufsicht der Abteilung Umwelthygiene überwacht. Die rechtlichen Grundlagen sind im LMSVG und in der Trinkwasserverordnung (TWV) verankert.


Aufgaben der Trinkwasseraufsicht

In Niederösterreich werden alle Wasserversorgungsanlagen, bei denen Trinkwasser gemäß den Bestimmungen des LMSVG in Verkehr gebracht wird, durch die Trinkwasseraufsicht überwacht.

Zu den Kontrollaufgaben der Trinkwasseraufsicht gehören:

  • Revisionen bei den Wasserversorgungsanlagen
  • Probenahmestellenfestlegung nach der Trinkwasserverordnung
  • amtliche Probenahmen
  • Überwachung der Eigenkontrolle
  • gegebenenfalls behördliche Vorschreibungen und Strafanträge


Informationspflicht

Der Betreiber einer Wasserversorgungsanlage hat die Abnehmer zumindest einmal jährlich über bestimmte Parameter der Trinkwasseruntersuchungen zu informieren.

Die Information kann entweder mit der Wasserrechnung oder über Informationswege der Gemeinden (z.B. Gemeindezeitung, Anschlag an der Amtstafel, oder auf eine andere geeignete Weise erfolgen:

Über die Gehalte folgender Parameter sind die Abnehmer zu informieren: Nitrat und Pestizide mit Angabe der Parameterwerte (Grenzwerte) sowie seit dem Jahr 2012 pH-Wert, Gesamthärte, Karbonathärte, Kalzium, Magnesium, Natrium, Kalium, Chlorid und Sulfat. Mögliche Schwankungsbreiten sind anzugeben. Für die Information sind die Ergebnisse der Trinkwasseruntersuchungen zu verwenden.

Eine Vorlage für diese Information steht auf der Homepage der Trinkwasseraufsicht zum Download bereit. Jedem Abnehmer sind auf Wunsch alle Ergebnisse der Trinkwasseruntersuchung bekanntzugeben.


Betreibermeldung

Gemäß den lebensmittelrechtlichen Vorgaben für Trinkwasserversorgungsanlagen ist der Betreiber einer Wasserversorgungsanlage verpflichtet, die Behörde bei Vorliegen bestimmter Sachverhalte unverzüglich zu informieren.

Diese Sachverhalte sind:

  • wenn bei einer Trinkwasseruntersuchung ein oder mehrere Parameterwerte (im Sinn von Grenzwerten) überschritten wurden,
  • wenn das abgegebene Trinkwasser nicht den Anforderungen an die Trinkwassersicherheit entspricht (beispielsweise wenn festgestellt wurde, dass das Wasser nur mit Nutzungseinschränkungen wie Abkochen abgegeben werden darf) oder
  • wenn bei der Wasserversorgungsanlage Umstände aufgefallen oder eingetreten sind, welche den Betreiber erkennen lassen, dass das abgegebene Trinkwasser nicht den Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit entsprechen wird oder sogar möglicherweise die Gesundheit des Menschen schädigen kann (beispielsweise Defekt einer Dauerdesinfektionsanlage, Eintritt von Oberflächenwasser in Speicherbauwerke).

In all diesen Fällen sind üblicherweise zusätzlich

  • Maßnahmen zur Wiederherstellung der einwandfreien Qualität des abgegebenen Wassers zu ergreifen
  • die betroffenen Verbraucher in geeigneter Weise davon in Kenntnis zu setzen und auf etwaige Vorsichtsmaßnahmen (Nutzungsbeschränkungen für das Wasser oder bestimmte Behandlungsverfahren wie z.B. Kochen bei Siedetemperatur, die zumindest drei Minuten gehalten werden muss) hinzuweisen und

Zur Sicherung, dass die gesetzten Maßnahmen zum Erfolg führten sind in allen Fällen Untersuchungen des abgegebenen Trinkwassers zu veranlassen.

Klicken Sie hier, um die vorgeschriebene Meldung an die Behörde online hochzuladen: Betreibermeldung.


Wassersicherheitsplan

Um die Auswirkungen von unvorhergesehenen Ereignissen, die sich negativ auf die Trinkwasserqualität auswirken können, möglichst gering zu halten, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihren „Guidelines for drinking water quality“ Vorschläge für die Einführung eines Qualitäts- und Risikomanagementsystems für Trinkwasserversorgungsanlagen veröffentlicht, den so genannten Wassersicherheitsplan. Eine Bewertungsanleitung hat Wolf in seiner Diplomarbeit veröffentlicht. Die Einführung des Wassersicherheitsplans (WSP) in einer Niederösterreichischen Wasserversorgungsanlage wurde durch eine Diplomarbeit von Martin begleitet. 


Trinkwasserversorgung bei Wasserknappheit

Aufgrund anhaltender Schönwetterperioden kann es bei einigen Wasserversorgern zu Engpässen sowohl in quantitativer als auch qualitativer Form in der Trinkwasserversorgung kommen.
In solchen Fällen wird angeraten, alle Abnehmer in geeigneter Form (Gemeindezeitung usw.) zu sparsamem und verantwortungsvollem Umgang mit Trinkwasser aufzufordern. Ist die Zulieferung von Wasser aus anderen Wasserversorgungsanlagen notwendig, sind dabei unbedingt alle hygienischen Anforderungen einzuhalten.
Anleitungen dazu finden sich in der ÖVGW Richtlinie W 74(Trinkwassernotversorgung) sowie in der ÖVGW Richtlinie W 75 (öffentliche Trinkwasserversorgung aus Tankwagen und transportablen Wasserbehältern).

Es empfiehlt sich, den Ablauf solcher Notmaßnahmen in den Notfallplan der Wasserversorgungsanlage aufzunehmen.

Private Hausbrunnen – Verbot der Einspeisung

In den meisten Fällen liegen für private Hausbrunnen keine aktuellen  Untersuchungsergebnisse vor, so dass über die Qualität dieser Wässer keine Aussage getroffen werden kann.

Selbständige Einspeisung von Wässern aus privaten Hausbrunnen in das Hausleitungsnetz ist bei angeschlossenen Liegenschaften gemäß NÖ Wasserleitungsanschlussgesetz verboten, da dies ein hohes hygienisches Gefährdungspotential darstellt (Möglichkeit der Verkeimung im gesamten Versorgungsnetz). Die Verwendung als Nutzwasser (WC-Spülung, Gartengießen usw.) über einen eigenen Nutzwasserkreislauf ist in solchen Fällen jedoch zu befürworten. 



Beratung für Betreiber von Wasserversorgungsanlagen

Wir kontrollieren nicht nur Wasserversorgungsanlagen, sondern wir beraten Sie auch gerne.

Wenn Sie Fragen zu Ihren Anlagenteilen wie z.B. Quellsammelschacht, Hochbehälter, Desinfektionsanlage usw. haben oder wenn Sie bei ihrer Wasserversorgungsanlage ein Hygieneproblem haben, setzen Sie sich mit einer unserer Dienststellen in Verbindung.

In der Eventgastronomie, bei Märkten, Zeltfesten usw. wird die Versorgung mit Trinkwasser sehr oft durch Leitungsprovisorien sichergestellt. Nähere Informationen gibt es in unserem Merkblatt.


Elektronische Übermittlung der Ergebnisse aus Befund und Gutachten an die zuständige Behörde

Gemäß § 5 Z 4 TWV hat der Betreiber einer Wasserversorgungsanlage sicherzustellen, dass die Ergebnisse aus Befund und Gutachten über die gemäß Anhang II durchgeführten Untersuchungen, nachdem er davon Kenntnis erlangt hat, unverzüglich in das von der zuständigen Behörde dafür zur Verfügung gestellte Datensystem durch die gemäß Z 2 beauftragte Untersuchungsstelle elektronisch übermittelt werden. Nähere Informationen finden Sie im: Informationsschreiben zur elektronischen Datenübermittlung.

weiterführende Links
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Ihre Kontaktstelle des Landes für Trinkwasserkontrolle

Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Umwelthygiene
Landhausplatz 1, Haus 15B 3109 St. Pölten E-Mail: post.gs2@noel.gv.at
Tel: 02742/9005-12945
Fax: 02742/9005-15730
Letzte Änderung dieser Seite: 27.8.2018
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