03.03.2010 | 10:00

Projekt zum Schutz von Amphibien im Straßenverkehr

Pernkopf: Alle heimischen Arten sind gefährdet

Anlässlich des Tages des Artenschutzes heute, Mittwoch, 3. März, stellt Landesrat Dr. Stephan Pernkopf ein für drei Jahre angesetztes Projekt zum Schutz von Amphibien an Niederösterreichs Straßen vor: Sobald es wieder wärmer wird, wandern Kröten, Frösche, Unken und Molche zu ihren Laichgewässern. Viele Tiere kommen dort aber niemals an, sondern werden Opfer des Straßenverkehrs. Zieht man in Betracht, dass alle 21 bei uns heimischen Amphibienarten in der „Roten Liste" gefährdeter Tierarten stehen, ist Handeln angesagt.

In Angriff genommen wird das Projekt „Amphibienschutz an Niederösterreichs Straßen" vom Land Niederösterreich (Abteilungen Naturschutz und Straßenbetrieb) gemeinsam mit dem Naturschutzbund NÖ und der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie. Das bis Ende 2012 angelegte Vorhaben wird im Rahmen des Programms für die Ländliche Entwicklung und damit zu maßgeblichen Anteilen aus Mitteln der EU, des Bundes und des Landes finanziert.

„Es ist das erklärte Ziel, dass in zwanzig Jahren keine Amphibien mehr auf bekannten Wanderstrecken sterben. Der Aufwand für ehrenamtlich tätige Personen soll reduziert, der Anteil permanenter Anlagen stark gesteigert und die Ausstattung bestehender Anlagen verbessert werden", meint dazu Pernkopf. Nachdem im vergangenen Jahr Informationen zu gefährlichen Wanderstrecken an Straßen gesammelt wurden, wird im heurigen Frühjahr nun damit begonnen, alle Wanderstrecken - mit und ohne Schutzeinrichtungen - zu besuchen und zu begutachten. Alle aktuellen Daten sollen dann in einem geografischen Informationssystem (GIS) öffentlich zugänglich gemacht werden.

Die Begutachtung der Wanderstrecken dient auch dazu, Vorschläge zur Verbesserung der Situation auszuarbeiten. In enger Zusammenarbeit der Experten der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie, der Mitarbeiter der NÖ Straßenmeistereien, der vor Ort tätigen Personen und - bei Gemeindestraßen -Vertretern der betroffenen Gemeinden wird nach bestmöglichen Lösungen gesucht.

Zudem sollen die freiwillig tätigen StreckenbetreuerInnen vernetzt werden und solcherart eine breite Plattform rund um den Amphibienschutz an Straßen und ein gemeinsames Sprachrohr geschaffen werden; das Projektteam ist zusätzlich regionale Ansprechstelle für alle relevanten Themen. Auch die Berichterstattung wird verstärkt, damit die Bevölkerung auf die Problematik aufmerksam wird.

„Im vergangenen Jahr haben wir uns mit der Sammlung von Informationen zu gefährlichen Wanderstrecken in Niederösterreich beschäftigt. Die Zahlen sind besorgniserregend: Es gibt 215 gefährliche Wanderstrecken mit einer Gesamtlänge von 45 Kilometern in 155 niederösterreichischen Gemeinden. Nach derzeitigem Stand werden weniger als die Hälfte, nämlich 92 Wanderstrecken, mittels der zeitaufwendigen Zaun-Kübel-Methode betreut, 80 Strecken sind derzeit nicht geschützt. Es gibt also viel zu tun", meint Mag. Margit Gross vom Naturschutzbund NÖ.

Ein neuer Folder informiert über geeignete Schutzmaßnahmen für Amphibien im Straßennetz. Nähere Informationen und Bestellungen beim Naturschutzbund NÖ unter 01/402 93 94, e-mail noe@naturschutzbund.at und http://www.noe.naturschutzbund.at/, bzw. beim Büro LR Pernkopf unter 02742/9005-12705, Klaus Luif, e-mail klaus.luif@noel.gv.at.

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