11.03.2010 | 00:08

Mobile Betreuungsstrukturen durch „Kriseninterventionsplattform NÖ" vernetzt

Mikl-Leitner: Beitrag, NÖ zur sozialen Modellregion zu machen

In St. Pölten wurde heute, Donnerstag, 11. März, durch VertreterInnen der Ökumenischen Notfallseelsorge, des Psychosozialen Akutteams NÖ, der Krisenintervention des Österreichischen Roten Kreuzes LV NÖ und der Krisenintervention des Arbeitersamariterbundes Österreich (ASBÖ) LV NÖ die Gründung einer Kriseninterventionsplattform NÖ/Akutbetreuung NÖ besiegelt. Damit sind die verschiedenen mobilen Betreuungsstrukturen in Hinkunft besser vernetzt.

„Ich freue mich, dass es ein klares Bekenntnis zu dieser Plattform gibt, in deren Focus der betroffene Mensch steht, dem durch diese Bündelung der Kräfte optimal geholfen werden soll. Ich danke allen Beteiligten für die Ablegung dieses Bekenntnisses, durch das Niederösterreich wieder Vorreiter ist und durch das Professionalität noch professioneller gemacht wird. Diese Plattform trägt zur Qualitätssicherung sowie dazu bei, Niederösterreich zur sozialen Modellregion zu machen", betonte Mikl-Leitner im Rahmen der Pressekonferenz, bei der die neue „Kriseninterventionsplattform NÖ" vorgestellt wurde.

Dr. Christian Milota, Geschäftsführer der NÖ Landesakademie (LAK), hielt dabei fest: „Es geht darum, die Qualität zu sichern und optimale Abläufe zu organisieren. Diese Plattform ist ein nächster, wesentlicher Schritt in diesem Bereich. Die Landesakademie steht dabei als Koordinierungsstelle und Ansprechpartner zur Verfügung."

Aufgabe der neuen, auf Bundesländerebene einmaligen Plattform ist die Vernetzung der mobilen Kriseninterventionsorganisationen. Bei den Mitgliedern der Plattform handelt es sich um jene vier Organisationen bzw. Institutionen, deren VertreterInnen heute in St. Pölten ihren Willen zur Zusammenarbeit mittels Unterschrift zum Ausdruck gebracht haben. Als „außerordentliche Mitglieder" fungieren die Abteilung für Katastrophenschutz des Landes NÖ sowie „144 Notruf NÖ". Durch die Alarmierung der Telefonnummer 144 soll die Anforderung einer Akutbetreuung künftig nahezu für jede und jeden möglich sein und die „Treffsicherheit" erhöht werden; durch die Vernetzung beim Einsatz kann die sofortige Akutbetreuung beispielsweise schon während des Notfallrettungseinsatzes durch die ausgebildeten LaienhelferInnen der Kriseninterventionsteams der Notfallseelsorge, des Roten Kreuzes oder des ASBÖ beginnen und nachgelagert nahtlos in eine erweiterte Betreuung durch Fachkräfte übergehen.

Als Haupteinsatzgebiete der neuen Plattform werden die Unterstützung und Betreuung in den ersten Stunden nach traumatischen Ereignissen angesehen. Zu letzteren zählen u. a. plötzliche Todesfälle, Unfälle mit Schwerverletzten oder Toten, Gewaltdelikte, Suizide oder Suizidandrohungen. Die NotfallhelferInnen sollen durch ihre Anwesenheit Unterstützung und Hilfe bieten und die Zeit verkürzen, in der sich Betroffene hilflos und handlungsunfähig dem jeweiligen Ereignis ausgeliefert fühlen. Die Anforderung des Teams wird im Regelfall durch die Notfallrettung, die Exekutive, ÄrztInnen, Kliniken oder Behörden erfolgen. Aber auch Privatpersonen können über die Nummer 144 die Hilfe der mobilen Krisenintervention anfordern.

Die Vorteile dieser Plattform bzw. Akutbetreuung NÖ sieht man in einer hohen einheitlichen Versorgungsqualität, in der Nutzung von Synergien im Wissens- und Ablaufbereich sowie in der Vereinfachung gemeinsamer Einsätze. Zudem wird es ein Miteinander im Bereich Ausbildung, Qualitätssicherung und Zielvorgaben geben. Geplant sind auch regelmäßige interdisziplinäre Treffen sowie der Austausch bei Fortbildungen. Das Betreuungsangebot ist für die BürgerInnen kostenlos und das ganze Jahr über rund um die Uhr erreichbar.

Nähere Informationen: NÖ Landesakademie, Telefon 02742/294-17482, e-mail akutteam@noe-lak.at, bzw. Büro LR Mikl-Leitner, Mag. Susanne Schiller, Telefon 02742/9005-12626, e-mail susanne.schiller@noel.gv.at.

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