15.03.2011 | 00:40

Biosphärenpark Wienerwald bemüht sich um Amphibienschutz

Amphibienzäune, Ersatzbiotope und GPS-Erhebungen

Bei ihren alljährlichen Wanderungen zu den Laichgewässern drohen den heimischen Amphibien zahlreiche tödliche Gefahren - insbesondere wird den Tieren der Straßenverkehr oder auch das eine oder andere moderne Siedlungsgebiet zum Verhängnis. Mit dem verstärkten Einsatz von Amphibienzäunen und -leitsystemen soll der Gefahr auf den Straßen entgegengewirkt werden. Speziell im Wienerwald werden derzeit außerdem via GPS Amphibienbiotope geortet und kartiert, um den Schutz der Tiere künftig entsprechend gewährleisten zu können.

Ein Beispiel für die Sicherung einer Amphibien-Wanderstrecke findet sich im Gemeindegebiet der Wienerwaldstadt Purkersdorf (Bezirk Wien-Umgebung), konkret in Deutschwald. Auf Initiative des Biosphärenpark Wienerwald Managements wurde hier von der MA 49 (Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien) am Rand der Biosphärenpark-Kernzone ein Tümpel als Ersatzbiotop neu angelegt. Zusätzlich werden entlang der Deutschwaldstraße von der MA 49 und den Österreichischen Bundesforsten (ÖBf) Amphibienzäune aufgestellt, damit die Tiere die Straße nicht mehr überqueren können und zum Tümpel auf der jeweiligen Straßenseite geleitet werden.

Eine weitere Maßnahme, die dem Schutz der Amphibien im Biosphärenpark Wienerwald dienen soll, ist die Erhebung von Amphibienbiotopen mittels GPS. Die so gewonnenen Daten werden in einer eigenen Karte verzeichnet. Auf Flächen der Österreichischen Bundesforste wurden schon über 100 solcher Kleingewässer lokalisiert, nun sollen auch die Flächen anderer Grundeigentümer untersucht werden. Durch diese Ermittlung von Laichplätzen soll eine Grundlage für die Durchführung von Schutzprojekten zu Gunsten der stark gefährdeten Tiergruppe geschaffen werden.

Neben diesen Maßnahmen kann aber auch jeder einzelne Bürger des Biosphärenparks zum Schutz der Amphibien beitragen: Das Anlegen von Holz- und Laubhaufen im eigenen Garten beispielsweise bietet Fröschen, Kröten oder Salamandern Verstecke, die ihnen das Überleben sichern. Verzichtet werden sollte auf die Verwendung von Unkrautvernichtungsmitteln, Schnecken- und Insektengiften, da diese Gifte auch für Amphibien tödlich sind. Schwimmbäder sollten vor allem im Spätwinter und im Frühjahr so gesichert sein, dass Frösche und Kröten nicht hineinfallen können. Kellerschächte und Stiegenabgänge sollten mit feinen Gittern oder Brettern abgesichert werden und im Gartenteich sollte auf Goldfische verzichtet werden, da diese die Eier und Kaulquappen der Amphibien sowie viele andere seltene Tiere fressen.

Niederösterreichweit dient dem Schutz der Amphibien ein spezielles Projekt des Landes, das den Titel „Amphibienschutz an Niederösterreichs Straßen" trägt. Im Rahmen dieses Projektes sollen bis 2012 gefährliche Amphibien-Wanderstrecken erfasst, der Aufwand für in diesem Bereich ehrenamtlich tätige Personen reduziert und der Anteil von Amphibienleitstrecken, -zäunen und -tunneln gesteigert werden. Informationen über für Amphibien gefährliche Wanderstrecken können dem Naturschutzbund NÖ bzw. der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie gemeldet werden (http://www.noe.naturschutzbund.at/ bzw. http://www.herpetofauna.at/).

Nähere Informationen: Biosphärenpark Wienerwald, Telefon 02231/668 04, http://www.bpww.at/ bzw. http://bpww.at/natur/amphibien-im-wienerwald/.

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