21.04.2010 | 11:47

Mentale Gesundheit im Zentrum des EUFEP-Kongresses in Baden

Sobotka: Kosten senken und breitere Öffentlichkeit schaffen

Vom 16. bis 18. Juni geht heuer im Congress Casino Baden bereits zum zweiten Mal der Kongress von EUFEP, dem Europäischen Forum für evidenzbasierte Prävention, über die Bühne. Im Vorjahr waren dabei über 250 Wissenschafter aus der ganzen Welt zu Gast in Niederösterreich.

Heuer werde sich der Kongress dem Thema mentale Gesundheit widmen, sagte Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka heute, 21. April, in St. Pölten. Neben dem persönlichen Leid gehe es dabei auch um die damit verbundenen Kosten und den Status des gesellschaftlich noch nicht komplett anerkannten Krankheitsbildes.

Die fünf anerkannten psychischen Erkrankungen Angststörungen, affektive Störungen, Sucht, Demenz und Psychosen verursachen laut Sobotka nominelle Kosten von 7,8 Milliarden Euro jährlich. Das entspreche 3 Prozent des Bruttoinlandproduktes, wobei Essstörungen u. a. noch gar nicht enthalten seien. 31 Prozent der Kosten entfallen auf Krankenstände, 21 Prozent auf Krankenhausbehandlungen, 3 Prozent auf Medikamente.

Auf 1.000 Beschäftigte entfallen, so Sobotka weiter, pro Jahr 654 entsprechende Krankenstandstage. Jeder 15. versäumt innerhalb eines Monats mindestens einen Arbeitstag wegen psychischer Probleme. Depressionen, Burn-Out u. a. stellen in Österreich mit 41 Prozent bei Frauen bereits die häufigste und mit 24 Prozent bei Männern die zweithäufigste Ursache für krankheitsbedingte Frühpensionierungen dar. Laut WHO wird bis 2030 Depression weltweit die häufigste schwere Erkrankung sein.

„Niederösterreich investiert in die Gesundheitsvorsorge 12 Millionen Euro jährlich. Wir werden in den nächsten Jahren auch in mentale Gesundheitsförderung mehr Geld investieren", erwartet sich Sobotka von dem Kongress vor allem Beiträge zur wissenschaftlichen Begleitung und Evaluierung der Maßnahmen, für ein breiteres öffentliches Bewusstsein, für eine Kostensenkung sowie Best-Practice-Beispiele für die niederösterreichischen Initiativen wie „Gesunde Gemeinde" oder „Gesunde Schule", bei denen die mentale Gesundheit ebenfalls einen Schwerpunkt darstellen wird.

Den Eröffnungsvortrag des Kongresses wird der Schriftsteller sowie Kinder- und Jugendpsychiater Paulus Hochgatterer halten. In der Plenarsitzung des ersten Tages diskutieren ExpertInnen aus England, den USA, Australien etc. über Herausforderungen und eigene Erfahrungen mit der evidenzbasierten Evaluierung von Programmen zur Förderung mentaler Gesundheit. Schwerpunkt des zweiten Tages ist die mentale Gesundheit bei Kindern.

Nähere Informationen bei EUFEP unter 02732/893-2911, e-mail eufep@donau-uni.ac.at und http://www.eufep.at/, bzw. beim Büro LHStv. Sobotka unter 02742/9005-12221, Mag. Eberhard Blumenthal, e-mail eberhard.blumenthal@noel.gv.at.

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