07.07.2011 | 14:09

Niederösterreich forciert Ausbau der Erneuerbaren Energie

Pernkopf, Zwazl: Umweltsektor schafft neue „Green Jobs"

In einer Studie wurden kürzlich die aktuellen Trends bei 25 heimischen Leitbetrieben der Energie- und Umweltwirtschaft untersucht und dabei Ausbau-Potenziale für neue „Green Jobs" in Niederösterreich erhoben. Über die geplanten Maßnahmen informierten Landesrat Dr. Stephan Pernkopf und Sonja Zwazl, Präsidentin der Wirtschaftskammer Niederösterreich, heute, Donnerstag, 7. Juli, bei einer Pressekonferenz in St. Pölten. Die in Niederösterreich vereinbarten Verbesserungen reichen von einer Förderung für Investitionen in energieeffiziente Haushaltsgeräte über eine Internet-Plattform zu „Green Jobs" bis zu Studienangeboten im Bereich Erneuerbarer Energie.

„Niederösterreich ist mit 32.000 ‚Green Jobs\' Vorreiter im Bereich der Erneuerbaren Energie, mehr als fünf Prozent aller Erwerbstätigen haben einen Arbeitsplatz in der Energie- und Umweltwirtschaft", sagte Pernkopf. „Im Jahr 2010 wurde dadurch allein in Niederösterreich ein Umsatz von 4,7 Milliarden Euro erwirtschaftet."

Das typische Berufsbild eines „Green Jobs" reiche vom Handwerker, der Fassaden dämme, über den Installateur beim Anschließen der Solaranlage bis hin zum Biobauern, Nanophysiker und Solarzellenforscher, führte der Landesrat aus: „Auch ein Passivhaus-Architekt oder Elektro-Fahrradmechaniker hat ebenso einen ‚Green Job\' wie der Nah-Versorger im Ort, der regionale Produkte vertreibt."

Als Beispiele für die erfolgreiche Entwicklung im Umweltsektor nannte Pernkopf unter anderem die Windkraftindustrie, deren Weltmarktführer Vestas aus Dänemark seinen Vertrieb für ganz Osteuropa in Schwechat angesiedelt hat und damit mehr als 100 Arbeitsplätze absichert. „Die Windkraft-Branche sichert bereits 2.000 Arbeitsplätze in Niederösterreich", so Pernkopf weiter. Auch im Bereich der Photovoltaik sei Niederösterreich mit 10.000 geförderten Photovoltaik-Anlagen Spitzenreiter.

Um das ehrgeizige Ziel Niederösterreichs zu erreichen, bis 2020 rund 50 Prozent der Gesamtenergie aus erneuerbaren Quellen zu gewinnen und bereits bis 2015 etwa 100 Prozent des Stroms aus erneuerbarer Energie zu bekommen, bedürfe es aber noch gewaltiger Anstrengungen, so Perkopf. Aus diesem Grund setze Niederösterreich mit der Gründung einer Energie und Umweltagentur, einem Energieeffizienzgesetz, dem Klimaprogramm und dem NÖ Energiefahrplan wichtige Impulse.

Auch das Ökostromgesetz auf Bundesebene, das heute beschlossen werde, ermögliche in ganz Österreich Investitionen von rund 1,2 Milliarden Euro in den Klima- und Umweltschutz. „Ein Großteil dieser Projekte wird in Niederösterreich umgesetzt", erinnerte Pernkopf an das jährliche Ausbauvolumen von 50 Millionen Euro und die Sicherung der bestehenden Biogasanlagen und Biomasseanlagen.

Weiters biete Niederösterreich ab September eine spezielle Strom-Spar-Förderung an, kündigte Pernkopf an. Jeder Haushalt könne bis zu 500 Euro vom Land Niederösterreich bekommen, wenn im eigenen Haushalt eine Energieberatung des Landes in Anspruch genommen werde und durch den Tausch bestimmter Haushaltsgeräte eine Stromeinsparung nachweisbar sei. „Die Teilnehmer profitieren von hochwertigen Geräten, geringeren Stromkosten und einer Bonus-Zahlung bei mehr als 10 Prozent Strom-Einsparung", so der Landesrat.

Zwazl betonte: „Die Betriebe fordern neue Lehrkonzepte und eine bessere Integration der neuen Berufsbilder in die Berufsberatung. Deswegen informiert die Wirtschaftskammer verstärkt auf der Internetplattform http://www.frag-jimmy.at/ über alle neuen Ausbildungsmöglichkeiten." Weiters werde ab nächstem Jahr an der New Design University St. Pölten das Masterstudium „Energieautarkie und Elektromobilität" angeboten, so Zwazl. „Das WIFI als größtes Weiterbildungsinstitut in Niederösterreich wird für das nächste Kursjahr eine Kennzeichnung für ‚Green Jobs\' mit eigenem Logo anbieten."

Nähere Informationen: Büro LR Pernkopf, Klaus Luif, Telefon 02742/9005-12705.

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