Information für Betreiber von Wasserversorgungsanlagen

Die Trinkwasserkontrolle

In rechtlicher Hinsicht wird in Österreich das Trinkwasser durch die beiden Rahmengesetze Wasserrechtsgesetz und Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz (LMSVG) geregelt. Einerseits geht es um den Schutz der Trinkwasserversorgung und andererseits um den Schutz des Lebensmittels selbst.

Die Qualität der Trinkwassers, unserem wichtigsten Lebensmittel, wird in Niederösterreich durch die Mitarbeiter der Trinkwasseraufsicht der Abteilung Umwelthygiene überwacht. Die rechtlichen Grundlagen sind im LMSVG und in der Trinkwasserverordnung (TWV) verankert.


Das Aufgabenspektrum der Trinkwasseraufsicht

In Niederösterreich werden alle Wasserversorgungsanlagen, bei denen Trinkwasser gemäß den Bestimmungen des LMSVG in Verkehr gebracht wird, durch die Trinkwasseraufsicht überwacht.

Zu den Kontrollaufgaben der Trinkwasseraufsicht gehören:

  • Revisionen bei den Wasserversorgungsanlagen
  • Probenahmestellenfestlegung nach der Trinkwasserverordnung
  • amtlich Probenahmen
  • Überwachung der Eigenkontrolle

mehr Informationen über die Tätigkeit der Trinkwasserkontrolle, über die Sorgfaltspflicht von Betreibern von Wasserversorgungsanlagen, über das Lebensmittelrecht sowie über facheinschlägige Diplomarbeiten finden Sie im Downloadbereich.


Informationspflicht

Der Betreiber einer Wasserversorgungsanlage hat die Abnehmer über die aktuelle Qualität des Wassers zu informieren. Die Information hat auf Basis der aktuellen Untersuchungsergebnisse zu erfolgen. (siehe § 6 TWV BGBl. II Nr. 304/2001 idgF) 

Die Abnehmer sind einmal jährlich entweder mit der Wasserrechnung oder über Informationsblätter der Gemeinden (z.B. Gemeindezeitung, Anschlag an der Amtstafel) oder auf eine andere geeignete Weise zumindest über die Analysenergebnisse folgender Parameter - in der in Klammer angeführten Einheit - zu informieren:

  • Nitrat (mg NO3/l)
  • Pestizide (µg/l)
  • Wasserstoffionenkonzentration (pH-Wert)
  • Gesamthärte °dH
  • Carbonathärte °dH (Säurekapazität bis pH 4,3)
  • Kalium, Kalzium, Magnesium und Natrium bzw. Chlorid und Sulfat (mg/l)

Zu diesen Parametern sind jeweils auch die Parameterwerte gemäß Anhang I Teil B anzugeben. anzugeben. Wenn zu erwarten ist, dass bei den einzelnen Abnehmern die Konzentrationen der Parameter unterschiedlich sind oder schwanken (z.B. bei Mischung von Wässern unterschiedlicher Beschaffenheit), ist der auf Grund der vorliegenden Analysenergebnisse mögliche Schwankungsbereich anzugeben.

Auf schriftliche Anfrage des Verbrauchers ist der Betreiber einer Wasserversorgungsanlage verpflichtet weitere Untersuchungswerte schriftlich bekannt zu geben.

 


Trinkwasserversorgung bei Wasserknappheit

Aufgrund der anhaltenden Schönwetterperiode kann es bei einigen Wasserversorgern zu Engpässen sowohl in quantitativer als auch qualitativer Form in der Trinkwasserversorgung kommen.
Es wird daher angeraten, alle Abnehmer in geeigneter Form (Gemeindezeitung usw.) zu sparsamem und verantwortungsvollem Umgang mit Trinkwasser aufzufordern. Ist die Zulieferung von Wasser aus anderen Wasserversorgungsanlagen notwendig, sind dabei unbedingt alle hygienischen Anforderungen einzuhalten.
Anleitungen dazu finden sich in der ÖVGW Richtlinie W 74 (Trinkwassernotversorgung) sowie in der ÖVGW Richtlinie W 75 (öffentliche Trinkwasserversorgung aus Tankwagen und transportablen Wasserbehältern), erhältlich bei:
 
ÖVGW Österr. Vereinigung für das Gas- und Wasserfach
Schubertring 15
A-1015 Wien
Bestellungen können direkt im Online Shop der ÖVGW getätigt werden und werden elektronisch ausgeliefert.

Selbständige Einspeisung von Wässern aus privaten Hausbrunnen in das Hausleitungsnetz stellt ein hohes hygienisches Gefährdungspotential dar, da es zu Rückverkeimungen im gesamten Versorgungsnetz der Wasserversorgungsanlage kommen kann. Es ist daher nach dem NÖ Wasserleitungsanschlußgesetz, BGBl. 6951-1, verboten. Die Verwendung als Nutzwasser (WC-Spülung, Gartengießen usw.) über einen eigenen Nutzwasserkreislauf ist in solchen Fällen jedoch zu befürworten.
In den meisten Fällen liegen für private Hausbrunnen keine aktuellen  Untersuchungsergebnisse vor, so dass über die Qualität dieser Wässer keine Aussage getroffen werden kann.

Bei Bekanntwerden von qualitativen Mängeln des Trinkwassers ist gemäß § 5 Abs. 4 und 5 der Trinkwasserverordnung unverzüglich die zuständige Behörde (Amtsarzt als Lebensmittelaufsichtsorgan bzw. Abteilung Umwelthygiene) zu informieren. Nur so können sowohl kurzfristig (Notmaßnahmen) wie auch langfristig, unter Beiziehung von Sachverständigen, Gegenmaßnahmen getroffen werden. Eine umfassende Information der Abnehmer ist notwendig, um falsche, teils gesundheitsgefährdende Maßnahmen Privater zu verhindern (z.B. Abkochen bei zu hohem Nitratwert).


Beratung für Betreiber von Wasserversorgungsanlagen

Wir kontrollieren nicht nur Wasserversorgungsanlagen, sondern wir beraten Sie auch gerne.

Wenn Sie Fragen zu Ihren Anlagenteilen wie z.B. Quellsammelschacht, Hochbehälter, Desinfektionsanlage usw. haben oder wenn Sie bei ihrer Wasserversorgungsanlage ein Hygieneproblem haben, setzen Sie sich mit einer unserer Dienststellen in Verbindung.

In der Eventgastronomie, bei Märkten, Zeltfesten usw. wird die Versorgung mit Trinkwasser sehr oft durch Leitungsprovisorien sichergestellt. Nähre Informationen gibt es auf unserem Merkblatt.


Elektronische Übermittlung der Ergebnisse aus Befund und Gutachten an die zuständige Behörde

Gemäß § 5 Z 4 TWV hat der Betreiber einer Wasserversorgungsanlage sicherzustellen, dass die Ergebnisse aus Befund und Gutachten über die gemäß Anhang II durchgeführten Untersuchungen, nachdem er davon Kenntnis erlangt hat, unverzüglich in das von der zuständigen Behörde dafür zur Verfügung gestellte Datensystem durch die gemäß Z 2 beauftragte Untersuchungsstelle elektronisch übermittelt werden. Nähre Informationen finden Sie unter: Informationsschreiben zur elektronischen Datenübermittlung.

Um Ihnen und Ihrem Untersuchungslabor die Anpassung an die gesetzliche Grundlage zu erleichtern, stellen wir Ihnen auf der Homepage des Landes Niederösterreich im Downloadbereich ein Muster zur Verfügung.

weiterführende Links
Downloads

Ihre Kontaktstelle des Landes für Trinkwasserkontrolle

Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Umwelthygiene
Landhausplatz 1, Haus 15B 3109 St. Pölten E-Mail: post.gs2@noel.gv.at
Tel: 02742/9005-12945
Fax: 02742/9005-15730
Letzte Änderung dieser Seite: 14.2.2017
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