11.03.2010 | 10:07

„Eibesthaler Passion" findet heuer wieder statt

Einzigartiges Figurenspiel in der Pfarrkirche

In der Pfarrkirche von Eibesthal (Bezirk Mistelbach) startet kommenden Samstag, 13. März, die diesjährige Eibesthaler Passion, die hier in der Folge bis zum Ostersonntag, 4. April, in insgesamt zehn Vorstellungen zu je eineinhalb Stunden Spieldauer zu sehen sein wird.

Die Eibesthaler Passion als Figurenspiel greift eine im Mittelalter gepflegte Spielform von biblischen Stoffen wieder auf und bringt diese in einer Dimension dar, die zurzeit weltweit einmalig ist. Die Inszenierung erfolgt mit rund 90 Zentimeter hohen Holzfiguren, die von 20 LaienschauspielerInnen aus Eibesthal geführt werden. Als zentrales Bühnenelement dient eine Weinviertler Steinpresse. Der von einem Eibesthaler Theologen erarbeitete Text lehnt sich eng an das Evangelium des Markus an, der auch Kirchenpatron der Pfarre Eibesthal ist. Ein niederösterreichischer Komponist hat für die Eibesthaler Passion einen eigenen Kompositionsauftrag erhalten, gespielt wird von MusikerInnen aus dem Dorf. Die Ausstattungsarbeiten werden von BewohnerInnen von Eibesthal durchgeführt, die Abwicklung der Organisation erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadtgemeinde Mistelbach. Die Aufführung der Eibesthaler Passion 2010 war für die Eibesthaler WinzerInnen Anstoß, die Idee eines gemeinsamen Weines wieder aufzugreifen: Unter strengen Qualitätskriterien wurden extra die Weiße Passion und die Rote Passion gekeltert.

In Eibesthal wurden bereits von 1898 bis 1911 mit enormem Aufwand Passionsspiele inszeniert, die überregionale Bedeutung hatten. Eine eigene Festspielhalle für fast 1.000 ZuschauerInnen wurde damals gebaut, über 100 DorfbewohnerInnen spielten mit. Aufgrund des Ersten Weltkrieges und des Erneuerungsbedarfes der Ausstattung wurden die Spiele später nicht mehr fortgeführt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die alte Eibesthaler Kirche zerstört; in der neu errichteten Kirche fand auch der Gedanke der Wiederaufnahme der Passionsspiele seinen baulichen Ausdruck: Die Vorderfrontgestaltung der Kirche gibt eine bespielbare Kulisse ab und unter der Kirche wurde ein Saal mit einer fixen Theaterbühne geschaffen. Der bühnenartig erhöhte Hochaltar legt zudem eine Inszenierung nahe.

Die Stadt Mistelbach, in deren Gemeindegebiet Eibesthal liegt, nimmt sich außerdem seit 20 Jahren intensiv des fast vergessenen Puppen- und Figurentheaters an. Die Mistelbacher Puppentage haben mittlerweile internationalen Ruf erreicht. Die Verknüpfung der beiden Traditionsstränge aus Eibesthal und Mistelbach bot sich daher an. So wurde hier 1999 die Botschaft vom Leiden und Sterben und der Auferstehung Jesu Christi wieder „auf die Bühne gebracht". Auch 2000 und 2005 wurde die Passion während der Fastenzeit aufgeführt. Die nächsten Vorstellungen sollen im Jahr 2015 stattfinden.

Nähere Informationen: Telefon 02572/2515 5262, http://passion.eibesthal.at/.

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