22.04.2010 | 10:03

Hans-Kudlich-Preis 2010 ausgeschrieben

Für besondere Leistungen für den ländlichen Raum

In Andenken an den österreichischen Bauernbefreier Hans Kudlich schreibt das Ökosoziale Forum Österreich auch heuer den Hans-Kudlich-Preis für besondere Leistungen für den ländlichen Raum aus. Mit dem Hans-Kudlich-Preis werden jene Menschen vor den Vorhang gebeten, die durch ständiges Bemühen das Verständnis der Allgemeinheit für Land- und Forstwirtschaft vertiefen und einen nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen aufzeigen. Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert, insgesamt werden bis zu vier Preise vergeben.

Der liberale Politiker Hans Kudlich gilt als der österreichische Bauernbefreier, aber auch als Bauernbefreier für die tschechischen und polnischen Bauern. Sein Antrag auf Aufhebung der Grunduntertänigkeit im Jahr 1848 löste die größte Eigentumsverschiebung aus, die Österreich jemals erlebt hatte.

Hans Kudlich wurde 1823 in Schlesien als Sohn wohlhabender Bauern geboren und studierte in Wien Philosophie und Jus. Er nahm aktiv an der Märzrevolution teil, musste aber wegen einer Verwundung vorübergehend in seine Heimat zurückkehren. Dort wurde er als jüngster Abgeordneter in den Reichstag gewählt. Am 24. Juli 1848 stellte er den Antrag auf Aufhebung der Untertänigkeitsverhältnisse und der bäuerlichen Lasten wie Robot und Zehent. Sein Antrag wurde - gegen seinen Willen abgeändert - vom Reichstag angenommen und am 7. September zum Gesetz erhoben.

Als Teilnehmer an der Wiener Oktoberrevolution 1848 und am pfälzischen Aufstand 1851 wurde Kudlich 1854 in Abwesenheit zum Tod verurteilt; er flüchtete in die Schweiz, wo er Medizin studierte. Kudlich lebte nach seiner Ausweisung ab 1853 mit kurzen Unterbrechungen bis zu seinem Tod 1917 als Arzt in den USA.

Der Hans-Kudlich-Preis wurde erstmals im Jahr 1968 von der Österreichischen Gesellschaft für Land- und Forstwirtschaftspolitik, der Vorgängerorganisation des Ökosozialen Forums, ausgeschrieben. Der Preis geht auf eine Initiative des damaligen Landwirtschaftsministers Karl Schleinzer und des seinerzeitigen Generalsekretärs der Österreichischen Gesellschaft für Land- und Forstwirtschaftspolitik, Ernst Brandstätter, zurück.

Die Einreichfrist für den Hans-Kudlich-Preis 2010 endet mit dem 15. September 2010; die Einreichungen sind an das Ökosoziale Forum Österreich, 1010 Wien, Franz-Josefs-Kai 13, zu richten. Nähere Informationen sowie die Ausschreibungs- und Verleihungsbedingungen beim Ökosozialen Forum unter 01/253 63 50-22, Martina Baumeister, e-mail baumeister@oekosozial.at und http://www.oesfo.at/.

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