10.11.2011 | 13:46

Symposium „Soziale Dorferneuerung" in St. Pölten

LH Pröll: In der Entwicklung unserer Dörfer einen Schritt nach vorne tun

Der Landtagssaal in St. Pölten ist heute, Donnerstag, 10. November, Austragungsort des ganztägigen Symposiums „Soziale Dorferneuerung" der Europäischen Arbeitsgemeinschaft Landentwicklung und Dorferneuerung und der Niederösterreichischen Dorf- und Stadterneuerung. Am Vormittag kamen in diesem Rahmen u. a. Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, DI Stanislaw Tillich, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen (Deutschland), und MUDr. Jirí Behounek, Kreishauptmann von Vysocina (Tschechische Republik), zu Wort.

„In unserem niederösterreichischen Landtagssaal hier in St. Pölten werden die Zukunftsthemen für das Land diskutiert. Heute erhält dieser Saal eine zusätzliche Perspektive, denn dieses Thema geht weit über die Grenzen des Bundeslandes hinaus - wir können hier und heute Zukunftsthemen ansprechen und auch Zukunftsperspektiven gewinnen. Wir haben die Aufgabe, weiter darüber nachzudenken, mit welchem Gesicht sich Städte und Dörfer in Zukunft zeigen werden", sagte Landeshauptmann Pröll in seiner Ansprache. Als eine im Zusammenhang mit der Dorferneuerung stehende aktuelle Herausforderung bezeichnete der Landeshauptmann die demografische Entwicklung. Angesichts dieser Herausforderung gelte es, so Pröll, „Scheuklappen abzulegen, offen an Entwicklungen heranzugehen und Chancen zu erkennen und zu nutzen". Dabei müssten künftig Eigeninitiative und Freiwilligkeit sowie der Dorfverband eine größere Rolle spielen. Es müsse die Chance auf ein Miteinander geben, so der Landeshauptmann. Speziell zur Entwicklung der Dorferneuerung in Niederösterreich merkte Pröll an, dass der Mensch mit seinen Fähigkeiten wieder mehr und mehr „ins Zentrum des Agierens" komme. „Ziel der Dorferneuerungspolitik ist es, einen Beitrag dazu zu leisten, dass Niederösterreich auf europäischer Ebene zu einer Modellregion wird. Hilfe zur Selbsthilfe und Nachbarschaftshilfe sollen bei uns groß geschrieben werden. Die Menschen sollen motiviert werden, in der Entwicklung unserer Dörfer einen Schritt nach vorne zu tun", so Pröll.

Der sächsische Ministerpräsident DI Stanislaw Tillich führte aus, dass Sachsen die Chancen für die Entwicklung des ländlichen Raumes in der Vergangenheit genutzt habe, jetzt aber neue Herausforderungen zu bewältigen seien, wobei die Demografie als Chance zu sehen sei. „Wir müssen den ländlichen Raum noch attraktiver machen als bislang. Die wirtschaftliche Entwicklung ist dazu eine wichtige Voraussetzung. Das ist in Sachsen gelungen, zwei Drittel der Unternehmen sind hier heute im ländlichen Raum zu finden." Dennoch müsse man in Bezug auf die öffentliche Infrastruktur vorsorgen. Als Antworten auf die anstehenden Fragen verwies Tillich auf vier Thesen, wobei er die Wichtigkeit der Zusammenarbeit, der Kooperation und Koordination sowie Verantwortung und Freiwilligkeit ansprach. Er betonte u. a., dass der Staat alleine hier nicht ausreiche, sondern man auf bürgerliches Engagement angewiesen sei. „Wir stehen am Anfang einer Entwicklung, sind aber auf dem richtigen Weg unterwegs", so Tillich.

MUDr. Jirí Behounek lieferte im Rahmen des Symposiums grundlegende Informationen über die Situation im Kreis Vysocina und hielt im Zusammenhang mit der Dorferneuerungsbewegung fest, dass 2011 1.775.000 Euro in insgesamt 14 Förderprogramme geflossen seien.

Am heutigen Nachmittag stehen im Rahmen des Symposiums noch einige Punkte auf dem Programm, insbesondere sollen Praxisbeispiele und Projekte präsentiert werden.

Nähere Informationen: NÖ Verband für Dorf- und Stadterneuerung, Telefon 02952/4848, e-mail office@dorf-stadterneuerung.at, http://www.dorf-stadterneuerung.at/, bzw. Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, http://www.landentwicklung.org/.

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