14.06.2010 | 13:02

Studie zum Wachstumsmotor Krankenhaus

Sobotka: Kleine Einheiten als ineffizient zu bezeichnen, ist falsch

In den Räumlichkeiten der NÖ Landesklinikenholding in St. Pölten stellten Landeshauptmannstellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka und a. o. Univ.Prof. MMag. Dr. Gottfried Haber von der Universität Klagenfurt die Studie „Einfluss eines Krankenhauses auf die regionale Beschäftigung und Wertschöpfung" vor, die in ihrer Gesamtheit im Herbst vorliegen wird.

Anlässlich der Diskussion, Krankenhäuser mit weniger als 300 Betten zu sperren, sprach Sobotka dabei von einer „fatalen Fehleinschätzung", einem „Anschlag auf die Gesundheitsversorgung im Land" und einem „wirtschaftspolitischen Kahlschlag". Niederösterreich habe sich zur bestmöglichen flächendeckenden Gesundheitsversorgung, bei welcher der Mensch im Mittelpunkt stehe, verpflichtet.

„Kleine Einheiten als ineffizient zu bezeichnen, ist falsch", so Sobotka. In Niederösterreich gehe es um 27 Einrichtungen (22 Krankenhäuser, drei Sonderkrankenanstalten und zwei dislozierte Standorte), 19.000 Mitarbeiterinnen, 3,2 Millionen Patientenkontakte, 3.000 Unternehmen als wirtschaftliche Partner sowie ein Budget von 1,75 Milliarden Euro jährlich.

Studienautor Haber präzisierte, dass in Niederösterreich 17 Krankenhäuser auf eine Million Einwohner kämen, während der Österreichdurchschnitt bei 32,6 liege. Während die österreichischen Spitäler nur 0,07 Prozent aller heimischen Betriebsstätten ausmachten, seien die rund 147.000 direkt Beschäftigten in den 270 österreichischen Krankenhäusern mit 4,1 Prozent aller in der Republik Erwerbstätigen gleichzusetzen. Direkt in den österreichischen Krankenhäusern werden etwa 5,4 Milliarden Euro Wertschöpfung erzielt, inklusive Folgeeffekten sogar 11,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anteil von 2,1 Prozent direkt bzw. 4,4 Prozent inklusive Folgeeffekten an der gesamten Wertschöpfung Österreichs.

Am Beispiel des Krankenhauses von Waidhofen an der Thaya führte Haber aus, dass Gesamtkosten von 34,4 Millionen Euro eine regionale Wertschöpfung von über 33 Millionen Euro gegenüberstehe, somit nahezu die gesamte eingesetzte Summe an Wertschöpfung direkt in der Region bleibe. Die 514 direkten Arbeitsplätze bedeuten durch Folgeeffekte regional insgesamt 1.017 Stellen. In Summe sind sechs Prozent der Bevölkerung des Bezirks direkt im Krankenhaus beschäftigt, inklusive Folgeeffekten sind es 12 Prozent.

Pro einer Million eingesetzter Mittel würden damit regional 52,8 Arbeitsplätze geschaffen bzw. abgesichert, so Haber. Umgekehrt würden bei einer Schließung des Betriebes die entsprechenden Arbeitslosen in der Region etwa 26,2 Millionen Euro kosten. Um den gleichen regionalökonomischen Effekt wie mit einer Million Euro Investition in das Krankenhaus zu erzielen, müsste man 2,8 Millionen Euro für Straßenbauvorhaben oder 4 Millionen Euro für Kultur- und Sportveranstaltungen einsetzen.

Nähere Informationen beim Büro LH-Stv. Sobotka unter 02742/9005-12221, Mag. (FH) Eberhard Blumenthal, e-mail eberhard.blumenthal@noel.gv.at.

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