01.10.2010 | 00:31

Erhebung zum Suchtverhalten Jugendlicher in Niederösterreich

Heuras: Bestärkung und Optimierung der Präventionsarbeit

Jugendliche befänden sich grundsätzlich in einer Zeit des Umbruchs, der Orientierung und Verunsicherung. In diesem seelischen und körperlichen Ungleichgewicht werde oft Ausgleich durch psychoaktive Substanzen gesucht, sagte Landesrat Mag. Johann Heuras heute, 1. Oktober, bei der Präsentation einer vom Zentrum für Soziales und Generationen der NÖ Landesakademie durchgeführten Erhebung zum Suchtverhalten von Jugendlichen in Niederösterreich in den Räumlichkeiten der Fachstelle für Suchtvorbeugung, Koordination und Beratung in St. Pölten.

„Die Studie bestärkt uns in den bereits gesetzten Maßnahmen und hilft, die Präventionsarbeit zu optimieren", betonte Heuras. Es gehe um das Erkennen von Trends, um suchtproblematische Verhaltensweisen, um die Einstellung von Jugendlichen, eine Erhebung des Konsummusters, die Verfügbarkeit von Daten, um Motivation und Bedeutung, Ausmaß und Art des Konsums sowie um Determinanten, was zu welcher Sucht führe.

„Wichtig dabei ist, Eltern und PädagogInnen als Partner zu gewinnen, die Beratung und Information der Kinder und Jugendlichen selbst flächendeckend anzubieten, gute Freizeitangebote auszubauen sowie Lebenskompetenz, Selbstwertgefühl, Talente und Fähigkeiten zu fördern und zu stärken", so der Landesrat.

Im Rahmen der Studie wurden im Juli/August 2009 insgesamt 722 Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren, repräsentativ für ganz Niederösterreich und face-to-face, befragt. Unterschiede zwischen Mädchen und Burschen bzw. hinsichtlich des Migrationshintergrundes gibt es dabei kaum, bezüglich des Alters aber sehr wohl. In Bezug auf den Informationsgrad fühlt sich etwa nur ein Viertel über illegale Substanzen sehr gut informiert. Die Prävalenzrate („Hast Du schon einmal...") zeigt ein sprunghaftes Ansteigen zwischen 15 und 16 Jahren. Mit 16 Jahren haben die Jugendlichen im Durchschnitt schon jene Erfahrungen gemacht, die dann beibehalten werden. Das Einstiegsalter beim Rauchen liegt bei 13 Jahren, jenes bei Cannabis und Alkohol bei 14 Jahren.

Ein Drittel der Befragten insgesamt (bzw. die Hälfte der 17- bis 18-Jährigen) raucht regelmäßig, 80 Prozent davon nicht nur sporadisch. Alkohol konsumieren zwei Drittel regelmäßig, allerdings gemäßigt (zu 80 Prozent gelegentlich). Das Rauschtrinken („Binge drinking") ist bei Burschen deutlich weiter verbreitet. Bei der Getränkepräferenz liegen Alkopops mit rund drei Viertel an der Spitze, bei Burschen gefolgt von Bier.

Hinsichtlich illegaler Substanzen haben sieben Prozent schon Cannabis konsumiert, 50 Prozent davon allerdings nur ein Mal. Insgesamt haben zehn Prozent bereits irgendeine dieser Substanzen probiert. Dabei zeigt sich, dass der direkte Zugang - ohne den „Einstieg" Alkohol oder Nikotin - sehr selten vorkommt. Die Gefahreneinschätzung schließlich liegt bei illegalen Substanzen bei 90 Prozent, bei Alkohol bei 30 Prozent und bei Nikotin bei 40 Prozent, wobei die Einschätzung der Gefahr mit dem Alter signifikant abnimmt, ganz besonders im Hinblick auf Alkohol.

Nähere Informationen bei der Fachstelle für Suchtvorbeugung, Koordination und Beratung unter 02742/314 40-0, e-mail info@suchtvorbeugung.at und http://www.suchtvorbeugung.at/.

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